Beautiful girl using her mobile phone in cafe.Zum heutigen Internationalen Weltfrauentag hat die OECD zusammengetragen, was Frauen im Job hilft, was nicht und was sie ausbremst. Eine durchaus lohnende Lektüre für Recruiter und Führungskräfte. (Bild: nenetus / dollarphotoclub)

 

Die gute Nachricht vorweg. Immer mehr Frauen gehen einer geregelten Arbeit nach, aber viel häufiger als ihre männlichen Kollegen in Teilzeit. Im Jahr 2014 waren elf Millionen Frauen Teilzeit beschäftigt, doppelt so viele wie 1991. Verbringen hierzulande Frauen durchschnittlich 181 Minuten am Tag an ihrem Arbeitsplatz, so sind es bei Männern 282 Minuten. Dafür verrichten Frauen aber 269 Minuten am Tag haushaltsspezifische Tätigkeiten und Männer  nur 164 Minuten. Soviel also zur Gleichberechtigung in Deutschland…

 

Weltfrauentag: Blick über den Teich

Der Blick nach Skandinavien zeigt hingegen, dass insbesondere das norwegische starke Geschlecht vergleichsweise viel Arbeit rund um Kinderbetreuung, Haus und Hof übernimmt. Mit 180 Minuten kommen die Männer doch recht nahe an die 210 Minuten der Frauen heran. Abgeschlossen wird die Statistik von Korea. Der Durchschnitts-Koreaner widmet gerade einmal 45 Minuten am Tag der Hausarbeit, während Koreanerinnen auf 227 Minuten kommen.

 

digitalisierungstrendsDie Erhebungen der OECD-Studie sprechen eine deutliche Sprache: Hausarbeit verteilt sich gleichmäßiger, je höher die Frauen zum gemeinsamen Einkommen beitragen. In Norwegen, wo der Erwerbsanteil von Frauen bei rund 75 Prozent rangiert, ist das deutlich nachweisbar. In der Türkei hingegen liegt er nur bei unter 30 Prozent und hier kehrt sich das Verhältnis um: Türkische Frauen verrichten 377 Minuten pro Tag unbezahlte Arbeiten, ihre Männer nur 116 Minuten. (Bild: Rido /dollarphotoclub)

 

Weltfrauentag: Kinderbetreuung ist nach wie vor Frauensache

In punkto Kinderbetreuung holt Deutschland klar auf. Seit Mitte der Neunziger Jahre hat sich die Anzahl an Kitaplätzen für unter Dreijährige fast verdoppelt. 2013 gingen mehr als 30 Prozent der Kinder zwischen null und zwei Jahren in Kitas oder Krippen, gegenüber nur etwa 15 Prozent im Jahr 2006. Doch nach wie vor ist die Kinderbetreuung Sache der Mutter. Viele Frauen würden zwar gerne länger arbeiten. Doch die Aufgaben innerhalb der Familien verteilen sich nach wie vor traditionell.
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Nichtsdestotrotz ist auch hier ein Wandel im Denken erfolgt:

– 2002 waren  fast 40 Prozent der Westdeutschen der Ansicht, Mütter von Kleinkindern sollten nicht arbeiten

– 2012 waren es noch 22 Prozent

 

Weltfrauentag: Teilzeit ist salonfähig geworden

Während in Teilzeit arbeitende Mütter inzwischen gesellschaftlich voll anerkannt sind, haben jene, die in Vollzeit arbeiten in der Gesellschaft noch einen schlechten Stand. Gerade einmal vier Prozent sehen eine Mutter in einer Vollzeitstelle als unproblematisch an. Aber auch hier steigt die Akzeptanz. Seit 2002 hat sich dieser Prozentsatz vervierfacht.

 

Auch in Sachen Steuerpolitik hakten die Experten von der OECD nach.

– Deutschland ist das einzige Land, in dem das Alleinverdienermodell steuerlich belohnt wird.

– In allen anderen OECD-Staaten zahlen Alleinverdiener-Haushalte mehr Steuern und Sozialabgaben als Doppelverdiener mit gleichwertigem Einkommen.

 

 

Weltfrauentag: Nur wenige Frauen in Leitungsfunktion

Auch der Chefsessel bleibt vielen Frauen hierzulande verwehrt. So rangiert der Anteil von Frauen in Führungspositionen unter dem EU-Schnitt. Vor zwei Jahren besetzten Frauen rund 29 Prozent der Führungsjobs. In den Nachbarländern sieht das ganz anders aus:

– Lettland 44 Prozent

– Ungarn 40 Prozent

 

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In Deutschland haben die Frauen vor allem im Bereich Erziehung und Unterricht Führungspositionen (62 Prozent). Besonders wenige Chefinnen arbeiten in der Baubranche (13 Prozent). Na, mit Blick auf den Fachkräftemangel, der in vielen Bereichen grassiert, besteht bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt noch viel Luft nach oben!

 


 

Weitere Informationen:

Was Frauen im Job hilft – und was sie hemmt


 

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