Wer eine Stellenanzeige formulieren möchte, sollte das so tun, dass sie über Google und die Suchergebnislisten der Jobbörsen so leicht wie möglich gefunden wird. Dabei spielt der richtige Jobtitel in einer Stellenanzeige eine erhebliche Rolle. Worauf es ankommt.

 

Die Bedeutung des Jobtitels: Leider häufig unterschätzt

Es gibt über 1.500 Jobbörsen allein in Deutschland. Die größten von ihnen „beherbergen“ zwischen 50.000 und 60.000 Stellenanzeigen. Der Bewerber steht damit einer unüberschaubaren Masse an Jobinseraten gegenüber. Wie können Unternehmen aus dieser Masse hervorstechen?

 

Grundregel eins: Mit der Kreativität bei Jobtiteln haushalten

Allerdings werden Umfragen und Erhebungen zufolge satte 30 Prozent der Stellenanzeigen erst gar nicht von Kandidaten gefunden, weil diese nicht nach den Jobtiteln, die in den Stellenanzeigen aufgeführt werden, suchen.

Ganz einfach: Sie müssen genau wissen, nach welchem Jobtitel der Kandidat sucht und diesen in ihrer Stellenanzeige unterbringen. Umso höher ist die Chance, dass der Kandidat die Vakanz findet.
Unternehmen unterläuft nämlich ein gravierender Denkfehler: Sie versuchen durch besonders kreative Jobtitel aus der Masse hervorzustechen. Sind diese allerdings so kreativ, dass niemand von sich aus danach sucht, vergeben sie sich damit wichtige Chancen.

 

Die Vakanzen tauchen erheblich seltener in den Suchergebnislisten von Jobportalen oder Google auf und erzielen eine erheblich geringere Reichweite als andere. Kreativität in einer Stellenanzeige ist also schön und gut. Bei der Formulierung eines Jobtitels hat sie jedoch nichts verloren.

 

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Grundregel zwei: Jobtitel so auwählen, dass der Kandidat eine Chance hat, ihn zu finden

Neben kreativen Phantasie-Jobtiteln á la “Content King” statt “Content Manager” gibt es aber noch einen weiteren Grund, warum die gewünschte Zielgruppe unter Umständen nicht erfährt, dass es eine für sie relevante Vakanz gibt: Leider haben sich verstärkt englische Berufsbezeichnungen in Stellenanzeigen durchgesetzt.

 

In manchen Fällen handelt es sich dabei um geläufige Jobtitel wie “Chief Executive Manager” – der CEO oder Geschäftsführer. Diesen Jobtitel kennt jeder. Anders sieht es dagegen aus mit Jobtiteln, die zwar für Firmeninsider aussagekräftig sind, für Externe aber völlig nichtssagend.

 

Es ist zwar nachvollziehbar, dass gerade Unternehmen, die weltweit tätig sind, eine einheitliche und länderübergreifend funktionierende Nomenklatur ihrer Jobtitel bevorzugen. Allerdings kommt dabei manches heraus, was Talente ratlos zurücklässt, wenn sie ohne dieses Hintergrundwissen auf die entsprechende Stellenanzeige stoßen.

 

Stellenanzeigen schreiben

 

Gut möglich, dass der gesuchte “Online Marketing Manager” letztlich im Unternehmensalltag den Titel “Marketing Expert B2B Business Funnel Administration Teer One DACH” tragen wird. Für die Stellenanzeige spielt das aber erstmal keine Rolle. Titel, die ausschließlich im eigenen Unternehmen verwendet werden, haben in der Online-Stellenzeige nichts verloren. Hier sollten Firmen auf gängige Jobbezeichnungen setzen.

 

 

Grundregel drei: Besser deutsche als englische oder amerikanische Jobtitel nutzen

Eine andere Grundregel für einen zugkräftigen Jobtitel geht sogar noch einen Schritt weiter: Am besten sollten Unternehmen in ihren Stellenanzeigen lieber deutsche als englische oder amerikanische Jobtitel nutzen. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit noch einmal, dass sich Talente auch wirklich etwas unter der Jobbezeichnung vorstellen können.

 

Ein “Front Office Manager im Bereich Operations” klingt zwar nett, ist und bleibt aber ein “Empfangschef”. Und statt nach einem “Field Operator” sollten Arbeitgeber nach dem “Außendienstmitarbeiter” suchen.

 

Grundregel vier: Die Funktion zur Sprache bringen

Wichtig bei der Formulierung eines Jobtitels ist außerdem, dass die Funktion der Vakanz klar in dem Jobtitel zur Sprache kommt. Das Talent, das eine Stellenanzeige liest, sollte zum Beispiel auf den ersten Blick ersehen können, um welche Hierarchiestufe es sich bei der Vakanz handelt. Ist es eine Stelle, für die man Berufserfahrung braucht oder ein Einstiegsjob? Dies lässt sich im Jobtitel mit dem Zusatz “Junior” oder “Senior” signalisieren.

 

Bedeutet das in der Konsequenz, dass ausgeschriebene Stellenanzeigen staubtrocken und langweilig daherkommen sollten? Auf keinen Fall! In Sachen Kreativität können und sollen sich Arbeitgeber in der Stellenanzeige weiterhin austoben – junge Talente lieben zum Beispiel gut strukturierte Anzeigen mit Videos, Bildern, Grafiken und allem drum und dran.

 

Nur, was die eine Zeile angeht, in der der Jobtitel steht, ist angeraten, Zurückzuhaltung zu wahren. Und wenn man doch noch den kreativen Jobtitel in dem Inserat unterbringen will, der einem zu der Stelle eingefallen ist – ist auch das kein Problem: Warum nicht in der Headline die klassische Stellenbezeichnung wählen und das kreative Synonym im Fließtext einführen? Dann weiß der Kandidat auch ganz sicher, dass der Arbeitgeber ihn meint.

 

Grundregel fünf: Nichts dem Zufall überlassen

Manchen Arbeitgeber plagt aber eine ganz andere Sorge. Für manche Berufe gibt es mehrere Jobtitel. Schlosser oder Industriemechaniker sprechen die gleiche Zielgruppe an. Aber welcher Jobtitel eignet sich besser für eine Stellenanzeige?

 

Das lässt sich herausfinden. Arbeitgeber können sich durch eine einfache Stichwortsuche auf Google informieren, welche Jobbezeichnung die gängigere ist. Es gibt auch spezielle Keywordtools, die genau anzeigen, mit welchen Jobtiteln Arbeitgeber die meisten Personen erreichen. Viele davon sind kostenlos.

 

Und noch ein Punkt ist wichtig für die Auffindbarkeit einer Stellenanzeige: Ein aussagekräftiger Titel sollte nicht mehr als 70 Zeichen inklusive Leerzeichen besitzen, um in den gängigen Suchmaschinen gelistet zu werden. Dann klappt’s auch ganz schnell mit dem neuen Talent. Versprochen!