erfolgreiche Stellenanzeige

Kandidaten werden heute mit einer wahren Flut an Stellenanzeigen überhäuft. Aber nur die besten sprechen an. Was Sie tun müssen, damit Ihre Stellenanzeige aus der Masse hervorsticht. 5 Tipps aus der Praxis für die Praxis.

Erfolgreiche Stellenanzeige schalten: Sprechen Sie aus der Sicht der Kandidaten

Wer eine erfolgreiche Stellenanzeige schalten möchte, sollte zunächst gedanklich auf den Pfaden potenzieller Bewerber wandeln. Will heißen: Nur wer sich in seine Zielgruppe hineinversetzt, spricht diese auch wirklich an und kommuniziert nicht an ihr vorbei.

 

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Ein Beispiel: Wer in seiner Stellenanzeige die Keywords benutzt, die auch seine Zielgruppe in der Alltagssprache benutzen würde, wird auf Suchmaschinen oder Karriereportalen und Jobbörsen wie Monster, StepStone, Jobware und Co. auch von ihnen gefunden. Denn nach diesen Stichworten suchen sie logischerweise auch, wenn sie sich über Jobinserate informieren möchten.

 

Was ist außerdem zu beachten? Für eine bessere Orientierung haben wir Ihnen relevante Tipps für Ihre berufliche Praxis zusammengestellt, die Ihnen beim erfolgreichen Schalten von Stellenanzeigen helfen.

 

Praxistipp eins: Der Einstieg entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Stellenanzeige

Wie heißt es so schön? Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das gilt auch für die Stellenanzeige. Ob diese erfolgreich ist oder nicht, entscheidet sich bereits bei den ersten Worten. Je aussagekräftiger der Einstieg ausfällt, umso besser. Das heißt: Vermeiden Sie Allgemeinplätze und Plattitüden und kommen Sie sofort auf den Punkt. Und das möglichst konkret.

 

Von Interesse für den Bewerber ist zunächst die Frage: WAS? Oder: WORUM GEHT ES BEI DER STELLENANZEIGE? Das will er so schnell wie möglich erfassen. Fallen die ersten Sätze dagegen zu allgemein aus, verlieren Bewerber schnell das Interesse.

 

So geht’s: 

“Gaming ist Deine Leidenschaft und Du hast Lust, am Erfolg unseres Business mitzuwirken? Als Marketing Manager vermarktest Du Free-2-Play Spiele aus unserem Portfolio…. “

So eher nicht:

“Begeisterung unserer Kunden durch Leidenschaft und exzellenten Service, überraschende und innovative Sortimente, wertschätzender Umgang im Team und kontinuierliche persönliche sowie fachliche Weiterentwicklung – mit dieser Philosophie arbeiten wir täglich daran, der beste und erfolgreichste Dienstleister im Bereich XXX zu sein. Seit Generationen….” 

 

Praxistipp zwei: Der Stellentitel ist für eine erfolgreiche Stellenanzeige entscheidend

So mancher Arbeitgeber versucht sich von der Masse abzuheben, indem er bei der Gestaltung einer Stellenanzeige besonders tief in die texterische Trickkiste greift. Heraus kommen Jobinserate mit besonders humorvollen Jobtiteln. Damit schneidet sich der Arbeitgeber aber ins eigene Fleisch. Denn weder verstehen Kandidaten und Bewerber die Jobtitel, noch suchen sie auf Google oder Jobbörsen nach ihnen. Der Effekt: Die Stellenanzeige wird zum “Ladenhüter”.

 

Hand aufs Herz: Würden Sie selbst ernsthaft nach einem Marketing Rocketeer suchen oder Pflege Ninja? Nein? Das Talent auch nicht! Landet es dennoch einen Zufallstreffer fragt es sich bei solchen Jobtiteln unweigerlich, was es mit dieser Vakanz genau auf sich haben soll. Denn der konkrete Bezug von Jobtitel zum Stelleninhalt fehlt. Zum anderen fühlt sich der Kandidat im schlimmsten Fall verschaukelt, weil der Titel  so gar nicht zu der Vakanz passen will. Ein Pflegeberuf hat beispielsweise beim besten Willen nichts mit der Kampfkunst von Ninjas zu tun.

 

Manchmal vergeben sich Firmen aber auch Chancen, wenn der Jobtitel zwar weitläufig richtig, aber nicht konkret genug benannt ist. Daher sollte der Jobtitel so präzise wie möglich formuliert werden.

 

Praxisbeispiel: Wer einen “Marketing Manager” sucht, der hauptsächlich Events und Kundenformate betreuen soll, wird mit dem Jobtitel weniger Talente ansprechen als mit dem Titel “Event Manager”. Oder: Bei einer vertrieblich ausgerichteten Position ist es besser, nach einem “Sales Account Manager” statt nur nach einem “Account Manager” zu suchen.

 

Aus unserer Erfahrung entscheiden manchmal geringfügige Änderungen des Jobtitels darüber, ob eine Stellenanzeige eine erfolgreiche Performance hinlegt oder eben nicht. Ein Wort hinzuzufügen oder wegzulassen, kann ein Plus oder Minus von 36 Prozent Klicks und einen Anstieg oder Abfall der Conversion Rate um bis zu 42 Prozent ausmachen. Stattliche Zahlen!

 

Praxistipp drei: Arbeiten Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber heraus

Arbeitgeber müssen in ihren Stellenanzeigen Werbung für sich machen. Denn heute steht eine kleine Anzahl an Talenten einer Masse an Stellenausschreibungen gegenüber. Im Prinzip bewirbt sich der Arbeitgeber mit einer Stellenanzeige beim Arbeitnehmer. Worauf kommt es dabei an? In erster Linie, darauf, dem Bewerber zu verdeutlichen, worin sich das eigene Unternehmen von anderen abhebt. Was macht es einzigartig? Arbeiten Sie also Ihre Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber heraus!

 

Unser Praxistipp: Sprechen Sie in der Stellenbeschreibung von den großen und kleinen Dingen, die das Arbeiten in Ihrem Unternehmen ausmachen und prägen. Studien haben ergeben, dass sich Talente in Stellenanzeigen insbesondere über diese Bereiche informieren möchten: Aufgaben im Unternehmen,  Hierarchien, Home-Office, Weiterbildungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeitmodelle, Karrieremöglichkeiten, Work-Life-Balance-Angebote, Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Arbeitsklima und Gehalt.*

 

Praxistipp vier: In der Kürze liegt die Würze

Das mobile Internet hat das Kommunikationsverhalten erheblich verändert. Informationen werden inzwischen von vielen Usern zwischendurch konsumiert und das eher häppchenweise. Insofern ist es wichtig, dass die Stellenanzeige einerseits sehr gut strukturiert ist, so dass der Betrachter schnell zu den wichtigsten Punkten navigieren kann, die ihn am meisten interessieren.

 

Andererseits sollte eine Stellenanzeige nicht mit unnützen Informationen und Füllworten überfrachtet werden. Stattdessen gilt: Klasse statt Masse. Gerade bei der Jobsuche über das Smartphone, die laut einer Erhebung von indeed inzwischen 62 Prozent aller Jobsuchen ausmacht, präferieren Bewerber kurze Stellenbeschreibungen, die schnell und einfach erfasst werden können. Meist sind diese Kandidaten unterwegs und haben keine Zeit, lange Texte zu lesen.

 

Unser Praxistipp: Nicht jede Botschaft muss in einen Text gekleidet werden. Das begeistert im Digitalzeitalter niemanden mehr. Lassen Sie in Ihrer Stellenanzeige stattdessen Elemente, die einander ergänzen, sprechen: Videos, Infografiken, Bilder, Textbausteine, Bulletpointlisten. In Kombination sind diese abwechslungsreicher und leichter konsumierbar als ellenlange Texte.

 

Praxistipp fünf: Bleiben Sie authentisch

Versprechen Sie Ihren Bewerbern außerdem in einer Stellenanzeige nicht das Blaue vom Himmel, sondern bleiben Sie unbedingt realistisch. Denn Talente, die in der Rekrutierung mehr versprochen bekommen, als Unternehmen zu bieten haben, springen schneller ab als andere.* Das kann einen größeren Imageschaden nach sich ziehen, als manchem Arbeitgeber zunächst bewusst ist. Schließlich sind heute insbesondere junge Arbeitnehmer über die sozialen Medien stark miteinander vernetzt und eine Enttäuschung über einen Arbeitgeber spricht sich schnell herum.

 

Digital Recruiting DOWN

 

 

Insofern ist es wichtig, in der Stellenanzeige nicht zuviel zu versprechen. Gleichzeitig sollten Sie auch bei den Anforderungen an den Bewerber realistisch bleiben und nicht zuviel zu verlangen. Stattdessen sollten sowohl das Anforderungsprofil als auch die Beschreibung des Arbeitgebers so authentisch wie möglich ausfallen.

 

Beispiele aus der Praxis: Versprechen Sie keine innovativen Work Life Balance Maßnahmen, wenn diese nur im regelmäßigen Überstundenausgleich bestehen. Oder: Beschreiben Sie sich nicht als globales Unternehmen, wenn Sie beispielsweise nur im deutschsprachigen Markt unterwegs sind. Unter “global” verstehen Kandidaten weit mehr. Auch Aufstiegschancen sollten nur in der Stellenanzeige auftauchen, wenn diese auch wirklich bei der konkret ausgeschriebenen Stelle realisierbar sind.

 


*Quelle:  Weitzel, T., Laumer, S., Maier, C., Oehlhorn, C., Wirth, J., Weinert, C., und Eckhardt, A. (2017): EMPLOYER BRANDING UND PERSONALMARKETING  – Ausgewählte Ergebnisse der Recruiting Trends 2017 und der Bewerbungspraxis 2017, Research Report, Otto-Friedrich-Universität Bamberg


 

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