glckliche frau steht in der stadt und tippt auf ihrem handyMobile hier, mobile da, mobile First. Alle Welt redet über mobile Anwendungen. Auch im Recruiting nimmt das Thema immer mehr an Fahrt auf. Aber noch haben viele Arbeitgeber ihr Bewerbungsverfahren nicht hinlänglich mobil optimiert. Viele wollen es auch gar nicht. Damit könnten ihnen aber viele Bewerber durchs Netz flutschen. Was Kandidaten wollen und welche 3 guten Gründe für die mobile Bewerbung sprechen.

 

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Wir bestellen damit unsere Pizza, drehen und schneiden Filme, erledigen Online-Banking-Vorgänge, buchen mit wenigen Klicks ganze Urlaube und informieren uns über aktuelle Entwicklungen. Aber bewerben über das Smartphone? Fehlanzeige! Beim überwiegenden Teil der Arbeitgeber ist das noch nicht drin.

 

1 – Ermöglichen Sie die Bewerbung mit einem Klick

 

Nicht, dass es an den technischen Möglichkeiten hapern würde. Die gibt es schon lange und werden auch immer besser. Da wäre zum Beispiel die so genannte One-Click-Bewerbung. Diese ermöglicht es Kandidaten, ihr aktuelles Profil aus Xing oder LinkedIn mit nur einem Klick in die Datenbank des Wunscharbeitgebers zu importieren. Daraus resultiert ein standardisiertes und beschleunigtes Bewerbungsverfahren.

 

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Die einzige Voraussetzung ist, dass der Kandidat in das jeweilige Netzwerk eingeloggt ist. Ach ja, und natürlich sollte er sein Profil immer aktuell halten. Den Rest erledigt der Computer. Er liest die Daten aus und postet sie im Bewerbungsformular exakt an die Stelle, an die sie gehören. Danach stellt er dem Recruiter alles fein säuberlich in einer Bewerberakte zur Verfügung.

 

Damit rückt die “Bewerbung to go” in greifbare Nähe: Mobile Bewerbung – der Titel sagt es schon – diese funktioniert von überall und zu jedem Zeitpunkt. Und das ist gut so. Entdeckt ein Talent zum Beispiel in der U-Bahn ein interessantes Jobinserat, sollte es sich auch gleich darauf bewerben können. Denn wer weiß schon, ob es sich, wenn es Stunden später am Laptop sitzt, noch daran erinnert? Arbeitgebern entgehen so in Zeiten des Fachkräftemangels viele Chancen.

 

2 – Die mobile Bewerbung sorgt für eine optimale Candidate Experience

 

Das zum einen. Zum anderen fordern Talente die mobile Bewerbung auch ausdrücklich ein. Arbeitgeber, die dem nicht nachkommen, riskieren, dass sie Kandidaten kein optimales Bewerbungserlebnis kredenzen, indem sie mobile Bewerbern ausdrücklich zum Wechsel vom Smartphone an den Laptop “zwingen”.

 

Dieser Medienbruch ist für Kandidaten nervig und schadet der Candidate Experience erheblich. Dass das alles andere als auf die leichte Schulter zu nehmen ist, zeigt eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Potentialpark. Es hat Talente gefragt: “Muss die mobile Bewerbung wirklich sein?” “Ja, sie muss”, antworteten 47 Prozent der knapp 27.000 interviewten Studenten und Absolventen aus aller Welt.

 

Aus Expertensicht ist die mobile Bewerbung daher alles andere als eine “aktionistische Modeerscheinung”, wie es bei den Kollegen von Karriere.de heißt. Stephan Böhm, Professor für Telekommunikation an der Hochschule Rhein Main in Wiesbaden wird hier wie folgt zitiert:

 

“Das ist die gleiche Diskussion wie Mitte der Neunziger, als plötzlich darüber diskutiert wurde, ob man Stellenbörsen und Karrierewebseiten im Internet braucht. Heute sind sie kaum wegzudenken.”

 

3 – Die mobile Bewerbung zahlt positiv auf die Employer Brand ein

 

Nichtsdestotrotz herrscht auf Seiten der Arbeitgeber im Moment noch äußerste Zurückhaltung. Das jedenfalls sagt das Forscherteam rund um Studienleiter Professor Tim Weitzel an der Uni Bamberg.

 

Jährlich untersucht es die aktuellen Trends im Recruiting und hat in punkto mobile Bewerbung das folgende herausgefunden: Die meisten Unternehmen (72,6 Prozent) haben eine One-Click- Bewerbung noch nicht implementiert und planen es auch nicht. Gerade einmal knapp eines von zehn Unternehmen der Top-1.000-Unternehmen in Deutschland bietet momentan eine One-Click-Bewerbung an.

 

Mobile Bewerbung: Die Gründe für die Zurückhaltung

Die mittelständischen Unternehmen setzen noch einmal deutlich weniger auf die One-Click-Bewerbung. 2,6 Prozent der mittelständischen Unternehmen bieten eine One-Click-Bewerbung an. Und nur gut eines von zehn der befragten mittelständischen Unternehmen hat vor, in Zukunft eine One-Click-Bewerbung anzubieten.

 

Die Gründe für die Zurückhaltung fallen unterschiedlich aus. Unternehmen befürchten beispielsweise eine reduzierte Individualität von Bewerbungen eine dadurch erschwerte Bewerberselektion. 22,5 Prozent befürchten eine Bewerbungsflut.

 

Wobei diese Sorgen bei allem gebotenen Respekt aber unbegründet erscheinen. Aus folgenden Gründen:

1. Eine reduzierte Individualität der Bewerbungen erhöht die Vergleichbarkeit und macht eine Selektion eher einfacher.

2. Nur ein Fünftel der von den Forschern befragten Kandidaten gibt an, dass sie sich durch die One-Click-Bewerbung vermehrt bei Unternehmen bewerben würden, was die Sorge vor zu hohen Bewerbungseingängen abschwächen dürfte.

 

Was die mobile Bewerbung mit der Employer Brand macht

Stattdessen dürfte sich das Angebot zu einer mobilen Bewerbung ausdrücklich positiv auf die Employer Brand eines Arbeitgebers auswirken, wie im Jahr 2016 die Bewerbungsstudie von Indeed offenbarte.

 

Dieser zufolge bestehen gravierende Lücken zwischen den Wünschen von Bewerbern und den Erwartungen von Unternehmen. Talente bemängelten vor allem, dass Bewerbungsprozesse zu kompliziert, zeitaufwändig und nicht bewerberfreundlich seien. 42 Prozent der befragten Kandidaten brachen aus diesen Gründen schon einmal einen Bewerbungsprozess ab. Und je mehr sich das herumspricht, umso mehr leidet die Arbeitgebermarke eines Arbeitgebers. Hier wäre die mobile Bewerbung doch das optimale Gegengift: Sie ist einfach, schnell und bewerberfreundlich.

 

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Begeistern Sie die Visionäre für Ihr Unternehmen

Fazit: Unternehmen müssen sich gut überlegen, wie sie Potenzial in ihre heiligen Hallen bekommen. Um im War for Talents mithalten zu können, müssen Arbeitgeber sich den Gewohnheiten der Talente anpassen, die sie erreichen wollen.
Die Zeiten von Stellenanzeigen in der Tageszeitung sind längst vorbei. Bald wohl auch die von umständlich erstellten Bewerbungsmappen mit Anschreiben, Zeugnissen und zig weiteren Dokumenten.  Ein gepflegtes Social Media Profil hat stattdessen das Zeug, die neue Bewerbungsmappe zu sein.

 

Eines ist sicher: Arbeitgeber, die bei der mobilen Bewerbung Vorreiter sind, machen sich einen Namen in Bewerberkreisen. Sie sind es letztlich auch, die die Visionäre in ihr Unternehmen bekommen, weil sie es schaffen, diese durch moderne Formen des Recruiting auf sich aufmerksam zu machen. Und genau darum geht es doch, oder?


 

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