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Wie bereiten sich Personaler am effektivsten auf ein Vorstellungsgespräch vor? Für Bewerber gibt es unzählige Ratgeber, die ihnen diese Frage beantworten. Auf Seite der Recruiter herrscht dagegen das große Schweigen. Eigentlich geht das am Markt vorbei. Denn inzwischen bewirbt sich der Personaler ja beim Bewerber und nicht mehr umgekehrt. 4 Tipps, wie die Vorbereitung auf das perfekte Vorstellungsgespräch gelingt.

 

4 wichtige Punkte: Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Die Meinung, dass das Gelingen eines Vorstellungsgesprächs davon abhängt, wie gut sich der Kandidat auf das Jobinterview vorbereitet, ist immer noch weit verbreitet. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Auch der Recruiter muss seine Hausaufgaben machen.

 

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Denn der Arbeitsmarkt hat sich gedreht und Unternehmen suchen händeringend nach Personal. Hinterlässt der HR-Verantwortliche in einem Jobinterview keinen guten Eindruck, kann sich das bitter rächen: Gute Kandidaten springen ab und heuern bei einem anderen Arbeitgeber an, der sich mehr Mühe mit ihnen gibt. Sie haben heute die Wahl.

 

Fachkräftemangel bremst Wirtschaft aus

Das ist keinesfalls übertrieben, wie jüngste Arbeitsmarktprognosen belegen. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) entwickeln sich fehlende Fachkräfte branchenübergreifend zu einer Wachstumsbremse der deutschen Wirtschaft. Viele Betriebe arbeiteten bereits am Limit – gut ein Drittel spreche sogar von einer Überauslastung, meldet das IW.

 

Ein wesentlicher Faktor, um Kandidaten dennoch von sich zu überzeugen: Wertschätzung. Doch diesem Anspruch genügen viele Arbeitgeber nicht. Laut der Bewerbungsstudie 2016 von Indeed hat fast jeder vierte Bewerber schon einmal eine Stelle ausgeschlagen, weil er sich im Bewerbungsprozess nicht genug wertgeschätzt fühlte.

 

Umso wichtiger ist ein gezieltes und strukturiertes Vorgehen im Vorstellungsgespräch, um gut geeignete Kandidaten von einem Betrieb zu überzeugen. Natürlich sollte ein Personaler aber auch gleichzeitig jedes Talent dahingehend hinterfragen, ob es wirklich zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle passt. Ansonsten wird in dem Arbeitsverhältnis keine der beiden Seiten glücklich. Mit den 4 nachfolgenden Tipps gelingt das.

 

Punkt eins für das perfekte Vorstellungsgespräch: Genug Zeit

Ein Jobinterview, das zum Beispiel unter Zeitdruck geführt wird, taugt in der Regel nicht als Entscheidungsgrundlage. Personalsuchende hören nicht genau hin oder lassen einen Kandidaten nicht ausführlich antworten, wenn sie im Anschluss schon wieder einen dringenden Folgetermin wähnen. Das kann zu einer Fehlentscheidung führen oder den Eindruck von dem jeweiligen Talent verfälschen.

 

Außerdem spürt es der Bewerber, wenn das Gegenüber nicht entspannt am Tisch sitzt. Das verunsichert und führt zu einer verkrampften Situation. Das schmälert die Chancen des Arbeitgebers, dass die Entscheidung des Talents zu seinen Gunsten ausfällt. Daher sollten sich Recruiter für ein Jobinterview ausreichend Zeit einplanen. Die Faustregel besagt: Mindestens 45 Minuten, besser sogar 90 Minuten, die sich der Personaler blocken sollte. Natürlich muss diese Zeit nicht zwingend ausgereizt werden. Doch gerade bei interessanten Talenten ist besser, einen Puffer zu haben. So lassen sich spannende Themen entspannt vertiefen.

 

Punkt zwei für das perfekte Vorstellungsgespräch: Die richtigen Fragen stellen

Apropos Zeit. Auch für die inhaltliche Vorbereitung auf das Jobinterview sollten sich Personaler genügend Zeit einplanen. Nur so ist zum Beispiel gewährleistet, dass sie Fragen stellen, mit denen sie das Talent in all seinen Facetten kennenlernen können.

 

Mögliche Fragen könnten sein:

– Warum haben Sie sich bei uns beworben?
– Was wissen Sie über unser Unternehmen?
– Welche Ziele verfolgen Sie im Job?
– Welches Gehalt möchten Sie bei uns verdienen?
– Wo liegen Ihre Stärken/Schwächen?
– Wie würden Ihr Umfeld Sie beschreiben?
– Welche Innovationen haben Sie umgesetzt?
– Was motiviert Sie?
– Welche Tools und Techniken nutzen Sie?
– Beschreiben Sie Ihren Arbeitsstil?
– Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

 

Punkt drei für das perfekte Vorstellungsgespräch: Die Persönlichkeit des Talents analysieren

Recruiter sollten außerdem die Persönlichkeit des Talents vorab so gut wie möglich kennenlernen. Als Grundlage können sie das Anforderungsprofil für die vakante Stelle und den Lebenslauf des Talents heranziehen – umso zielgerichteter können sie im Gespräch bei bestimmten Punkten nachfragen. Gleichzeitig merkt das Talent: “Das Gegenüber hat sich mit meiner Vita auseinandergesetzt. Es meint es ernst mit mir.”

 

Hierbei gilt es zunächst herauszufiltern:

– Wo liegen Überschneidungen zwischen den Skills des Bewerbers und der vakanten Stelle?
– Wo besteht Entwicklungsbedarf?
– Wo könnten sich potentielle Schwächen verbergen, die im Gespräch hinterfragt werden sollten?
– Wo liegen die Stärken eines Kandidaten, die in dem Gespräch thematisiert werden sollten?

 

Es gehört aber noch aus einem anderen Grund zur Pflicht von HR, sich angemessen mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen auseinander zu setzen und sich vorzubereiten. Stichwort: Employer Branding. Recruiter sollten bedenken, dass sie während des Vorstellungsgesprächs ihren Arbeitgeber nach außen vertreten.

 

Ein schlecht vorbereiteter Repräsentant des Unternehmens, der den Lebenslauf des Talents nicht angemessen kennt, nur schwammige Fragen stellt, die Passgenauigkeit des Talents zu der ausgeschriebenen Stelle nicht einschätzen kann oder oberflächliche Erklärungen zu den Arbeitsbedingungen im Haus abgibt, wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte Organisation. So etwas spricht sich im Social Media Zeitalter schnell in Kandidatenkreisen herum.

 

Punkt vier für das perfekte Vorstellungsgespräch: Die Organisation

Bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gilt es außerdem im Vorfeld die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einem optimalen Gesprächsablauf beitragen. So werden Störungen vermieden und das Jobinterview verläuft in einem ruhigen Rahmen.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Zunächst ist zu klären, wer aus dem Unternehmen an dem Gespräch teilnimmt. Außerdem sollten sich die Gesprächsteilnehmer darüber abstimmen, wer welchen Teil des Vorstellungsgesprächs bestreitet, wie viele Gespräche in Summe geführt werden sollen und wer an welchem Punkt des Auswahlprozesses anwesend ist.

 

Weitere organisatorische Fragen sind:

– Wo findet das Gespräch statt?
– An welchem Termin?
– Wer holt den Bewerber am Empfang ab?
– Soll er anschließend im Haus herumgeführt werden?

Des weiteren sollte geklärt werden, ob der Kandidat eine Präsentation vorbereiten soll oder kann, und ob unternehmenseitig Multimedia-Elemente wie das Recruiting Video oder eine Unternehmenspräsentation eingebunden werden sollen. Dann bitte daran denken, dass der gebuchte Meeting-Raum die entsprechenden technischen Voraussetzungen erfüllen muss. So gut vorbereitet, klappt’s auch mit dem Kandidaten. Versprochen!

 


 

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