arbeitgeberrankingIn einem groß angelegten Arbeitgeberranking hat die Wirtschaftswoche unlängst untersucht, welche Arbeitgeber top sind und welche in Bewerberkreisen eher als Flop gelten. Wieder einmal hatten die amerikanisch stämmigen Organisationen wie Apple, Google, Microsoft und Co. die Nase vorn. Aber was machen die eigentlich anders? Und wann sind die Grenzen überschritten? (Bild: Google)

 

Für alle erklärten Fans von Zahlen und Statistiken: Die Ergebnisse des Arbeitgeberbankings lassen sich hier en Detail abrufen. Wir wollen an dieser Stelle aber gar nicht mit  Daten und Fakten herumjonglieren, sondern stattdessen der Frage nachgehen: Was macht die besagten Firmen in den Arbeitgeberrankings denn eigentlich so besonders ? Die Antwort:  Sie alle sorgen mit einer außergewöhnlichen Unternehmenskultur und einem optimalen Unternehmensklima dafür, dass sich der einzelne Mitarbeiter rundum wohlfühlt – von der Aushilfe bis zum CEO.

 

Arbeitgeberranking: Wer sich wohlfühlt, ist motivierter

ArbeitnehmerDie Idee: Wer sich wohlfühlt, ist motivierter und wandert nicht so schnell ab – trotz steigender Anforderungen in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt. Sprich: Allein beim Rekrutieren und beim Ausschreiben von Stelleninseraten sollte man als Arbeitgeber nicht stehen bleiben. Den heutigen Talenten müssen Unternehmen schon etwas bieten, um sie zum Bleiben zu motivieren. Denn in den meisten Bereichen können sie sich inzwischen ihre Arbeitgeber aussuchen und nicht mehr umgekehrt. Firmen, die hier nicht liefern, haben also schnell im Ansehen verloren – vor allem bei der so heiß begehrten Generation Y.

 

Wir haben uns deshalb mal bei den Arbeitgebern in der großen weiten Welt umgeschaut, um Anregungen zu geben. Doch Vorsicht: Nicht immer garantiert der Umbau zum Dschungeloffice, dass bei der Zusammenarbeit alles wie am Schnürchen läuft. Die Firmenkultur muss schon auch stimmen. Sonst bringt auch die außergewöhnlichste Atmosphäre im Büro nichts.

 

Arbeitgeberranking: Google oder Pixar geben den Takt vor

Innovatoren wie Google oder Pixar machten als erste mit außergewöhnlichen Arbeitsplatzkonzepte von sich reden. Kein Wunder: Wer im Silicon Valley beschäftigt ist, sitzt schließlich nicht nur am Puls der Zeit, er treibt ihn mit an. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Mitarbeiter. Umso wichtiger, dass diese bis unter die Haarspitzen motiviert sind und gerne zur Arbeit kommen. Die Unternehmen scheuen dort inzwischen keine Kosten und Mühen mehr, dass der Gedanke “Mist, morgen ist schon wieder Montag” gar nicht erst aufkommt.

 

Zwischen Plüschsofas, Büros mit U-Boot-Türen und einem Garten mit Liegestühlen arbeiten etwa die “Googles” in der Londoner Niederlassung. Wer mit einem spektakulären Blick über die Stadt sein neuestes Projekt planen möchte, kann auf dem Piloten-Schleudersitz Platz nehmen. Noch ausgefallener geht’s im amerikanischen Headquarter zu: Hier rutscht man von Etage zu Etage, diniert in der Kantine mit sterneniveau, schwimmt im hauseigenen Pool oder entspannt in coolen Stresskapseln. Auch nicht schlecht: Der Arbeitsalltag in der Schweiz, wie das folgende Filmchen zeigt:

 

 

Der Internetgigant brachte das Wettrüsten der Unternehmen vor einigen Jahren in Gange. Im Hauptsitz in Amerika heißt es Klotzen statt Kleckern: Hier gibt es “eine Beachvolleyball-Anlage, sieben Fitnesscenter, Kickerkasten, eine Kletterwand, eine Kegelbahn und von Mitarbeitern gepflegte Gemüse- und Kräutergärten für die Köche, die in etwa 30 Restaurants kostenlos vor allem gesunde Kost zubereiten 20.000 vorwiegend junge Mitarbeiter schwirren zwischen gepflegten Rasenflächen von einem Gebäude zum anderen, viele auf bunten Fahrrädern mit Körbchen am Lenker”, beschreibt SPIEGEL-Online.

 

Arbeitgeberranking: Arbeitgeberfürsorge bis ins Extrem

Brainstorming Strategy Creative Thinking Symbol ConceptWeiter heißt es: “Sie können zum Arzt, Zahnarzt, Psychologen, Friseur, Masseur, zum Pilates, in die Reinigung oder das Auto waschen und Öl wechseln lassen, ohne je den Campus verlassen zu müssen. Wer doch mal raus muss, kann für mehrere Stunden eines der Elektroautos der Google-Flotte ausleihen. Wer nicht mit dem Auto pendeln will, nutzt einen der vernetzten Google-Busse, Hybridautos werden subventioniert und kostenlos geladen.”
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Viele andere Konzerne haben inzwischen nachgezogen: Schaut man zum Beispiel bei Amazon in der Konzernzentrale vorbei, die sich ebenfalls im kalifornischen Silicon Valley befindet, findet man sich in einer Art Gewächshaus wieder.  Im Gebäude aus Glas und Metall mit fünf Etagen finden sogar hohe, alte Bäume Platz. Die Mitarbeiter sollen so in einem natürlicheren, parkähnlichen Umfeld arbeiten und Kontakte knüpfen können.

 

Derweil tobte man sich bei Microsoft  bei der Gestaltung der Wiener Zentrale am Wienerberg besonders aus. Keiner der Mitarbeiter verfügt über einen festen Arbeitsplatz. Jeder wählt von Tag zu Tag neu aus, wo er Platz nehmen möchte und kann zwischen verschiedenen Arbeitszonen wählen. Da gibt es zum Beispiel das klassische Großraumbüro mitsamt Besprechungszimmer, kleinen Arbeitsräumen und Boxen für den persönlichen Rückzug für hochkonzentriertes Arbeiten. Oder Besprechungsräume, die völlig unterschiedlich gestaltet sind. Während der eine mit Holz getäfelt ist, wirkt ein anderer eher wie ein Aquarium, wobei ein dritter arabisches Flair vermittelt. In der deutschen Firmenzentrale geht es wie folgt zu:

 

 

Arbeitgeberranking: Arbeiten in kleinen Holzhäuschen

Recht muckelig ist die Atmosphäre bei Pixar, wo die  Kreativen in kleinen Holzhäuschen bei gedimmter Beleuchtung arbeiten. Überall stehen gemütliche Sofas in den Ecken, die zum Plaudern, Brainstorming und gemeinsamen Austausch einladen. Die Kuschelatmosphäre soll Stress vermindern und entspanntes Arbeiten fördern. Das Konzept scheint aufzugehen. Immerhin zählt der Konzern zu den weltweit größten Filmproduzenten und ist unvermindert auf Erfolgskurs. Eher cool und clean geht es wiederum beim Hightech Giganten Apple zu, wie dessen Recruiting Video zeigt:

 

 

Auch die Firmenzentrale von Facebook ist darauf ausgerichtet, Mitarbeitern ein “Zuhause im Unternehmen” zu geben. Hier ist jede Abteilung ein wenig anders gestaltet. Viele Wände wurden sogar absichtlich weiß gelassen, damit sie von den Mitarbeitern vollendet werden. Und so ist unter der Führung von Marc Zuckerberg ausdrücklich erlaubt, was die gute Kinderstube eigentlich verbietet: An die Wände kritzeln oder malen. Hauptsache, es gefällt! Doch bei Facebook geht noch mehr, wie der folgende Beitrag zeigt:

 

 

Arbeitgeberranking: Wann Arbeitgeberfürsorge ins Gegenteil umkippt

Alle Betreuung und Betütelung der Mitarbeiter hat aber auch ihre Grenzen. In Amerika sind diese erreicht, wie Helene Laube, Autorin des oben zitierten SPIEGEL-Online Artikels,  betont. So zitiert sie im weiteren Verlauf ihres Textes einen ehemaligen Googler, der sagt: “Jeder Aspekt meines Leben ist mit der Arbeit verbandelt, inklusive meines gesellschaftlichen Lebens und der Partnersuche.”
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Das Tempo insbesondere  im Silicon Valley, wo brillante Menschen in kleinen Start-ups und Konzernen in Höchstgeschwindigkeit an einem kulturellen Wandel nach dem anderen bastelten, sei eine Herausforderung für den, der Balance suche, analysiert Laube. “Jeder hier denkt, dass er die Welt revolutioniert, und diese Denke nimmt bei vielen das ganze Spektrum ein, über was anderes wird kaum geredet”, zitiert sie den Ex-Googler erneut. Die Folge: Irgendwann hätten ihn seine Nicht-Google-Freunde nicht mehr gefragt, ob er mit zum Essen geht. Sie hätten ja gewusst, dass der abends satt oder mit einem von den Google-Köchen zubereiteten Essen aus dem Google-Bus steige.

 

Kurzum: Annehmlichkeiten haben ihren Reiz, so lange sie zur Freude an der Arbeit beitragen. Führen sie im Extremfall zur Abschottung vom früheren sozialen Umfeld, geht das eindeutig zu weit. Aber zur Beruhigung: Extrembeispiel wie das zitierte sind zumindest hierzulande nicht bekannt.


 

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