Sonja Dietz

Sonja Dietz

Gehaltsverhandlung: Tipps für Personalsuchende

Nicht nur Arbeitnehmer:innen sollten sich vorbereiten, wenn sie in eine Gehaltsverhandlung gehen, sondern auch Personalsuchende. Doch worauf kommt es dabei an? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Inhalt

  1. Gehaltsverhandlung führen: Argumente, die wichtig sind
  2. Gehaltsrahmen im außertariflichen Bereich festlegen
  3. Neu geschaffene Position: Wie verhandelt man hier Gehälter?
  4. Was wird in welcher Branche verdient?
  5. Was in der Gehaltsverhandlung neben dem Gehalt zählt

 

Gehaltsverhandlung führen: Argumente, die wichtig sind

Frau mit Pad in der Hand
©-NDABCREATIVITY – adobe stock

Wer mit einem Talent eine Gehaltsverhandlung führen möchte, sollte zunächst einen für sich realistischen Rahmen feststecken:

 

  • Welche Gehaltsrange ist okay?
  • Ab wann ist ein Talent zu teuer für das Unternehmen?

 

Am leichtesten geht Personaler:innen das Gehaltsgespräch in Bereichen von der Hand, in denen Tarife gelten. Hier ist alles gut nachvollziehbar und eindeutig geregelt und es ergeben sich – wenn überhaupt – nur geringe Interpretationsspielräume.

Anders sieht es in der freien Wirtschaft aus. Hier hängt das Ergebnis des Gehaltsgesprächs stark von dem Geschick der beiden Verhandlungspartner ab. Denn nichts ist festgelegt und das Gehalt ist frei verhandelbar. Wie lässt sich hier in Vorbereitung auf das Gehaltsgespräch ein realistischer Gehaltsrahmen ermitteln?

 

Gehaltsrahmen im außertariflichen Bereich festlegen

Bei einer Position, die wiederbesetzt werden soll, können Sie den Gehaltsrahmen, an der Vergütung des Vorgängers oder der Vorgängerin oder anderer vergleichbarer Funktionsträger:innen im Unternehmen ausrichten. Dabei sollten Sie eine Abweichung von plus oder minus zehn Prozent nach oben oder unten einkalkulieren. Letztes ist vor allem dann angemessen, wenn der oder die Nachfolger:in besser qualifiziert ist als der oder die Vorgänger:in.

 

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Welche Faktoren sollten Sie für die Gehaltsverhandlung außerdem ins Kalkül ziehen?

 

  • Bauen die einzelnen Etappen im Lebenslauf logisch aufeinander auf?
  • Verfügt das Talent über Auslands- und Projekterfahrung?
  • Verfügt es über Zusatzqualifikationen?

 

Aspekte wie diese rechtfertigen ein höheres Gehalt.

 

Neu geschaffene Position: Wie verhandelt man hier Gehälter?

Nach dem erfolgreichem Bewerbungsgespräch ist vor der Gehaltsverhandlung. Was also ist zu beachten, wenn es bei der Gehaltsverhandlung um eine Stelle geht, die neu geschaffen wurde? Um das Gehalt hierfür zu ermitteln, sollten Sie sich im Markt informieren, welche Bezahlung angemessen ist. Es gibt zum Beispiel praktisch für jede Branche repräsentative Gehaltsuntersuchungen, die entweder kostenlos oder für einen gewissen Obolus abgerufen werden können.

 

 

Damit haben Sie schon einmal einen Richtwert für die Gehaltsverhandlung. Sie können auch ihren Steuerberater um Rat fragen, der einen sehr praxisnahen Überblick haben kann, was in welchen Branchen gezahlt wird.

 

Was wird in welcher Branche verdient?

Nachfolgend listen wir Ihnen einmal beispielhaft auf, mit welchen Gehältern in welcher Branche und auf welchem Karrierelevel zu rechnen ist. Daran können Sie sich in Ihrer bevorstehenden Gehaltsverhandlung orientieren.

 

#1 Mit welchem Einkommen ist nach der Hochschule zu rechnen?

Mit welchen Einstiegsgehältern können Absolvent:innnen rechnen? Etwa der Hälfte der Bachelorabsolvent:innen erhalten ein Einstiegsgehalt zwischen 38.000 und 42.999 Euro brutto im ersten Jahr aufs Konto. Rund vier von zehn der Masterabsolvent:innen und 25 Prozent der Promovend:innen verdienen zum Karrierestart zwischen 43.000 und 47.999 Euro brutto per anno.

 

#2 Einkommen auf der Managementebene

Wie sieht es im Management aus? Während Führungskräfte im mittleren Management durchschnittlich 105.000 Euro brutto im Jahr verdienen, erhalten sie auf der oberen Führungsebene mit 166.000 Euro brutto per anno rund die Hälfte mehr. Hingegen verdienen sie auf der operativen Führungsebene mit 76.000 Euro pro Jahr circa 30 Prozent weniger.

 

Variable Gehälter im Management

Ein Aspekt, der ebenfalls bei der Gehaltsverhandlung mit einem potenziellen Manager oder einer Managerin berücksichtigt werden sollte: Die Höhe der jahresbezogenen variablen Vergütung.  Diese entspricht auf der oberen Führungsebene mit durchschnittlich 30.900 Euro rund 22 Prozent des Gesamtgehalts. Führungskräfte auf der mittleren Ebene erhalten mit 14.500 Euro einen Anteil in Höhe von 13 Prozent ihrer Gesamtdirektvergütung als Bonus. Und auf der operativen Ebene beträgt der variable Vergütungsbestandteil durchschnittlich 9.200 Euro; das entspricht elf Prozent des Gesamtgehalts.

In der variablen Vergütung dominieren nach wie vor kurzfristige Bestandteile. Langfristige variable Komponenten nehmen auf niedrigem Niveau zu. Den höchsten Verbreitungsgrad finden langfristige variable Vergütungskomponenten in der oberen Führungsebene großer, oft konzerngebundener Unternehmen beziehungsweise deren Tochtergesellschaften und Beteiligungen.

 

#3 Einkommen in der HR-Abteilung

Businessfrau am Telefon
©BalanceFormCreative adobe stock

Was verdienen Mitarbeiter in HR-Abteilungen? Personalleiter:innen nehmen pro Jahr rund 17 Prozent mehr ein als ein Leiter von Compensation und Benefits, die mit durchschnittlich 104.000 Euro im Jahr nach Hause gehen und auf Platz zwei der Gehälterrangliste liegen. Für Personalreferenten sieht das Gehaltsranking derweil nicht gar so rosig aus. Sie verdienen aktuell weniger als halb so viel als ihre Chefs und erhalten ein jährliches Durchschnittsgehalt von 59.000 Euro.

 

#4 Gehälter in der IT

Im Bereich „Information Technology“ gilt: Wer frisch in den Beruf startet, verdient in diesem Feld ein durchschnittliches Fixgehalt zwischen 28.000 und 36.000 Euro, wohingegen der Lohn eines Arbeitnehmers mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung im Durchschnitt zwischen 60.000 und 70.000 Euro liegt.

 

Was in der Gehaltsverhandlung neben dem Gehalt zählt

Noch ein weiterer Tipp: Firmen, die aufgrund ihrer Umsatzlage kein überdurchschnittlich hohes Gehalt zahlen können, können das durch das Angebot geldwerter Vorteile wie Firmenhandy, Laptop oder Firmenwagen wieder wett machen. Auch eine zusätzliche, lukrative Altersversorgung oder hohe Vermögenswirksame Leistungen können sich positiv auf die Bewerbergunst auswirken.

 

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Oder: Wer einem künftigen Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin einen realistischen Entwicklungsweg im Unternehmen aufgezeigt, kann ebenfalls bei Kandidat:innen punkten. Denn Entwicklungsmöglichkeiten gehören zu den Faktoren, die Talenten heute sehr wichtig sind, zumal sich ja damit auch indirekt die Aussicht auftut auf der Karriereleiter aufzusteigen und mittelfristig mehr verdienen zu können.

Fazit: Wer sich mit dem Thema Recruiting auseinandersetzt, kommt auch um das Thema Gehaltsverhandlung nicht umhin. Schließlich müssen Personalverantwortliche wissen, was sie Talenten anbieten können. Mit der richtigen Vorbereitung wird das Gehaltsgespräch jedoch zum Selbstläufer. (Bild: © pressmaster – stock.adobe.com)

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