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Exit aus dem Shutdown: Unternehmen bereiten Rückkehr vor

Veröffentlicht am 21. April 2020

exit
“Wie lange geht es noch so weiter?” Diese Frage beschäftigt Unternehmen aktuell mehr als alles andere. Zwar hält die Bundesregierung weiterhin an den Kontaktverboten im privaten Bereich fest, doch in der Wirtschaft rührt sich etwas. Hier bereiten sich viele Unternehmen auf den Exit nach dem Shutdown vor. 

 

Exit: Mehrheit findet Rückkehr in den Job ab Mai notwendig und unbedenklich

Verschiedene Autobauer haben bereits angekündigt, dass sie ihren Betrieb wieder hochfahren, nachdem nun wochenlang die Bänder stillstanden. Sie sind nicht die einzigen Arbeitgeber, die sich in Aufbruchsstimmung befinden, wie eine Umfrage der Online-Jobplattform StepStone* unter rund 11.400 Teilnehmern belegt. Dieser zufolge sehen vier von fünf Befragten die Zeit gekommen, wieder zum Arbeitsalltag zurückzukehren. Deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügen demnach bereits über einen Plan zum Wiederhochfahren ihres Geschäfts. „Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind sich überraschend einig: Sie sind motiviert und bereit, die Rückkehr in den Arbeitsalltag zu organisieren“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone. „Die Stimmung der Fach- und Führungskräfte kann man als verantwortungsvoll optimistisch bezeichnen. Das merken wir etwa an den Anstrengungen der Unternehmen in Sachen Gesundheitsschutz und an dem Wunsch der Mitarbeiter, weiterhin vom Home-Office aus arbeiten zu können.“
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Für viele Unternehmen ist die Zeit für den Exit also mehr als reif. Sie sind startklar. Laut der Erhebung von StepStone finden es etwa 79 Prozent der Führungskräfte richtig, ab Mai wieder den Betrieb aufzunehmen. Auch die Mitarbeiter freuen sich auf eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität. 82 Prozent freuen sich, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Für die Mitarbeiter als auch die Arbeitgeber dürfte das Drängen auf einen absehbaren Exit aber auch mit wirtschaftlichen Ängsten Zusammenhängen. 38 Prozent der Angestellten fürchten um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. Mehr als 35 Prozent plagen bereits finanzielle Probleme.
Allerdings dürft die Rückkehr zur Normalität eine Weile in Anspruch nehmen. Zwei Drittel der Unternehmen prognostizieren, dass es bis zu sechs Monate dauern könnte, um wieder auf die Umsätze zu kommen, die vor dem wirtschaftlichen Einbruch durch das Corona-Virus Standard waren.

 

Exit: Risiken sind Unternehmen durchaus bewusst

Gleichzeitig sind sich Führungskräfte  bewusst, dass ein Exit aus dem Shutdown nur zu rechtfertigen ist, wenn in den Betrieben spezielle Hygieneregeln befolgt werden, die zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter beitragen. Das kann das Aufstellen von Desinfektionsmitteln beinhalten, in der Fertigung könnte derweil ein Spuckschutz aus Plexiglas zwischen Arbeitern aufgestellt werden, deren Arbeitsbereiche nicht weit genug voneinander entfernt sind, um eine Tröpfcheninfektion zu verhindern. Gleichzeitig dürfte das Tragen von Masken dazu beitragen, dass Infektionsketten zuverlässig durchbrochen werden.
Allerdings möchten Betriebe bei der Etablierung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen die Hilfe der Bundesregierung erhalten: Drei von vier Führungskräften fordern umfassende Aufklärung zu Hygieneverhaltensregeln, die Bereitstellung von Antikörpertests und Atemschutzmasken sowie die Wiederöffnung von Kindertagesstätten und Schulen.

 

Großteil der Unternehmen verfügt über Back-to-Business-Konzept

Das heißt aber nicht, dass Betriebe schlecht auf den Exit vorbereitet wären: 56 Prozent der Arbeitgeber verfügen laut der Erhebung von StepStone bereits über einen weit fortgeschrittenen oder sogar finalen Plan zum Wiederhochfahren des Betriebs. Lediglich ein Viertel hat noch keinen vorliegen.
Bedeutet konkret: 43 Prozent der Unternehmen planen in diesem Zusammenhang eine stufenweise Rückkehr in den normalen Arbeitsbetrieb innerhalb der nächsten Wochen, 38 Prozent planen hingegen eine sofortige Rückkehr. 40 Prozent der Mitarbeiter befürworten eine stufenweise Rückkehr, rund ein Viertel möchte sofort zurückkehren.
Weiterhin heißt es in der Umfrage: “Die Unternehmen planen konkrete Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter: Der Großteil gibt an, Hygieneregeln zu gewährleisten und zu kommunizieren (82 Prozent), Desinfektionsmittel bereitzustellen (79 Prozent), Home-Office zu ermöglichen oder zu verlängern (69 Prozent) und die Abstände zwischen den Beschäftigten zu vergrößern (60 Prozent).”

 

Mitarbeiter vertrauen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit

Die meisten Mitarbeiter erachten diese Vorsorgemaßnahmen auch als ausreichend. Sorge um die eigene Gesundheit hat nur gut jeder fünfte Arbeitnehmer beim Wiedereinstieg in den Job. 79 Prozent vertrauen ihrem Arbeitgeber, dass dieser den bestmöglichen Gesundheitsschutz gewährleistet. Über 80 Prozent der Unternehmen sind außerdem optimistisch, den Schutz der Mitarbeiter zuverlässig sicherstellen zu können. 53 Prozent verfügen bereits über ein Gesundheitskonzept.
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Selbstredend blicken manche Unternehmen auch in die Zukunft: Welche Erfahrungen kann man aus der Pandemie ableiten? Wie können Ausfälle und Betriebsschließungen künftig verhindert werden? Ernsthafte Investitionen tätigen wollen viele Arbeitgeber aber nicht. Trotz der aktuellen Erfahrungen mit einer Krisensituation planen nur 5 Prozent der Unternehmen in ihre Krisenfestigkeit zu investieren.
Für 38 Prozent ist das zwar theoretisch ein wichtiges To Do, praktisch ziehen jedoch fast 60 Prozent keine Konsequenzen aus der Pandemie. Hier sind die Mitarbeiter ausnahmsweise anderer Meinung als ihre Arbeitgeber: 74 Prozent halten es für angebracht, dass Unternehmen sich besser für Krisen wappnen sollten. Hier ist Vorsicht geboten. Gut möglich, dass ein mangelndes Krisenbewusstsein von Arbeitgebern das Vertrauen  bröckeln lässt und die Wechselbereitschaft einiger Arbeitnehmer steigt.
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*Die Online-Jobplattform StepStone hat parallel zur Beratung von Bund und Ländern am 15. April 2020 und dem 16. April ca. 11.400 Arbeitnehmer nach ihrer Meinung gefragt: Wann sollten die Unternehmen die Arbeit wieder wie gewohnt aufnehmen? Und wie sollte dies geschehen? Die Studie bietet einen exklusiven Einblick in den Status quo der Unternehmen und ihrer Vorbereitungen für den Weg aus der Ausnahmesituation sowie zum aktuellen Meinungsbild von Fach- und Führungskräften. An der Befragung haben etwa 2.000 Führungskräfte teilgenommen.

 


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