gehaltEs war die Sensations-Meldung, die vor ein oder zwei Jahren im HR Bereich die Runde machte: Erstmals hatten Aspekte wie Firmenkultur oder Work Life Balance den Stellenwert von Einkommen und Gehalt aus Bewerbersicht nach hinten gedrängt. Nun muss diese Einschätzung wohl nachgebessert werden. Einer aktuellen Erhebung zufolge, ist Absolventen der schnöde Mammon offenkundig doch nicht ganz so unwichtig. Auch sind die Erwartungen von Berufseinsteigern in punkto Karriere vorsichtig ausgedrückt oft nicht ganz realistisch.

 

 

Die Jobbörse Jobware hat in einer wissenschaftlich angelegten Studie nachgeforscht: Wie wichtig sind Kandidaten die Karriere und das Gehalt? Die Antworten fielen offenkundig anders aus als erwartet. Jedenfalls ist das Ergebnis dem Portal eine Pressemitteilung wert: “39 Prozent der Personaler erleben, dass Hochschulabsolventen mit unrealistischen Karriereerwartungen ins Vorstellungsgespräch gehen”, vermeldet das Jobportal. Das ist eines der  Ergebnisse der “Hochschul-Recruiting-Studie 2016” der Jobbörse Jobware in Kooperation mit der Hochschule Koblenz.

 

Gehalt und Karriere: Überzogene Vorstellungen

gehaltDoch Kandidaten, die eine Turbo-Karriere mit schnellem Aufstieg ins Management erwarten, erhalten meist sofort eine Absage. Offenkundig gilt nach wie vor, dass man sich in der freien Wirtschaft erstmal seine Sporen verdienen muss. Neben zu großen Erwartungshaltungen beim Aufstieg auf der Karriereleiter beklagen Recruiter auch fehlende Kenntnisse über das Unternehmen.

 

38 Prozent der Personaler kamen im Jobinterview bereits Kandidaten unter, die sich in der Vorbereitung auf das Gespräch ganz offenkundig nicht mit der Kultur, der Wertschöpfungskette des Betriebs und den Zielen eines Unternehmens auseinandergesetzt hatten. Und das, obwohl es in Zeiten des Internets nun wirklich kein Hexenwerk mehr ist, solche und darüber hinausgehende Informationen zu recherchieren. Da ist es im ersten Schritt bereits mit dem Blick auf die Homepage getan, aber auch eine kurze Google Recherche im nächsten Schritt bringt im Handumdrehen Informationen zutage, mit denen Jobanwärter im Interview punkten können.

 

Für mangelndes Wissen gibt’s kein Top Gehalt, sondern eine Absage

Mangelndes Wissen gepaart mit überbordenden Vorstellungen in Sachen Karriere – das kann nur schief gehen, konstatiert die Jobbörse. “Wer im Vorstellungsgespräch ein ernsthaftes Interesse an der Stelle zeigen möchte, sollte sich zuvor im Internet über die Produkte, Vertriebswege und die Marktstellung des Unternehmens informieren”, erklärt in diesem Zusammenhang auch Björn Thomsen, PR-Manager bei Jobware.

Aber auch in punkto Einkommensvorstellungen hakt es laut den Erkenntnissen aus der Studie. In diesem Zusammenhang sei Kandidaten angeraten, im Vorfeld einen Blick auf Gehaltsanalysen zu werfen, um letztlich im Vorstellungsgespräch eine realistische Summe zu nennen. Das tun sie offenkundig nicht. Und so landeten unrealistische Gehaltsvorstellungen auf Platz drei der Einstellungshemmnisse.

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Gehalt: Mit welchem Einkommen ist nach der Hochschule zu rechnen?

Die Hochschul-Recruiting-Studie von Jobware untersuchte aber zunächst ganz konkret, mit welchen Einstiegsgehältern Absolventen rechnen können und liefert dazu erste Anhaltspunkte. Den Erhebungen zufolge fließt 42 Prozent der Bachelorabsolventen ein Einstiegsgehalt zwischen 38.000 und 42.999 Euro brutto im ersten Jahr aufs Konto. 39 Prozent der Masterabsolventen und 25 Prozent der Promovenden verdienen zum Karrierestart zwischen 43.000 und 47.999 Euro brutto per anno.

 

Die Werte, die Kandidaten im Vorstellungsgespräch nennen, liegen aber oft deutlich darüber. Doch neben überzogenen Karriere- und Gehaltswünschen sowie einer schlechten Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch gibt es weitere Hemmnisse, die den Karrierestart erschweren. Die Studie ergab, dass auch ein mangelnder Fokus in 36 Prozent der Fälle ebenfalls häufig einer Einstellung entgegen steht.

 

Gutes Auftreten

Positiv fiel dagegen das Äußere der Absolventen ins Gewicht. Nur sechs Prozent der Personaler nennen ein unglückliches Erscheinungsbild als Einstellungshindernis. Immerhin! Die Frage, die sich Jobware in diesem Zusammenhang in der Pressemitteilung stellt: “Legen Absolventen besonders großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres oder ist den Unternehmen ein angenemessenes Auftreten schlichtweg egal?” Nun, ob man sich dem anschließen muss, sei einmal dahin gestellt. Gegenfrage: Warum darf ein Lob nicht auch mal als ein Lob durchgehen?


 

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