Eigentlich ist die Reihenfolge klar: Erst kommt die geschaltete Stellenanzeige, dann der Recruitingprozess und dann, ja dann sollte alles darangesetzt werden, den neuen Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Ansonsten geht das ganze Recruiting-Procedere schneller wieder von vorn los, als der zuständige Personalmanager bis drei gezählt hat. Wir geben Tipps für die perfekte Mitarbeiterbindung.

 

Was ist Mitarbeiterbindung? Eine Definition.

Eine gute Mitarbeiterbindung meint eine besonders enge und belastbare Beziehung zwischen einem Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber. Je intensiver die Mitarbeiterbindung ist, desto eher sind Arbeitnehmer immun gegen negative Einflüsse von innen und außen. Bedeutet: Gebundene Mitarbeiter sind loyaler gegenüber ihrem Arbeitgeber als andere und weisen eine geringere Wechselwilligkeit auf. Mitarbeiterbindung wirkt sich ebenso positiv auf Motivation, Engagement, Performance der Mitarbeiter und die Attraktivität des Arbeitgebers aus.

 

Warum ist Mitarbeiterbindung so wichtig? Ganz einfach:

  • Gut ausgebildete Fachkräfte werden in Deutschland immer mehr zur Mangelware.
  • Das Basler Forschungsinstitut hat bereits vor einigen Jahren  Zahlen veröffentlicht, die zu denken geben.
  • Bis 2030 könnten in Deutschland drei Millionen Fachkräfte fehlen. Für das Jahr 2040 errechneten die Forscher einen Mangel von 3,3 Millionen Arbeitnehmern.

 

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Überalterung der Gesellschaft macht Mitarbeiterbindung zum absoluten Muss

Der Grund: Die Gesellschaft wird älter und älter und bis zum Jahr 2040 wird die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter um rund ein Zehntel sinken, weil die geburtenstarken Jahrgänge wie die Babyboomer nach und nach aus der Arbeitswelt scheiden und sich in die Rente verabschieden. Somit werden Fachkräfte über alle Branchen hinweg knapp.

Umso wichtiger ist es für Unternehmen, heute schon an morgen zu denken. Wer die Existenz seines Unternehmens sichern möchte, sollte sich zwangsläufig Gedanken über die langfristige Bindung seiner Angestellten an seine Organisation machen. Ansonsten ist die Gefahr groß, irgendwann ohne Fachkräfte dazustehen.

 

Maßnahmen für die Mitarbeiterbindung – Vorsicht Fettnäpfe in der Personalführung

Nur: Wie gelingt es Unternehmen, Mitarbeiter zu binden? Sie fragen sich das auch? Dann stehen Sie nicht allein da. Auf diese Frage haben viele Arbeitgeber ganz offensichtlich noch nicht die richtigen Antworten gefunden. Jedenfalls belegen Studien immer wieder, dass Unternehmen in Sachen Mitarbeiterbindung häufig in Fettnäpfe treten. Gerade bei der Personalführung. Wir haben einmal ein paar der absoluten No-Go‘s aufgelistet, die Sie im Umgang mit Ihren Arbeitnehmern unbedingt umschiffen sollten. Ansonsten ist der Absprung programmiert.

 

Miese Personalführung – nicht gut für die Mitarbeiterbindung

In Zeiten, in denen sich die Arbeit infolge der Digitalisierung zunehmend verdichtet und der Druck in allen Branchen steigt, steigt auch der Wert einer guten Führung, die zum Beispiel im Blick behält, dass eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit das A und O ist. Ansonsten brennen die Leute entweder aus, oder ziehen die Reißleine.

 

Schweigen, bis der Arzt kommt, löst keine Probleme

Häufig unterschätzen Manager außerdem die Macht kleiner Gesten. Ein paar lobende Worte zwischendurch, das Lächeln zur Begrüßung, der kurze Small-Talk in der Kaffeeküche statt stumm nebeneinander zu stehen und dem Kaffee zuzusehen, wie er in die Becher tröpfelt – all das tut nicht weh, hat aber eine große Wirkung. Die Mitarbeiter fühlen sich als Mensch wahrgenommen, nicht nur als Arbeitsmaschine. Das motiviert ungemein, ist so einfach umsetzbar, wird aber im hektischen Berufsalltag selten gemacht. Schade! Und so ganz und gar nicht gut für die Mitarbeiterbindung.

 

Versprechen brechen rächt sich

Ein ebenfalls häufiger Fehler in der Personalführung: Der Grat zwischen Versprechungen und Lügen ist oftmals schmal. Werden Mitarbeiter zum Beispiel bei bestimmten Themen immer wieder vertröstet, rächt sich das irgendwann. Egal, worum es geht. Seien es bessere Mittel und Tools, um die Arbeit effizienter erledigen zu können, Meetings, die immer wieder verschoben werden oder die lang zugesagte Beförderung oder die Gehaltserhöhung, die weiter auf sich warten lässt.

 

Ganz wichtig: Ist ein Versprechen nicht zu halten, wie es zugesagt wurde, macht eine Verzögerungstaktik des Chefs das Dilemma nur noch schlimmer. Anfangs mag sich der betreffende Mitarbeiter ja noch mit tröstenden Worten zufriedengeben, irgendwann fühlt er sich aber nur noch verschaukelt und zweifelt an der Glaubwürdigkeit des Chefs. So binden Sie keine Mitarbeiter, so vergraulen Sie sie. Sorry, aber das geht besser!

 

Auf welche Faktoren kommt es bei der Mitarbeiterbindung an?

Mit welchen Maßnahmen können Arbeitgeber nun zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung beitragen? Hierfür haben wir ein paar wissenswerte Tipps zusammengestellt. Abgesehen von einer optimalen Personalführung kommt es noch auf andere Aspekte an, die stimmen müssen, um Mitarbeiter zu binden. Let’s go!

 

 Ein angemessenes Gehalt ist ein Muss

Allzu häufig erwägen Mitarbeiter einen Jobwechsel aus monetären Gründen. Oft, weil sie sich beim aktuellen Arbeitgeber nur die wenigsten eine gute Chance auf eine außerordentliche Gehaltserhöhung ausrechnen. Daher liegt für die meisten der Wechsel des Arbeitsplatzes näher, als in Verhandlung mit dem Vorgesetzten zu gehen. Haben Sie hier ein offenes Ohr und prüfen Sie von sich aus regelmäßig, ob nicht eine Gehaltserhöhung fällig ist. So werden Sie Ihren Mitarbeitern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

 

Sicherheit kommt direkt nach dem Verdienst

Arbeitnehmer legen seit jeher großen Wert auf die Sicherheiten, die ihnen ein Unternehmen bietet. Für die meisten Arbeitnehmer ist ein krisensicherer Job das zweitwichtigste Kriterium, wenn es um die Frage geht: „Should I stay or should I go?“ Behalten Sie daher Ihre Fluktuationsrate im Blick.

 

Weiterbildung steht hoch im Kurs

Auch die bestehenden Möglichkeiten zur Weiterbildung und -entwicklung sind von großer Relevanz für die Mitarbeiterbindung. Kein Wunder! Im Zeitalter der Digitalisierung wissen Fachkräfte inzwischen nur zu gut um die Notwendigkeit, sich stetig fortbilden zu müssen. Denn Wissen veraltet schnell und schneller. Daher erwarten Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber entsprechende Angebote.

 

Work-Life-Balance beachten

Eine weitere Maßnahme, um Mitarbeiter zu binden, ist das Angebot von Work-Life-Balance-Maßnahmen. Auf diese legen Kandidaten viel Wert. So sagen acht von zehn Kandidaten, dass die Work-Life-Balance für sie einen hohen Stellenwert hat. Work-Life-Balance heißt dabei nicht unbedingt weniger, sondern vielmehr flexibler zu arbeiten. Beispielsweise würden laut der Studie Recruiting Trends sieben von zehn Kandidaten lieber vier statt fünf Tage in der Woche bei gleicher Arbeitszeit arbeiten. Unternehmen können sich also mit einer Vier-Tage-Woche positiv hervortun.

 

Ein gutes Arbeitsklima

Noch wichtiger als eine gute Work-Life-Balance ist für die Mitarbeiterbindung ein gutes Arbeitsklima. Fast neun von zehn Kandidaten geben laut der Studie Recruiting Trends an, dass sie hierauf großen Wert legen. Allerdings haben die Unternehmen sowohl beim Thema Work­Life­Balance als auch beim Thema Arbeitsklima aus Kandidatensicht Nachholbedarf: Nur etwas mehr als die Hälfte der Kandidaten findet das Arbeitsklima im eigenen Unternehmen gut. Und weniger als die Hälfte gibt an, dass die Work-Life-Balance in ihrem Unternehmen einen hohen Stellenwert besitzt. Hier sollten Sie Hand anlegen.

 

Wertschätzung im Job

Wenn Mitarbeiter länger im Job sind, sinkt die Wertschätzung des Unternehmens offenbar ab. Das ist Gift für die Mitarbeiterbindung. Nur 51,4 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass sie sich in ihrem aktuellen Job wertgeschätzt und eingebunden fühlen und die Chance haben, Verantwortung zu übernehmen bekommen. (Quelle: Studie Recruiting Trends)

 

Bedeutung der Mitarbeiterbindung für das Recruiting

Eine stark ausgeprägte Mitarbeiterbindung bewirkt nicht nur, dass die Personaldecke langfristig stabil bleibt, weil Mitarbeiter selten von sich aus zu einem anderen Unternehmen wechseln. Sie hat auch Auswirkungen auf das Recruiting neuer Mitarbeiter. Ganz einfach, weil Arbeitnehmer, die gerne bei ihrem Arbeitgeber arbeiten und eine hohe Mitarbeiterbindung aufweisen, auch gerne öffentlich darüber reden, wie wohl sie sich in ihrem Unternehmen fühlen.

 

Sei es beispielsweise bei Bewerbermessen, in privaten und beruflichen sozialen Netzwerken oder im Freundes- oder Bekanntenkreis. Das positive Feedback erreicht über die verschiedenen Kanäle, in denen es geäußert wird, auch den ein oder anderen Bewerber und nährt langfristig den Wunsch, sich bei dem Arbeitgeber zu bewerben.

 

Einmal ganz abgesehen davon, dass gut gebundene Mitarbeiter auch gerne offene Stellenausschreibungen auf Social Media oder in ihrem privaten Umfeld teilen. Eine bessere Werbung gibt es für Unternehmen praktisch nicht.

 

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