Der Bewerbungsprozess wird zunehmend mobiler: 63 Prozent der Deutschen besitzen ein Smartphone, und die Mehrheit nutzt es inzwischen auch für die Karriereplanung. Kandidaten gehen mit Smartphone und Tablet in den einschlägigen Jobbörsen wie StepStone, Monster, Jobware oder Jobscout24 auf die Suche nach geschalteten Stellenanzeigen oder surfen auf der Karriere-Homepage potenzieller Arbeitgeber nach Jobs. Aber wenn es dann zur eigentlichen Bewerbung kommen soll, ist der Medienbruch unweigerlich programmiert. Immerhin müssen Bewerber das Endgerät wechseln und ihre Unterlagen von Laptop oder PC aus versenden. Ist das noch zeitgemäß? Das fragen sich nicht nur Bewerber, sondern auch Unternehmen. Erste Lösungen zur One Click Bewerbung ganz einfach vom Smartphone aus gibt es schon…

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Muss der Versand von Bewerbungen tatsächlich noch so aufwändig vonstatten gehen? Warum nicht die Bewerbung ganz einfach von unterwegs aus versenden? Stattdessen müssen Bewerber ihr Profil von PC oder Laptop aus in das Online-Formular eines Arbeitgebers eingeben. Und das obwohl längst alle relevanten Informationen zusammengetragen und zum Teilen bereit sind – in den Profilen der gängigen Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. (Bild: Ivan Krug / dollarphotoclub)

 

One Click Bewerbung: Ist das die Zukunft?

Denn eigentlich könnten die Profildaten aus den gängigen Businessnetzwerken ganz einfach per Bewerbungsbutton in einer geschalteten Stellenanzeige an den Recruiter übertragen werden: Fertig wäre die Bewerbung auf einen Click, beziehungsweise One Click Bewerbung. Tatsächlich hat der eine oder andere Arbeitgeber bereits reagiert und die entsprechende Verknüpfung zwischen unternehmenseigener Karriereseite und Businessnetzwerk in seine Stelleninserate integriert. Auf diese Weise kann der Bewerber seine Daten aus dem bestehenden XING- oder LinkedIn-Profil per Smartphone oder Tablet direkt an die Personalabteilung übertragen – zur Not auch aus der fahrenden U-Bahn heraus.

 

Doch noch hat es sich nicht hinreichend durchgesetzt, das Bewerbungsverfahren auf diese Weise mobilfähig zu machen. Dabei hätte genau das  enorme Vorteile – für Unternehmen und Bewerber. Der Bewerber kann bei Interesse sofort reagieren und muss sich nicht erst zuhause an die gesehene Stellenanzeige wieder erinnern und dann zur Tat schreiten. Die Gefahr ist groß, dass das Bewerbungsinteresse bis dahin erloschen ist.
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Im Umkehrschluss würden Unternehmen mit der One Click Bewerbung die Chancen auf eine größere Zahl eingehender Bewerbungen nach der Schaltung ihrer Stellenanzeigen definitiv erhöhen. Dass eine gewisse Geschwindigkeit im Bewerbungsprozess in naher Zukunft von Bedeutung sein wird, pfeiffen schon jetzt sämtliche Recruiting Spatzen von den Dächern. Denn der Fachkräftemangel hat längst branchenübergreifend Spuren hinterlassen. Nur noch wenige Arbeitgeber sind in der luxuriösen Lage, sich ihre Bewerber aussuchen zu können. Häufig ist die umgekehrte Variante die Realität. Und so gilt es, sich als Arbeitgeber so attraktiv wie möglich aufzustellen. Dazu gehört auch, dem Kandidaten den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich zu machen, ganz im Sinne einer guten Candidate Experience.

 

One Click Bewerbung: Gibt StepStone bald den Ton an?

Aber wie gesagt: Noch steckt die Methode der One Click Bewerbung in den Kinderschuhen, wobei jüngst die Jobbörse Stepstone mit einer neuen App Bewegung in den Markt gebracht hat. Dabei verzichtet das Portal jedoch gänzlich auf eine Anbindung an Xing – offenbar, um nicht in die Abhängigkeit anderer Betreiber zu geraten.

 

Und so funktioniert’s: Über die App des Jobportals StepStone können Kandidaten nicht nur bequem passende Jobs finden – sie können sich auch direkt darauf bewerben. StepStone hat mit einem in die Stellenanzeigen integrierten Bewerbungsformular die Voraussetzungen für die mobile Bewerbung geschaffen. Kontaktdaten und Dokumente wie der Lebenslauf eines Bewerbers werden einmalig in dem Bewerbungsformular hinterlegt. Als Anschreiben kann ein vorformulierter Kurztext genutzt werden. Nach einmaliger Anlage kann das Formular für jede Bewerbung per Klick erneut verwendet werden, egal, welches Gerät dabei zum Einsatz kommt.

 

“Smartphones beeinflussen schon heute maßgeblich die Jobsuche”, sagt Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone Deutschland. “Unsere Job App geht auf die Bedürfnisse von Millionen Menschen ein und ermöglicht neben der Jobsuche nun auch die Bewerbung jederzeit und überall. Für Unternehmen bedeutet das einen noch einfacheren und direkten Zugang zu qualifizierten Fachkräften.” Künftig könnten also fünf Minuten für einen Prozess reichen, der früher Stunden in Anspruch genommen hat. Der Bewerbungsprozess der Zukunft ist also ein anderer, als der, den Recruiter heute kennen.

 

One Click Bewerbung: Das Smartphone ist aus der Jobsuche nicht mehr wegzudenken

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Ausführliche Anschreiben, Arbeitszeugnisse oder Arbeitsproben werden künftig im ersten Schritt wohl nicht mehr auf die Reise geschickt. Das Profil muss reichen, um sich einen ersten Eindruck vom Bewerber zu machen. Besteht Interesse, kann der Arbeitgeber den Kandidaten im nächsten Schritt um weitere Informationen bitten. Zugegeben: Die StepStone App ist recht nah dran am Ideal der One Click Bewerbung. Doch der User muss Umwege in Kauf nehmen. Schließlich muss er zunächst seine Daten vollständig eingeben. Das erinnert doch schwer an den umständlichen Eingabe-Prozess eines Bewerbungsformulars. Auch wenn dieser Weg zugegebenermaßen nur einmal gegangen werden muss, und nicht bei jeder Bewerbung erneut. (Bild: arthurhidden / dollarphotoclub)

 

Etwas bequemer macht es den Kandidaten dagegen die Lösung aus dem Hause Textkernel. Der Softwarehersteller wirft beim Thema One Click Bewerbung sein hauseigenes „Apply-with“-Widget ins Rennen. Über selbiges können sich Kandidaten mit einem Klick bewerben. Das Widget kann von Unternehmen sowohl auf allen Websites als auch in die mobilen Lösungen ihrer Webseiten in Stellenanzeigen integriert werden. Komfortabel: Kandidaten haben die Wahl. Sie können sowohl ihren Lebenslauf von lokalen Ordnern als auch via Cloud Services wie Dropbox oder Google Drive hochladen oder sich bequem mit ihrem Profil auf XING oder LinkedIn bewerben.

 

Experten sind sich einig, dass sich die entsprechenden Entwicklungen schneller vollziehen könnten, als sich Unternehmen aktuell bewusst machen. Das legt jedenfalls die Studie Recruiting Trends der Universitäten Frankfurt und Bamberg nahe. Die hierfür befragten Top-1000-Firmen aus Deutschland gehen davon aus, dass die Kurzprofile aus Karrierenetzwerken als Bestandteile einer Bewerbung zukünftig an Bedeutung gewinnen.
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One Click Bewerbung: Bessere Chancen für erfahrene Bewerber

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Bis dahin müssen sich aber nicht nur Arbeitgeber umstellen, sondern auch die Bewerber. Letzte haben die Aufgabe, ihre Profile auf Xing, LinkdedIn und Co. stets aktuell zu halten. Schließlich soll sich der Arbeitgeber ein möglichst umfassendes und aktuelles Bild von dem Bewerber machen können. Hier muss sich allerdings noch einiges tun – so die einschlägige Personaler-Meinung. Denn noch sind die Profile oft einfach nicht aufschlussreich genug und enthalten zu wenige Informationen. (Bild: L.S / dollarphotoclub)

 

Doch, dass die Vorteile der One Click Bewerbung überwiegen, steht außer Frage. Für die One Click Bewerbung spricht zum Beispiel auch, dass sich die Chancen von Bewerbern, die mehrere Jahre Berufserfahrung auf dem Buckel haben, nachweislich verbessern. Meistens sehen die standardisierten Eingabemasken der gängigen Bewerber-Management-Systeme nicht mehr als zehn Jahre Berufserfahrung vor. Wer mehr vorweisen kann, trickst entweder oder lässt Stationen seiner Karriere aus. Bei der One Click Bewerbung sieht das völlig anders aus, da die Profile in Karrierenetzwerken einen vergleichsweise hohen Grad an Individualisierung zulassen und das Anhängen von Dokumenten wie CV, Referenzen, Arbeitsproben und dergleichen machbar ist. Willkommen im Recruiting der Zukunft. (Bilder: Dollarphotoclub)


 

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