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Blog / Das Panel Gespräch: Bewerbungsinterview unter mehr als vier Augen
Mayra Engelbart

Mayra Engelbart

Das Panel Gespräch: Bewerbungsinterview unter mehr als vier Augen

Inhalt

Risiken bei der Auswahl von Führungskräften

Definition: Das ist ein Panel Gespräch

Was ist der Sinn eines Panels-Interviews?

Wie funktioniert ein Panel Gespräch?

Was wird im Gespräch kommuniziert?

Fakten zum Panel Gespräch: Der Ablauf des Interviews

Panel Interview: Mögliche Aufgaben für den Bewerber

Die Interviewtechniken im Panel Interview

 

 

In den USA ist diese Form des Bewerbungsgesprächs nahezu Gang und Gäbe und auch in Deutschland ist es zusehends auf dem Vormarsch, insbesondere wenn hochrangige Führungskräfte eingestellt werden sollen – das Panel Gespräch. Wann ist diese Interviewform perfekt, um einem Bewerber auf den Zahn zu fühlen, und was müssen Sie dabei beachten?

 

Den richtigen neuen Bewerber auszuwählen, ist nicht immer einfach. Trotz ausgeklügelter Gesprächstechniken und Fragen gewiefter Interviewer liegt man dann doch daneben und erst im Miteinander mit Vorgesetzten und Kollegen stellt sich heraus, dass Arbeitsweise und Chemie leider nicht so wirklich harmonieren.

 

Risiken bei der Auswahl von Führungskräften

Umso größer ist das Risiko natürlich, wenn Führungskräfte eingestellt werden. Sie sitzen schließlich später an zentralen Schaltstellen des Unternehmens und müssen zudem mit vielfältigen Stellen zusammenarbeiten. Außerdem kann es in diesem Fall richtig teuer werden, wenn man sich doch wieder trennen muss.

 

Unter anderem deshalb nutzen inzwischen zunehmend mehr Unternehmen bei der Auswahl von hochrangigen Führungskräften im deutschsprachigen Raum das sogenannte Panel-Interview. Denn hier sitzen von vornherein alle wesentlichen Entscheider und Mitarbeiter mit am Tisch und tragen die Entscheidung letztlich gemeinsam. Und wie heißt es so schön? Vier Augen sehen mehr als zwei – wie viel besser sehen dann sechs oder zehn! 

 

Insbesondere wenn es sich um einen externen Kandidaten handelt, ist genaues Hinsehen und Hinhören von großer Bedeutung. Allerdings ist der häufigste Grund für diese Form des Bewerbungsgesprächs ausgesprochen simpel: Zeitmangel. Anstatt mehrere einzelne Kennenlerngespräche zu terminieren und abzuhalten, kommen hier alle an einem Tag zusammen.

 

Definition: Das ist ein Panel Gespräch

So manchen Bewerber beschleicht in einem typischen Panel Gespräch schnell mal der Eindruck, er würde vor der Spanischen Inquisition sitzen. Vor allem dann, wenn die Interviewer ihn knallhart ins Kreuzverhör nehmen. Immerhin sitzt der Kandidat hier gleich mehreren Senior Managern gegenüber. 

 

Diese Gesprächssituation dürfte allen Bewerbern mit einem Universitätsabschluss allerdings bereits bekannt sein. Bei der Verteidigung einer Dissertation oder auch bei Abschlussprüfungen sind derartige Zusammensetzungen der Prüfungsgremien Standard. Dies wird offiziell als Expertengespräch bezeichnet, tatsächlich handelt es sich hier um eine knallharte Prüfungssituation.

 

Häufig wird das Panel-Interview mit dem Gruppengespräch verwechselt. Doch während im ersteren ein Kandidat mit mehreren Unternehmensvertretern konfrontiert wird, ist das Gruppeninterview dadurch gekennzeichnet, dass hier ein Unternehmensvertreter mit einer ganzen Gruppe von Bewerbern spricht.

 

Wer ist dabei?

Oft genug sieht sich der Bewerber mit drei oder sogar fünf Gesprächspartnern konfrontiert, dies ist eine gängige Größenordnung. Zu den unternehmensseitigen Teilnehmern gehören meist:

 

  • Ein Personalverantwortlicher
  • Der potenzielle direkte Vorgesetzte
  • Ein weiterer Manager aus dem Bereich, in dem die Stelle angesiedelt ist
  • Jemand aus der Buchhaltung
  • Ein späteres Teammitglied

 

Bei der Auswahl der Teilnehmer geht es nicht nur darum, dass sich mögliche spätere Kollegen und Mitarbeiter ein Bild machen sollen, sondern das Ganze hat auch einen sehr handfesten Hintergrund.

 

Was ist der Sinn eines Panels-Interviews?

Dass Vorstellungsgespräche stressig sind, das ist allen Personen auf beiden Seiten des Tischs durchaus bewusst. Bei einem Panel Gespräch wird dies sogar noch gesteigert, immerhin muss der Kandidat hier gleich mehreren Interviewern Rede und Antwort stehen. Und genau das ist einer der entscheidenden Knackpunkte, weshalb ein Panel-Interview Sinn machen kann.

 

Die Anwesenden sehen nämlich direkt, wie der Bewerber mit Stress umgeht und in solchen Situationen reagiert. Wird er hektisch? Aggressiv? Zieht er sich in sich zurück? Kann er im Zweifelsfall seine Meinung vertreten und angemessen argumentieren? Wer eine Führungsposition übernehmen will, muss auch in stressigen Situationen in einer Gruppe einen kühlen Kopf bewahren können.

 

Darüber hinaus sitzen hier alle wesentlichen Personen an einem Tisch und können sich ein Bild über den Kandidaten machen. Insbesondere die anderen Führungskräfte mit ihrer Erfahrung sowie den entsprechenden Fachkenntnissen können einschätzen, ob diese Person wirklich für eine verantwortungsvolle Stelle im Unternehmen geeignet ist.

 

 

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Wie funktioniert ein Panel Gespräch?

Angesichts der Tatsache, dass jeder Gesprächsteilnehmer auf Unternehmensseite eine eigene Sicht darauf hat, wie ein geeigneter Kandidat aussieht und was er an Kenntnissen und Fähigkeiten mitbringen muss, entwickelt sich auch das Interview. Während ein anderer Senior Manager vermutlich eher Führungsverantwortung und Ähnliches im beruflichen Werdegang abklopft, setzt z.B. der Vertreter der Buchhaltung andere Schwerpunkte.

Doch genau das zeichnet ein Panel Interview aus: Es kommen zahlreiche unterschiedliche Aspekte zur Sprache und können so in die Gesamtbewertung einbezogen werden.

 

Was wird im Gespräch kommuniziert?

Spannender Weise erfahren in einem Panel Interview nicht nur die Unternehmensvertreter eine Menge über den Kandidaten. Aber der bekommt einen interessanten Einblick in die Unternehmenskultur und profitiert auf diese Weise. Wie gehen die einzelnen Personen miteinander um? Gibt es ein deutliches Hierarchiegefälle? Wissen die Beteiligten, was in den anderen Abteilungen zum Tagesgeschäft gehört? Das sollte man sich natürlich auch als Vertreter des Unternehmens bewusst machen.

 

Fakten zum Panel Gespräch: Der Ablauf des Interviews

Der Ablauf eines Panel Gesprächs ist dann allerdings keine komplett neue Sache. Dieser orientiert sich an den üblichen Grundsätzen für ein Vorstellungsgespräch. Auch hier gilt der typische Ablauf:

 

  • Vorstellung
  • Etwas Smalltalk
  • Vorstellung des Bewerbers
  • Kurze Präsentation des Unternehmens
  • Fragerunde
  • Abschluss

 

Panel Interview: Mögliche Aufgaben für den Bewerber

Wenn es um eine Führungsposition geht, dann kann es allerdings sinnvoll sein, den Kandidaten beispielsweise im Vorfeld eine Präsentation ausarbeiten zu lassen. Diese präsentiert er dann vor dem Gremium, sodass auch hier seine Fähigkeiten beurteilt werden können. Des Weiteren lässt sich so abschätzen, welche Ideen er einbringt und welche neuen Strategien von ihm zu erwarten wären.

 

Darüber hinaus bekommt man einen Eindruck davon, wie strukturiert und analytisch er vorgeht und wie er sich in Präsentationen unternehmensintern und bei Kunden schlägt. Außerdem sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob der Kandidat Augenkontakt zu jedem Anwesenden hält, wie seine Körperhaltung und die Gestik sind. Passt alles zusammen, ist das Auftreten kohärent und gewandt?

 

Die Interviewtechniken im Panel Interview

Die gute Nachricht für alle, die bislang noch kein Panel Gespräch geführt haben: Hier kommen die gleichen Interviewtechniken zum Einsatz, wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch auch. Lediglich das Setting ist in diesem Fall ein wenig anders.

 

Wichtig ist, sich im Vorfeld untereinander zu verständigen, wie das Gespräch ablaufen soll. Sprich: Übernimmt z.B. der Vertreter des Personalwesens die Leitung des Interviews und bleiben die anderen eher still und beobachten vornehmlich? Oder schalten sich im Fragenteil alle ein und kommen zu Wort, um ihre speziellen Fragen an den Bewerber zu stellen? Hier ist eine Absprache ratsam, um dem Interview eine einheitliche Richtung zu geben.

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