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Arbeitgeber müssen sich mehr Mühe bei der Gestaltung von Stellenanzeigen geben, findet ein großer Teil der Bewerber. Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin haben sich die Vorzeichen auf dem Arbeitsmarkt geändert und der Arbeitgeber bewirbt sich heute beim Kandidaten. Dieser Groschen scheint aber noch nicht überall gefallen. In 4 Fettnäpfe tappen Arbeitgeber bei der Schaltung ihrer Stellenanzeigen besonders gerne und nerven Talente damit enorm.

 

Wie sieht die perfekte Stellenanzeige aus?

Was müssen Unternehmen tun, damit eine Stellenanzeige den Nerv der Bewerber trifft? Oder umgekehrt: Was können Talente bei geschalteten Jobinseraten gar nicht ausstehen?  Dieser Frage ging im November und Dezember 2017 HR Software Hersteller Softgarden aus Berlin nach und förderte interessante Ergebnisse zutage.

 

Video Case Study UP

 

1 – Oberflächliche Inhalte

Oftmals versäumen es Arbeitgeber, ihre eigenen Mehrwerte in Stellenanzeigen zu erläutern. Was Talente zum Beispiel wissen wollen:

– Wie gestaltet sich das Anforderungsprofil?

– Gibt es flache Hierarchien?

– Gibt es ein Angebot von Home-Office-Lösungen?

– Steht bei dem Arbeitgeber die Weiterbildung im Vordergrund?

– Handelt es sich um ein Angebot von sicheren Arbeitsplätzen?

– Gibt es flexible Arbeitszeitmodelle?

– Wie ist das Angebot der Karrieremöglichkeiten beschaffen?

– Wie fördert der Arbeitgeber die Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter?

– Welche Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestehen?

– Wie ist das Arbeitsklima?

– Sind die Gehälter ansprechend?

– Wie läuft der Recruiting-Prozess ab?

 

In diesen Punkten lassen Arbeitgeber in den Augen der Kandidaten in ihren Stellenanzeigen zu viele Fragen offen. Das erschwert es Talenten, sich ein authentisches Bild vom Arbeitgeber zu machen. Doch genau darauf kommt es ihnen an.

 

2 – Authentische Aussagen statt Eigenlob

Es gibt aber auch das Gegenextrem: So mancher Arbeitgeber hält zwar mit den angeblichen Bedingungen in seinem Unternehmen nicht hinter dem Berg, bleibt dabei aber nicht so ganz bei der Wahrheit. Talente wünschen sich weniger Floskeln, weniger Marketingsprache und auch weniger Eigenlob.

 

Unternehmen sollten sich daran halten und nicht zu dick auftragen. Denn all das geht nach hinten los und hat bereits zu einem Vertrauensverlust bei Talenten geführt. Nur 15,6 Prozent sagen, sie vertrauten den Aussagen in den Annoncen voll und ganz. 17,3 Prozent vertrauen den Beschreibungen gar nicht.

 

Stolze 48 Prozent der Bewerber sind der Ansicht, dass es bei ihren bisherigen Bewerbungen massive Lücken zwischen Darstellung und Wirklichkeit gab und die Stelle schöngeredet worden sei. Nur bei fünf Prozent gab es eine positive Überraschung: Die Stelle war tatsächlich besser, als beim Lesen der Anzeige erwartet.

 

3 – Zu komplizierte Prozesse

Viele Bewerber bemängeln außerdem, dass Stellenanzeigen häufig nicht bewerberorientiert genug sind. So mancher wünscht sich zum Beispiel einen Bewerbungsprozess nach dem Vorbild von Datingportalen.

 

Die Rede ist von der so genannten „One-Swipe-Bewerbung“ via App. Das funktioniert so: Bewerber geben ein paar Kriterien für ihre Wunschstelle ein und die App “spuckt” per Fingertipp passgenaue Stellenanzeigen aus.

 

Damit ist das Talent auch schon mitten im Bewerbungsprozess: Mit einem einfachen Wischen nach rechts versenden Bewerber automatisch ihr Profil aus einem Karrierenetzwerk an den Wunscharbeitgeber. Mit einem “Swipe” nach links ist das Unternehmen dagegen aus dem Rennen.

 

Alternativen sind die Bewerbung über einen Chatbot oder die One-Click-Bewerbung:

 

Chatbot: Der Bewerber wird beim Klick auf den Bewerben-Button in einer Stellenanzeige zu einem Chatbot weitergeleitet. Ein Fenster ploppt auf, das wie ein Instant Messenger daherkommt. Mit dem Unterschied, dass der Chat nicht mit dem Personaler eines Unternehmens geführt wird, sondern mit einem Roboter. Der Chatbot fragt die folgenden Daten ab: Name, Erfahrungen, bisherige Arbeitgeber, Arbeitserfolge, Gehaltsvorstellungen, Starttermin, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Das Talent gibt alles stichpunktartig ein und kann innerhalb von nicht einmal 30 Sekunden die wichtigsten Stationen seines Profils übermitteln. Der Chatbot sammelt die Eingaben und bereitet sie für den Recruiter ansehnlich und strukturiert auf.

 

One-Click-Bewerbung: Die One-Click-Bewerbung ermöglicht Stellensuchenden per Mausklick auf den Bewerbungsunterlagen-Button in einer Stellenanzeige, ihr aktuelles Bewerberprofil aus einem Karrierenetzwerk wie Xing oder LinkedIn oder aus einer Lebenslaufdatenbank in die Datenbank des Wunscharbeitgebers zu importieren. Fertig.

 

Der Hintergrund: Kandidaten sind es aus anderen Bereichen längst gewöhnt, Dinge mit ein paar Fingertipps und am besten via Smartphone zu erledigen und erwarten das gleiche auch von einem modernen Bewerbungsprozess. Arbeitgeber, die das berücksichtigen, können entscheidend bei Talenten punkten.

 

4 – Schlecht gestaltete Stellenanzeigen

Kleiner Tipp von uns zum Schluss: Auch die Stellenanzeige selbst dürfte nach Geschmack der Kandidaten etwas zeitgemäßer ausfallen. Die Einbettung von Recruiting-Videos, authentischen Bildern, weiterführenden Links zum Mitarbeiterblog oder zu weiterführenden Inhalten auf dem hauseigenen Social-Media-Auftritt darf schon sein. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, legen wir Ihnen unser E-Book „Recruiting 4.0“ ans Herz.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Handeln tut laut der Softgarden-Studie jedenfalls Not. Leisten Unternehmen den Wünschen ihrer Bewerber nicht Folge, kommt es in sehr vielen Fällen zum Abbruch der Bewerbung. Stolze 73 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal von einer Bewerbung abgesehen zu haben, weil die Stellenanzeige inhaltlich und in punkto Design zu wünschen übrig ließ.

 

Fazit: Das sollte Arbeitgeber nicht nur zum Denken, sondern auch zum Agieren bewegen. Drei Viertel der Bewerber springen im Schnitt ab! Wer kann sich das in Zeiten des Fachkräftemangels heute noch leisten? Sie haben Fragen dazu? Dann vereinbaren Sie einen Termin mit uns. Wir beraten Sie gerne. (Bild: stockpics, Fotolia.com)

 


 

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