Gruppe Freunde beim Reden miteinander

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und 2018 steht bald vor der Tür: Und mit ihm ein randvoll gefüllter Messekalender. Dann heißt es wieder: Kontakte knüpfen zu vielversprechenden Talenten bei Absolventenmessen. Beim Netzwerken kann allerdings vieles schief gehen. Wir haben daher die wichtigsten “Überlebenstipps” für Personaler zusammengestellt. 

 

Netzwerken bei Absolventenmessen: So setzen Sie sich ins rechte Licht

 

Es gibt so viele Möglichkeiten, Talente auf sich aufmerksam zu machen: Das Schalten von Stellenanzeigen,  Multiposting oder Active Sourcing über Social Media. Auch der Besuch von Absolventenmessen eröffnet Arbeitgebern vielfältige Chancen: Unternehmen können hier neue Mitarbeiter gewinnen und sich als attraktiver Arbeitgeber darstellen. Allerdings kommt es dabei auf Feinheiten an, um die eigene Firma bei Messen ins richtige Licht zu setzen. Worauf ist dabei zu achten?

 

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Tipp 1: Das richtige Standpersonal auswählen

Gerade bei Absolventenmessen sind Mitarbeiter das Aushängeschild des Unternehmens. Sie fungieren hier als Markenbotschafter gegenüber potenziellen Talenten. Davon, wie sie sich präsentieren, hängt ab, ob ein Betrieb sympathisch herüber kommt, oder nicht.

 

Bei der Auswahl der Mitarbeiter, die Talente bei Absolventenmessen überzeugen sollen, sich zu bewerben, kommt es daher darauf an, dass diese möglichst motiviert, aktiv und extrovertiert sein sollten. Sie sollten keine Probleme haben, die Messebesucher von sich aus anzusprechen. Absolut fehl am Platz sind dagegen Firmenvertreter, die mit verschränkten Armen am Stand stehen und sich lieber mit einem Kollegen unterhalten, als sich den potentiellen Bewerbern zu widmen.

 

Experten warnen außerdem davor, nicht geeignete Bewerber im Gespräch spüren zu lassen, dass sie nicht in Frage kommen und sie abzuwürgen. So etwas spricht sich schnell herum. Außerdem sollten die Mitarbeiter am Stand genau wissen, wie sie ihr Unternehmen repräsentieren sollten. Sie sollten sich zum Beispiel mit sämtlichen angebotenen Einstiegsprogrammen für Hochschulabsolventen auskennen.  Die besten Voraussetzungen für gelungenes Networking sind eine gute Vorbereitung und das richtige Mindset.

 

Tipp 2: Die richtigen Ziele setzen

Netzwerkende Mitarbeiter sollten nicht zu überambitioniert vorgehen, sondern sich realistische Ziele setzen. Vor allem dieses: Qualität schlägt Masse. Zielführender ist es, nicht hunderte von Visitenkarten einzusammeln, sondern lieber weniger, dafür aber von Kandidaten, die wirklich zum Unternehmen passen. Dafür muss man sich die nötige Zeit nehmen. Zehn Minuten pro Bewerber sollten es schon sein. Bei interessanten Kandidaten auch mehr.

 

Tipp 3: Auf die richtigen Absolventenmessen setzen

Die Auswahl der Networking-Events ist groß. Für jedes Unternehmen gibt es ein passendes Format. Insofern sollten die Events, bei denen man Talente überzeugen möchte, gut ausgesucht sein. Kleinere Unternehmen können sich zum Beispiel bei den extrem großen  Messen schlechter präsentieren, als bei überschaubareren Events.

 

Sie konkurrieren hier Schulter an Schulter mit Big Playern. Das wird für Bewerber nach außen gut sichtbar in unterschiedlichen Standgrößen. Hier drohen KMU’s neben den effektvollen Auftritten der Großen schnell unterzugehen. Insofern sollten kleinere Betriebe ihre Energie eher auf Meetups in kleinerem Rahmen konzentrieren. Hier gibt es zum Beispiel spezielle Absolventenmessen für kleine und mittelständische Unternehmen oder Businesstage mit regionalem Charakter. Hier ist man dann mit der Konkurrenz auf Augenhöhe.

 

Tipp 4: Den Wettbewerb immer im Blick

Und auch bei dem richtigen Event ist die richtige Vorbereitung das A und O. Zum Beispiel lohnt der Blick auf die teilnehmenden Wettbewerber: Mit welchen Botschaften gehen sie auf Bewerberfang? Mit welchen Mehrwerten können Sie sich davon abheben? Wobei damit aber wohlgemerkt positiv besetzte Mehrwerte im eigenen Unternehmen gemeint sind!

 

Die Konkurrenz bei der Absolventenmesse schlecht zu reden, wird nichts nützen, sondern beschädigt eher das eigene Image. Bewerber fragen sich unweigerlich: Hat das Unternehmen so wenig zu bieten, dass es sich nur über abwertende Kommentare über den Wettbewerb herausstellen kann?

 

Tipp 5: Lassen Sie’s nicht anbrennen

Unternehmen sollten sich ein Talent-Netzwerk aufbauen, bevor sie es aktiv brauchen. Dann ist der Talentpool mit vielversprechenden Kandidaten immer gut gefüllt. Diese können dann angesprochen werden, wenn es notwendig wird. Insofern sollten HR-Abteilungen ihre voraussichtliche Personalentwicklung immer gut im Blick haben. Zeichnen sich in ein, zwei Jahren stärkere Fluktuationen – zum Beispiel wegen Altersaustritten ab -, ist Handlungsbedarf angeraten.

 

Das größte Problem: Viele Unternehmen fangen dann mit dem Netzwerken an, wenn es ihnen bereits an Bewerbern mangelt. Das verschärft den Druck bei Absolventenmessen enorm und wirkt sich unter Umständen negativ auf die Qualität der Gespräche aus. Es könnte passieren, dass Mitarbeiter versuchen, Talente mit allen erdenklichen Argumenten zu einer Bewerbung zu bewegen. Aber niemand wird gern als Beutetier gejagt! So schlägt man Bewerber garantiert in die Flucht.

 

Tipp 6: Gemeinsamkeiten herausarbeiten

Stattdessen sollten Mitarbeiter bei Absolventenmessen in einer lockeren Gesprächsatmosphäre ausloten, was ein Talent mit dem Unternehmen verbinden könnte. Bietet der Arbeitgeber für einen Bewerber zum Beispiel ein Umfeld, in dem dieser seine Skills optimal weiterentwickeln kann? Strebt er eher eine Fach- oder Führungskarriere an? Welche Möglichkeiten gibt es in dem Unternehmen diesbezüglich, sich entsprechend zu entwickeln? Oder: Hat der Bewerber Familie? Dann gibt es vielleicht die ein oder andere Work Life Balance Maßnahme, mit der ein Arbeitgeber punkten kann: Kinderbetreuung, Flexible Arbeitszeiten oder Home-Office-Lösungen.

 

Wichtig dabei ist, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und sich langsam beim Smalltalk von leicht zu schwer, von oberflächlich zu persönlich durchzuarbeiten. Einen guten Gesprächsaufhänger bietet zum Beispiel immer ein Programmpunkt bei einer Veranstaltung. So kann man sich langsam aneinander rantasten. Gemeinsames finden und Trennendes freundlich ignorieren.

 

Tipp 7: Beachten Sie die Grundregeln des Smalltalk

Apropos Smalltalk. Dieser gehört zu Absolventenmessen dazu. Allerdings fällt dieser vielen sehr schwer. Ein guter Smalltalker ist jemand, der aktiv zuhört und der echtes Interesse am Thema und am Gegenüber hat. Vielen Mitarbeitern fällt Netzwerken bei Absolventenmessen deshalb so schwer, weil sie das Gefühl haben, dass sie beim Herumstehen und Plaudern nichts leisten. Also lassen sie das Gegenüber nicht ausreden, leiern Markenbotschaften herunter und fertigen auf diese Weise einen Kandidaten nach dem anderen ab. Aber das ist ein Denkfehler. Netzwerken ist echte Arbeit. Wer sich richtig engagiert, knüpft Qualitätskontakte, die das Unternehmen nachhaltig nach vorne bringen können. Das sollte nicht unterschätzt werden.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Dafür muss sich ein Talent aber angesprochen und gemeint fühlen. Ansonsten hat der Auftrittt bei einer Absolventenmesse eher den Effekt wie die Ansprache in den deutlich unpersönlicheren Businessnetzwerken der Online-Welt: Wenn Sie hier eine standardisierte Anfrage ohne Anrede von jemandem bekommen, der 1500 Kontakte hat –  fühlen Sie sich dann gemeint? Wohl eher nicht. Ähnlich geht’s dem Talent, das bei einer Absolventenmesse mit Standardphrasen überhäuft wird.

 

Tipp 8: Den Messestand offen gestalten

Nicht nur die Mitarbeiter, auch der Messestand sollte einladend wirken: Viele Unternehmen glauben, eine Jobmesse funktioniere wie eine Industriemesse. Deshalb gestalten sie ihren Stand mit massiven Aufbauten und Podesten. Aber die wirken nicht kommunikationsfördernd.

 

Stattdessen sind Lounge-Ecken mit gemütlichem Möbel einladender. Auch ein leckerer Kaffee oder ein Snack für zwischendurch ist mehr als willkommen. Eigentlich ist es gar nicht so schwer: Behandeln Sie Bewerber einfach immer so, wie Sie selbst behandelt werden wollen. Dann klappt’s auch mit dem Netzwerken.


 

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