gehaltsverhandlungWer Stellenanzeigen ausschreibt, um Vakanzen zu besetzen, steht auch irgendwann vor dem Thema “Gehalt verhandeln”. Das sollte nicht unterschätzt werden. Aktuelle Studien belegen, dass vor allem junge Arbeitnehmer das Thema keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, sondern einer angemessenen Bezahlung eine durchaus hohe Wertigkeit zuschreiben. Wie Recruiter sich am besten auf Gehaltsgespräch vorbereiten und einen fairen Gehaltsrahmen festlegen können.

 

Lange hielt sich das Gerücht, dass junge Menschen nicht ganz so viel auf den schnöden Mammon geben, wie die Generationen davor. Eine neue Studie brachte aber nun ans Licht: Das ist so nicht richtig. Richtig ist stattdessen, dass es den so genannten Millenials bei der Jobsuche nicht mehr ausschließlich auf das Gehalt ankommt, sondern dass neben ihm noch weitere Faktoren wie Work Life Balance, Flexibilität oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Bedeutung haben. Was die Bedeutung des Einkommens angeht, freuen sich 63 Prozent der Befragten nach wie vor über für ein höheres Gehalt.

 

Gehaltsgespräch: Einen fairen Gehaltsrahmen festlegen

 

Das lässt dem Thema Gehaltsgespräch im Jobinterview eine neue Bedeutung zukommen. Personaler, die hier nicht mit den richtigen Argumenten aufwarten, laufen Gefahr, Talente zu vergraulen. Und das gilt es zu vermeiden. Denn inzwischen können sich diese ihren Arbeitgeber aussuchen und springen schneller ab denn je. Vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, es handelt sich um ein unfaires Angebot.

 

Am leichtesten geht Personalern das Gehaltsgespräch in Bereichen von der Hand, in denen Tarife Gültigkeit besitzen. Hier ist alles gut nachvollziehbar und eindeutig geregelt. Es ergeben sich, wenn überhaupt, nur geringe Interpretationsspielräume. Anders sieht es in der freien Wirtschaft aus. Hier hängt das Ergebnis des Gehaltsgesprächs stark von dem Geschick der beiden Verhandlungspartner ab.

 

Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Frauen nach wie weniger als Männer verdienen, selbst wenn sie die gleiche Arbeit machen und die gleiche Qualifikation haben. Unter Akademikern sind die Unterschiede besonders groß: Im weltweiten Durchschnitt verdienen weibliche Akademikerinnen rund 30 Prozent weniger als männliche.

 

Gehaltsgespräch: Wiederbesetzung einer Position

gehaltsverhandlungDas ist schon einmal kein gutes Vorbild für die Festlegung eines Gehaltsrahmens. Dieser sollte unbedingt realistisch sein und auf alle Bewerbergruppen gleichermaßen angewandt werden – unabhängig von Geschlecht, Religion oder Ethnie. Hierbei kann man unterschiedlich vorgehen.

 

Bei einer Position, die wiederbesetzt werden soll, kann man den Gehaltsrahmen, an der Vergütung des Vorgängers oder anderer vergleichbarer Funktionsträger ausrichten. Vorsehen sollte man eine Abweichung von plus oder minus zehn Prozent.  Letztes ist vor allem dann angemessen, wenn der Nachfolger über eine vergleichbare Ausbildung verfügt oder sogar noch besser qualifiziert ist.

 

Auf Basis dieser Eckdaten können Personaler ein individuelles Gehalt aushandeln. Grundsätzlich gilt: Wer noch am Anfang seiner Karriere steht, wird niedriger bezahlt als der “alte Hase”. Mehrere berufliche Etappen, die im Lebenslauf logisch aufeinander aufbauen und sich womöglich sogar durch Auslands- und Projekterfahrung auszeichnen, legen die Messlatte für das Gehalt wiederum höher und räumen dem Kandidaten auch deutlich größeren Verhandlungsspielraum ein. Am besten fahren Personaler damit, wenn sie die Berufserfahrung des Kandidaten mit 40 und sein Potenzial mit 60 Prozent gewichten.

 

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Gehaltsgespräch: Was bei neu geschaffenen Positionen zu beachten ist

Um das Gehalt für eine neu geschaffene Position zu ermitteln, können sich Recruiter zunächst einmal im Markt informieren, welche Bezahlung angemessen ist. Es gibt praktisch für jede Branche repräsentative Gehaltsuntersuchungen, die für einen gewissen Obolus abgerufen werden können. Diese geben schon einmal einen Richtwert vor.

 

Unternehmensberater die in personalwirtschaftlichen Fragen ohnehin Partner vieler Unternehmen sind, veröffentlichen regelmäßig Gehaltsstudien zu bestimmten Berufsgruppen und Branchen. Sie sind eine wichtige Orientierungshilfe und dienen dazu, den jeweiligen Gehaltsrahmen ziemlich genau einzugrenzen. Kleine Unternehmen können auch ihren Steuerberater um Rat fragen, der einen sehr praxisnahen Überblick haben kann, was in welchen Branchen gezahlt wird.

 

Gehaltsgespräch: Einfluss von Unternehmensgröße und Region

feel goodDes weiteren kommt es bei der Ausgestaltung des Gehalts auf die Unternehmensgröße an. Kleinere Unternehmen zahlen in aller Regel weniger als die Big Player. Und auch die Region wirkt sich auf das Gehalt aus. In abgelegenen, strukturschwachen Regionen wird weniger bezahlt als in den Ballungszentren. All dies sollte in die Berechnung mit einfließen. Auch sollten vergleichbare Positionen im Haus als Maßstab herangezogen werden. Damit es auch unter den Mitarbeitern es zu keinem unfairen Gehaltsgefälle kommt.
Digital Recruiting DOWN

 

Firmen, die aufgrund ihrer Umsatzlage kein überdurchschnittlich hohes Gehalt zahlen können, können das durch das Angebot geldwerter Vorteile wie Firmendandy, Laptop oder Firmenwagen wieder wett machen. Auch eine zusätzliche, lukrative Altersversorgung oder hohe Vermögenswirksame Leistungen können sich positiv auf die Bewerbergunst auswirken.

 

Wer einem künftigen Mitarbeiter einen realistischen Entwicklungsweg im Unternehmen aufgezeigt, kann ebenfalls beim Kandidaten punkten. Denn Entwicklungsmöglichkeiten gehören zu den Faktoren, die Talenten heute sehr wichtig sind, zumal sich ja damit auch indirekt die Aussicht auftut,  mittelfristig mehr verdienen zu können.  Es ist eben alles eine Frage von Angebot und Nachfrage.


 

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