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Neurorecruiting: Definition, Methoden & Anwendungsbeispiele

Haben Sie schon einmal von Neurorecruiting gehört? Das ist ein Trend, den sich Personalsuchende von ihren Kolleg:innen aus dem Marketing abgeschaut haben. Was dahinter steckt und welche Vorteile Neurorecruiting für eine moderne Personalbeschaffungsstrategie bietet? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

 

 

Wie ist die Idee des Neuromarketings entstanden?

Um nachvollziehen zu können, wie Neurorecruiting funktioniert, ist es zunächst sinnvoll, sich mit den Grundlagen des Neuromarketings auseinanderzusetzen. Fangen wir dazu ganz vorne an: Wie ist die Idee des Neuromarketings entstanden?

 

Jeder kennt diesen Rausch, der sich nach dem Kauf eines tollen Produkts im Körper einstellt. Zurückzuführen ist dieser auf die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin, der uns in einen geradezu euphorischen Zustand versetzt. Dieser übt eine gewisse Sogwirkung auf uns aus. Wir wollen ihn immer und immer wieder erleben.

 

Geburtsstunde des Neuromarketings

Mini-Einkaufswagen gefüllt mit Paketen vor einem Laptop

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In einer Studie fanden Forscher vor ein paar Jahren heraus, dass der Dopaminrausch nicht erst beim Kauf eines Produkts entsteht, sondern auch schon dann, wenn wir nur Bilder von einem begehrten Produkt betrachten oder spannende Texte darüber lesen. Diese Erkenntnis war die Geburtsstunde des Neuromarketings. Es zielt darauf ab, Produkte in Werbekampagnen so in Szene zu setzen, dass diese bei potenziellen Kunden immer wieder Dopamin-Kicks auslösen.

 

Das nährt kontinuierlich den Wunsch, das Objekt der Begierde zu kaufen. Dieser wird von Mal zu Mal stärker und irgendwann erliegt man ihm – das kennt jeder von uns! Besonders gut funktioniert dieses Werbeprinzip, wenn die gesehenen Bilder oder Messages unsere Emotionen ansprechen und zum Beispiel Spaß oder Freude in uns auslösen.

 

Warum die Methoden des Neuromarketing auch für das Recruiting relevant sind

Dieser Marketingtrend wird zunehmend auch im Recruiting aufgegriffen – aus Neuromarketing wird Neurorecruiting. Denn letztlich geht es auch im Recruiting um das Verkaufen. Zwar nicht um das Verkaufen von Produkten, aber von Jobs. Und die Erfahrung zeigt: Ähnlich wie Konsumenten und Konsumentinnen sind auch Talente umso aufgeschlossener für Recruiting-Botschaften, wenn diese ähnlich wie Werbebotschaften in Szene gesetzt werden. Offensichtlich lassen sich so auch im Recruiting Dopamin-Kicks auslösen.

 

Definition: Was ist Neurorecruiting?

Neurorecruiting ist eine Disziplin, die aus dem Neuromarketing abgeleitet wurde. Vereinfacht ausgedrückt, beschäftigt sich das Neuromarketing mit der Frage, wie bei Konsumenten durch gezielte Werbemaßnahmen Kaufanreize ausgelöst werden können. „Gesucht wird also nach dem magischen ‚Kauf-Button‘“, wie es Neuromarketing-Experte Dr. Hans-Georg Häusel formuliert. Analog dazu beschäftigt sich das Neurorecruiting mit der Frage, welche Personalmarketingmaßnahmen zuverlässig dazu führen, dass Kandidaten zwar nicht den Kauf-, aber den Bewerben-Button drücken.

 

Um Botschaften so ansprechend wie möglich zu verpacken, haben sich im Neuromarketing und im Neurorecruiting verschiedene Techniken bewährt, die inzwischen immer öfter eingesetzt werden. Eine möchten wir Ihnen gerne in den folgenden Abschnitten vorstellen: Storytelling.

Wie funktioniert Neurorecruiting? Beispiel: Storytelling

Storytelling heißt zu deutsch nichts anderes als „Geschichten erzählen“. Dahinter steckt ein sehr einfaches Prinzip: Unser Gehirn kann sich sachliche Texte nicht nur schlechter merken als Geschichten. Es reagiert auch nüchterner darauf – meist bleiben bloße Fakten nicht lange im Gedächtnis. Im Gegensatz zu Geschichten. Denn diese erzeugen Emotionen.

 

 

Und unser Gehirn hat bereits in der Steinzeit gelernt: Alles, was bei uns Angst, Freude oder Spaß auslöst, ist wichtig und wird deshalb gespeichert. Früher haben starke Gefühle im Zweifel das Überleben gesichert. Hätten unsere Vorfahren keine Angst vor Mammuts oder Säbelzahntigern gehabt – wahrscheinlich gäbe es uns heute nicht.

 

Geschichten besitzen aufgrund ihrer emotionalen Komponente also eine besondere Wirkung, die Sie auch gezielt im Recruiting einsetzen können. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie nun in Ihren Stellenanzeigen oder auf Ihrer Karriereseite seitenweise Geschichten erzählen sollen. Die Stories, die wir meinen, müssen nicht lang sein. Manchmal reichen bereits ein paar Zeilen, um Emotionen bei Kandidatinnen und Kandidaten zu wecken. Wichtig ist nur, dass Ihre Geschichten emotionale Bilder im Kopf entstehen lassen.

 

Erzählen Sie doch zum Beispiel in Ihrer Stellenanzeige in drei Sätzen von den außergewöhnlichen Teambuilding-Maßnahmen, die in Ihren Unternehmen zum festen Repertoire gehören. Schildern Sie das letzte gemeinsame Rafting-Erlebnis auf einem reißenden Strom und wie happy sich danach alle in den Armen gelegen haben. Sehen Sie? Es funktioniert. Oder haben sie jetzt keine Bilder von einem durchnässten, aber glücklichen Team vor Augen?

 

Neurorecruiting: Beispiele aus der Praxis

Team klatscht sich in die Hände

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Bei dieser Vorstellung huscht nicht nur Ihnen automatisch ein Lächeln über die Lippen, auch Bewerbende fühlen sich von solchen Stories  stark angesprochen. Der Effekt: Sie vergessen Ihr Unternehmen nicht mehr so schnell, weil bereits diese kleine Geschichte starke Bilder in ihrem Kopf verankert hat. Genau das ist das Geheimnis des Storytellings.

 

Wenn Sie im Recruiting nicht nur Ihr Teambuilding, sondern auch all die anderen Punkte, die Ihr Unternehmen besonders machen, derart authentisch, nahbar und attraktiv in kleinen Stories präsentieren, werden Sie schnell mit tollen Bewerbungen belohnt, weil Sie Talente vom Fleck weg begeistern und emotional an sich binden. Sprechen Sie genauso auch über Ihre Betriebskultur, Ihre Work Life Balance Maßnahmen und Ihre Karrieremodelle und packen Sie alles in kleine ansprechende Geschichten. Sie werden sehen: Es gibt so viele spannende Stories über Ihr Unternehmen. Sie müssen sie nur authentisch erzählen.

 

Erzählen Sie Ihre Stories nicht nur in Textform

Wenn wir Ihnen abschließend noch einen einen kleinen Tipp geben dürfen: Erzählen Sie Ihre Stories nicht nur in Textform. Ein weiteres Mittel, um Ihre Kandidat:innen emotional anzusprechen und Geschichten erlebbar zu machen, sind Bilder von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Sie am besten schon in den Header Ihrer Stellenanzeige oder Ihrer Karriereseite einbetten.

 

Halten die Bilder emotionale Momente fest, in denen Ihre Mitarbeitenden zum Beispiel herzlich miteinander lachen, erzeugt das beim Betrachter automatisch ein Gefühl der Wärme. So kreieren Sie direkt einen Eyecatcher für Kandidaten, die – wir je bereits wissen – auch durch Fotos sehr emotional angesprochen werden können. Ziel erreicht: Das Gehirn schüttet Dopamin und die Lust, sich bei Ihrem Unternehmen zu bewerben steigt.

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