facebook recruiting

Es ist noch nicht allzu lange her, da ernteten Personaler nur ein müdes Lächeln von ihren Vorgesetzten, wenn sie Talente über Facebook rekrutieren wollten: Das Fun-Netzwerk Facebook als seriöser Recruiting-Kanal? Undenkbar! Das ist Schnee von gestern. Inzwischen ist “Facebook Recruiting” in der HR-Welt angekommen. Was dabei zu beachten ist und welche Möglichkeiten das soziale Netzwerk Talentsuchern bietet.

 

Facebook Recruiting: Warum es an Bedeutung gewinnt

Bei der Talentsuche müssen Personaler heute dorthin gehen, wo sich die besten Kandidaten aufhalten. Mit Ständen bei Karrieremessen, der Schaltung von Stellenanzeigen auf Online-Jobportalen wie StepStone, Monster, Jobware und Co. machen Arbeitgeber per se nichts verkehrt, um auf ihre freien Stellen aufmerksam zu machen.

 

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Nur: Diese Recruiting-Methoden allein reichen nicht mehr aus. Für Unternehmen gewinnt daher das Social Recruiting, das ist die Personalbeschaffung über die sozialen Medien, zunehmend an Bedeutung.

 

Gerade Digital Natives, das sind die jungen Leute, die mit dem Internet aufgewachsen sind, können in den sozialen Netzwerken perfekt abgeholt werden. Denn hier verbringen sie täglich einen großen Teil ihrer Zeit. Und auf diesen Nachwuchs sind Arbeitgeber in Zeiten des demografischen Wandels und des War for Talents mehr denn je angewiesen.

 

Social Recruiting – einer der Top-Trends in der Personalbeschaffung

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Wie die Studie Recruiting Trends der Universität Bamberg in Kooperation mit dem Karriereportal Monster zeigt, haben Arbeitgeber darauf auch schon reagiert: “Unter den Top-1.000- Unternehmen glauben zwei Drittel, dass es notwendig ist, verstärkt in Social Media präsent zu sein, um Kandidaten aus der Generation Y (Jahrgänge 1981-1998) rekrutieren zu können”, heißt es dort. Bei der Gegenseite ist die Resonanz darauf sehr positiv: “In dieser Generation finden es 72,9 Prozent gut, wenn Unternehmen Social-Media-Anwendungen (in der Personalbeschaffung) einsetzen.” (Grafik: Recruitng Trends 2017)

 

Wichtig für eine erfolgreiche Recruiting-Strategie auf den sozialen Kanälen sind jedoch ein klar definiertes Anforderungsprofil und eine klar definierte Zielgruppe. Nur wenn ein Arbeitgeber weiß, wen er sucht und wo sich derjenige im Netz aufhält, kann er die richten Kanäle für die Kampagne auswählen. Die Erfahrung hat zum Beispiel gezeigt, dass sich etwa Mediziner nicht unbedingt bei Xing tummeln, auf Facebook dagegen schon.

 

Noch haben insbesondere die Businessplattformen Xing und LinkedIn beim Social Recruiting zwar die Nase vorn. Aber insbesondere das soziale Netzwerk Facebook sollte im Recruiting nicht unterschätzt werden. Es hat in den vergangenen Jahren eine regelrechte Aufholjagd gestartet.

 

Facebook Recruiting: Zahlen, Daten, Fakten

Wenn es um das Posten von Imagewerbung und Employer Branding-Maßnahmen geht, liegt es mit 25,3 Prozent sogar an erster und bei der aktiven Suche nach Kandidaten (Active Sourcing) an dritter Stelle. Facebook Recruiting mausert sich also zu einem ernstzunehmenden Thema. Weniger relevant erscheint hingegen das Recruiting über Twitter oder Instagram. Auch diese Erkenntnisse sind in der Studie Recruiting Trends 2017 nachzulesen.

 

Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin ist Facebook mit 2.1 Milliarden Nutzern mit Google und YouTube eine der drei meist besuchten Websites in Deutschland und ermöglicht damit eine fast uneingeschränkte Zielgruppenansprache. Fast jeder, Bekannte, Freunde, Familie oder Kollegen, haben ein Profil auf der Plattform. Vor allem stellen Nutzer im Studenten- und Absolventenalter die größte demografische Nutzergruppe dar. Muss man noch mehr sagen?

 

Welche Möglichkeiten Facebook für ein optimales Recruiting bietet 

Dass Facebook inzwischen Eingang in so manche Recruiting Strategie gefunden hat, liegt aber auch daran, dass der Konzern selbst reagiert hat und Unternehmen eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen. Eine immer größere Zahl an Unternehmen betreibt zum Beispiel professionelle Seiten oder auch Gruppen auf Facebook, wo offene Stellen gepostet werden.

 

Unternehmensseiten und Gruppen haben aber auch ihre Pferdefüße. Wer beispielsweise nur ein paar Fans hat, wird es schwer haben, geeignete Kandidaten zu erreichen. Denn der Facebook-Algorithmus will es so, dass nie alle Fans einer Seite zu sehen bekommen, was der Seiteninhaber veröffentlicht. Und nur, wenn ein Fan mit einer Seite regelmäßig interagiert, wird ihm auch in Zukunft weiterer Content der Seite angezeigt.

 

Follower, die dagegen nicht regelmäßig auf eine gepostete Vakanz eines Unternehmens mit einem “Like“ reagieren, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Stellenanzeige gar nicht mehr zu sehen. Wer auf seiner Fanseite oder in einer Gruppe also ausschließlich  Stellenanzeigen postet, sollte sich keine allzu großen Hoffnungen machen, Talente zu begeistern. Das ist viel zu werblich und nicht interaktiv genug! Das geht an der eigentlichen Intention von Facebook vorbei.

 

Um auf einer Fanseite oder einer Gruppe Erfolg zu haben, bedarf es mehr Einblicken ins Unternehmen. Das gelingt etwa über abwechslungsreiche Beiträge aus dem Mitarbeiter-Blog, Videos und Bildern aus dem Unternehmen, Recruiting-Videos, Wettbewerben und, und, und. Aktionen wie diese sind Like-Garanten. Die pure Stellenanzeige hingegen nicht. Nur, wenn ein Arbeitgeber auf Facebook seine ganz eigene Geschichte erzählt und auch in einer angemessenen Zeit auf eingehende Kommentare reagiert, hat er die Chance auf eine hohe Interaktionsrate und eine gute Sichtbarkeit bei Talenten. Stichwort: Storytelling. Ansonsten strafen ihn Fans und Facebook mit Nichtachtung: Denn hier ist schnell klar, dass ein Betrieb nur schnell seine Vakanzen unters Volk bringen will, ihm aber nicht an einem echten Austausch mit potenziellen neuen Kollegen gelegen ist.

 

Social Job Ad: Funktionsweise, Vorgehen, Hintergründe

Zu viel Aufwand? Es gibt auf Facebook auch noch eine Alternative zum Posting auf der eigenen Fan-Seite, die allerdings kostenpflichtig ist: die Social Job Ad. Social Job Ads werden einer genau definierten Zielgruppe in deren Timeline auffällig angezeigt.

 

Dahinter steckt ein so genannter Targeting-Algorithmus: Eine Social Job Ad bekommen nur Nutzer in ihrer Timeline zu sehen, deren Profil exakt zu den definierten Kriterien passt. Zum Beispiel in Bezug auf Geschlecht, Alter, Ort, Umkreis, Berufserfahrung und Interessen.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Das Besondere: Auf diese Weise werden nicht nur aktive Stellensuchende angesprochen, die dem Unternehmen in der Gruppe oder über die Fanseite bereits aktiv folgen, sondern auch die latent Suchenden, die einem Arbeitgeber aktuell noch nicht folgen und sich auch nicht zwingend nach einem neuen Job umsehen.

 

Social Job Ad: Latent suchende Kandidaten ansprechen

Dieser Reichweiteneffekt ist das eigentlich Spannende an der Social Job Ad: Latent Suchende würden aus eigenem Antrieb keine Stellenanzeigen lesen. Erscheinen diese aber automatisch in ihrer Timeline, ist es ein Leichtes, sie von einer Vakanz zu überzeugen, wenn alles passt. Denn diese spezielle Zielgruppe ist durchaus bereit zu wechseln, wenn sie von einem interessanten Angebot Wind bekommt. Genau diese Menschen können Arbeitgeber über ein ausgeklügeltes Facebook Recruiting erreichen

 

Mit einem Klick auf die Social Job Ad gelangen potenzielle Kandidaten direkt zu einer ausgeschriebenen Stellenanzeige und können sich darüber gleich auf die Vakanz bewerben. Damit auch wirklich kein Talent durch die Lappen geht, wird die Social Job Ad automatisch mobil optimiert und auch in den Apps der Social Networks ausgespielt. So ist es für Unternehmen ein Kinderspiel, Facebook-Nutzer nicht nur zu neuen Followern zu machen, sondern auch zu ihren neuen Mitarbeitern. Die Zeit ist also reif für Facebook Recruiting.

 


 

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