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Marleen Rosenthal

Mitarbeiterzufriedenheit: Wie Sie ihr einen Boost verleihen

Mitarbeiter:innen erfolgreich zu rekrutieren, ist die eine Sache. Aber was kommt nach dem Recruiting-Erfolg? Eigentlich sollten Unternehmen dann alles an dieses eine Ziel setzen: Mitarbeiterzufriedenheit. Denn Sie ist die wichtigste Basis für eine gute Bindung und Loyalität. Die Voraussetzung dafür sind eine gute Unternehmenskultur und ein gutes Arbeitsklima. Doch die Realität sieht leider in manchen Fällen anders aus. Viele Arbeitnehmer:innen fühlen sich zum Beispiel von ihren Vorgesetzten nicht wertgeschätzt. Das ist aber nicht das einzige, was in Unternehmen schief läuft und die Mitarbeiterzufriedenheit unterwandert. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.


Inhalt

  1. Mitarbeiterzufriedenheit: Definition und Bedeutung
  2. Toxische Führung: Gift für die Mitarbeiterzufriedenheit
  3. Wie sich das richtige Arbeitsumfeld auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt
  4. Moderne Arbeitsumfelder entstehen auch hierzulande
  5. Benefits, die die Mitarbeiterzufriedenheit stärken

 

Mitarbeiterzufriedenheit: Definition und Bedeutung

Die Rechnung ist eigentlich einfach: Je zufriedener die eigenen Mitarbeiter:innen, umso höher ist nachweislich auch deren Motivation, Bindung , Produktivität und die Mitarbeiterbindung. Somit ist die Mitarbeiterzufriedenheit ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Faktor. Aber was bedeutet das genau?

 

Definition: Mitarbeiterzufriedenheit

Unter Mitarbeiterzufriedenheit ist die Einstellung von Beschäftigten zu ihrem Arbeitsumfeld verstehen. Die Mitarbeiterzufriedenheit ist dann am größten, wenn das Arbeitsumfeld eines Unternehmens eins zu eins den Bedürfnissen der Arbeitnehmer:innen entspricht. Klaffen Anspruch und Wirklichkeit hingegen auseinander, ist eine ausgeprägte Unzufriedenheit die Folge.

 

Es gibt verschiedene Faktoren, die sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken:

 

  • Gute Führung zum Beispiel
  • Ein angemessenes Gehalt
  • Ein tolles Arbeitsumfeld
  • Ein optimales Arbeitsklima
  • und dergleichen mehr…

 

Mit diesen Aspekten setzen wir uns in den folgenden Abschnitten einmal genauer auseinander.

 

Toxische Führung: Gift für die Mitarbeiterzufriedenheit

Studien belegen immer wieder: Die Mitarbeiterzufriedenheit hängt entscheidend von der Art und Weise ab, wie Arbeitnehmer:innen durch die Personalführung geführt werden. Hier besteht allerdings offensichtlich noch viel Luft nach oben. Bei der Frage: „Wie soll ich führen?“, orientieren sich viele Manager:innen ganz offensichtlich an dem Verhalten, das ihnen von ihren eigenen Chef:innen vorgelebt wird. Das ist nicht immer eine gute Entscheidung.

 

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Erhält ein oder eine Middlemanager:in zum Beispiel von seinem oder ihrem Vorgesetzten nie Feedback, vererbt sich das häufig direkt auf das eigene Verhalten. Auch das eigene Team wird dann kaum Rückmeldungen erhalten. Fast 30 Prozent aller Fachkräfte in Deutschland bescheinigen ihrem oder ihrer Chef:in eine solche Laissez-faire-Haltung. Für viele Mitarbeiter:innen geht das mit negativen Stress einher und trübt die Mitarbeiterzufriedenheit immens: Wenn es nie richtiges Feedback gibt, fehlt die Orientierung. Irgendwann weiß keiner mehr, ob es überhaupt zielführend ist, was er da macht. Das Ergebnis: Frustration.

 

Auswirkungen toxischer Führung auf die Mitarbeiterzufriedenheit

Doch es geht noch schlimmer. Leider werden auch Vorgesetzte, die ein lautes und aggressives Regiment gegenüber ihren Mitarbeiter:innen führen allzu oft kopiert. Sogar dann, wenn die untergebenen Manager:innen selbst unter der Unberechenbarkeit und den oft unüberlegten und impulsiven Handlungen des eigenen Vorgesetzten leiden. Aus einem einfachen Grund: Sie haben nie gelernt, wie es anders gehen könnte. Letztlich ist das alles aber Gift für die Mitarbeiterzufriedenheit.

Auf Dauer macht schlechte Führung Mitarbeiter:innen sogar krank. Ein schlechter Führungsstil zieht bei Mitarbeiter:innen verschiedene Negativeffekte nach sich:

 

  • Frustration
  • Innere Kündigung
  • Burn-out
  • Gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Symptomatiken
  • Schlaflosigkeit bis hin zur Depression.

 

Entsprechend kann ein auffällig hoher Krankenstand in einem Betrieb durchaus mit schlechter Führung zusammenhängen.

 

Mitarbeiterzufriedenheit durch gute Führung stärken

Wie geht es besser? Um Führungskulturen mit negativen Auswirkungen für die Mitarbeiterzufriedenheit zu verhindern, müssen Vorgesetzte sich und ihren Führungsstil ständig analysieren und hinterfragen. In diesem Zusammenhang kann eine anonyme Mitarbeiterbefragung Aufschluss liefern, an welchen Stellen es hakt. Diese ist eine sehr effektive Methode zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit.

Ist die Ursache erkannt, kann der Aufbau einer gesunden Führungskultur in Angriff genommen werden und so die Mitarbeiterzufriedenheit sukzessive gestärkt werden. Dabei handelt es sich um einen Reifeprozess, den die ganze Firma durchlaufen muss. Den Beginn machen die Führungskräfte, die in Führungskräftetrainings eruieren, was sie verändern müssen, um die Mitarbeiterzufriedenheit in ihren Teams gezielt zu fördern.

Unter Umständen stellt sich dabei heraus , dass die bestehenden Strukturen überdacht werden müssen und Teams gegebenenfalls neu aufgeteilt werden sollten. Häufig liegt es an ungünstigen betrieblichen Rahmenbedingungen, wenn sich Mitarbeiter:innen von ihrem Manager nicht ausreichend unterstützt fühlen.

 

Beispiel: Wie sich strukturelle Missverhältnisse auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken

Ein Beispiel: Sind einer Führungskraft bis 20 Mitarbeiter:innen zugeordnet, kann diese jedem regelmäßig Feedback geben und eine Beziehung aufbauen. Oft sind Manager:innen aber für sehr viel mehr Mitarbeiter:innen zuständig und damit häufig überfordert. Die Folgen: Die Kommunikation verläuft unregelmäßig und schleppend, eine echte Bindung kommt nicht zustande und Mitarbeiter:innen fühlen sich von ihrem oder ihrer Chef:in nicht ausreichend wahrgenommen.

Damit beginnt eine Abwärtsspirale, die auch Chef:innen verzweifeln lässt. Für diese schlägt sich die nachlassende Motivation ihrer Mitarbeiter:innen in nachlassenden Arbeitsleistungen nieder. Also bekommt auch die Führungskraft Druck von oben. Um zu retten, was noch zu retten ist, wechselt sie die Gangart. Aus einem autoritären Führungsstil wird aus schierer Verzweiflung ein noch autoritärerer.

Unternehmen müssen alles daransetzen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Das Ergebnis werden Mitarbeiterumfragen sein, in denen die Mitarbeiterzufriedenheit neue Höchstwerte erreicht. Zumindest in dem Punkt “Mitarbeiterführung”. Erfahren Sie nun, was Sie machen können, damit ihre Arbeitnehmer:innen auch in anderen Bereichen, die für die Mitarbeiterzufriedenheit relevant sind, Top-Bewertungen vergeben.

 

Wie sich das richtige Arbeitsumfeld auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt

Arbeitgeber sollten zum Beispiel nicht unterschätzen, welche Bedeutung das Arbeitsumfeld für die Mitarbeiterzufriedenheit hat. Denn Arbeitnehmer:innen, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, sind nachweislich motivierter, kreativer, wandern nicht so schnell ab und bleiben auch mal ein Stündchen länger.

Zuallererst machten Innovatoren:innen wie Apple, Google oder Pixar durch außergewöhnliche Arbeitsplatzkonzepte von sich reden. Aus gutem Grund: In den Kreativschmieden wird Mitarbeiter:innen höchste Leistung abverlangt. Umso wichtiger ist es, ihnen ein Umfeld zu bieten, in dem sie alles finden, was das Herz begehrt. Hier mal ein paar Einblicke, wie es bei den großen Macher:innen in den USA hinter den Kulissen zugeht.

 

Beispiele für kreative Arbeistumfelder

#1 Arbeiten in in schnieken kleinen Holzhäuschen bei Pixar

Beispiel Pixar: Hier arbeiten die Kreativen zum Beispiel in schnieken kleinen Holzhäuschen bei gedimmter Beleuchtung und gemütliche Sofas in den Ecken laden zum Plaudern, Brainstorming und gemeinsamen Austausch ein.

 

#2 Klotzen statt kleckern bei Google

Klotzen statt kleckern ist derweil bei Google angesagt, wo die Mitarbeiter:innen mit allem möglichen Komfort versorgt werden. Sie bekommen Massagen, rutschen von Etage zu Etage, statt zu laufen, entwickeln ihre Konzepte in Sesseln, die wie Schiffe aussehen. Werden sie müde, geht’s zum kurzen Powernap in eine der vollklimatisierten Stresskapseln – schließlich gehen sie ihrem Job hinterher umso fitter und kreativer nach.

 

#3 Bei Apple wird’s spacig

Der neue Apple Campus sieht dagegen ein bisschen aus, als sei ein Raumschiff mitten im Nichts gelandet. Er besteht aus einem Ring mit einem gigantischen Park in der Mitte. Den rund 12.000 Angestellten stehen nicht hier nur alle möglichen Working Areas zur Verfügung, sondern auch ein umfangreiches Angebot zur Freizeitgestaltung. Es gibt on top ein großes Auditorium, eine unterirdische Parkgarage und eine riesige Cafeteria. Alles ist dank jeder Menge verbautem Glas hell und freundlich und natürlich extrem modern designt.

 

#4 Facebook sagt Hochhäusern adieu

Facebook hat derweil das wohl größte Großraumbüro entwickelt. Die moderne Büroimmobilie besteht aus einem einzigen Raum, der sich über vier Hektar Grundfläche erstreckt. Hier arbeiten und entwickeln 10.000 Mitarbeiter:innen Innovationen in völlig unterschiedlichen Arbeitsumfeldern. Auf dem gesamten Grundstück wurden über 400 Bäume gepflanzt. Auch das Dach wurde begrünt: Dort entstand ein dreieinhalb Hektar großer Park.

 

Moderne Arbeitsumfelder entstehen auch hierzulande

Auch hierzulande schneiden sich Unternehmen verstärkt ein Scheibchen von Google und Co. ab. Nehmen wir zum Beispiel den IT-Dienstleister Comspace.  Eine zum Besprechungsraum umgebaute Sauna, kostenloses Bio-Obst, Klettern im Hochseilgarten mit der ganzen Mannschaft – all das gibt es auch hier.

Expert:innen sind sich sicher: Kreative Arbeitsumfelder wie diese werden in den kommenden Jahren geradezu aus dem Boden sprießen, was nicht zuletzt mit dem Wandel hin zu New Work zusammenhängt, den die Coronakrise in der Arbeitswelt ausgelöst hat. Nachdem Arbeitnehmer:innen in den Jahren 2020 und 2021 fast ausschließlich im Dauerhomeoffice gearbeitet haben, steht fest: Der Mensch ist einfach nicht geschaffen, um immer allein zu arbeiten. Experten:innen gehen daher davon aus, dass sich Zukunft so genannte hybride Arbeitsmodelle durchsetzen – ein gesunder Mix aus Homeoffice und Präsenzarbeit.

 

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Die neuen Arbeitsmodelle sehen dann etwa wie folgt aus: Mitarbeiter:innen kommen künftig nicht mehr so regelmäßig wie früher ins Büro und erledigen Stillarbeit hauptsächlich im Homeoffice. Der Workspace im Office wird dann eher für das genutzt, was von zuhause nicht so gut funktioniert: Brainstormings, gemeinsam kreativ sein und Ideen entwickeln.

 

Völlig neue Büroarchitekturen

Laut der Studie „Remote Work Stratgy“ werden daher schon bald völlig neue Büroarchitekturen entstehen. Das Büro der Zukunft wird eher einen Lounge- und Spielplatzcharakter haben – alles, was die Mitarbeiterzufriedenheit und damit die Kreativität und den Ideenreichtum beflügelt, ist willkommen. Und somit wird das Office zum Treffpunkt, zum Ort des sozialen Austauschs und zum Wohlfühlort.

 

 

Das Büro der Zukunft verfügt zum Beispiel über gemütliche Ecken, in denen Mitarbeiter:innen ihren Gedanken freien Lauf lassen können. Auch verschiedene Themenräume sind denkbar, die helfen, Ideen zu generieren. Das kann der Lego-Raum sein, der zum gemeinsamen Tüfteln und Knobeln einlädt, der Dschungelraum mit vielen sauerstoffspendenden Pflanzen oder auch der Videospielraum zum gemeinsamen „Zocken“. Denn auch dabei entstehen produktive Gedanken. Die neue Arbeitswelt wird also bunt und abwechslungsreich.

 

Benefits, die die Mitarbeiterzufriedenheit stärken

Kommen wir nach der Mitarbeiterführung und dem perfekten Arbeitsumfeld zu den wesentlichen Benefits, die relevant sind, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu stärken. Auch hierzu liefern Studien wichtige Erkenntnisse. Bei der Zufriedenheit im Job spielt zum Beispiel bei der Generation Y ein angemessenes Einkommen eine große Rolle. Aber es ist nicht nur das Gehalt, auf das es für ein gutes Gefühl im Job ankommt, sondern der Mix aus verschiedenen Anforderungen macht’s.

 

Wichtige Punkte für die Mitarbeiterzufriedenheit

  • Eine ausgewogene Work-Life-Balance
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Homeoffice
  • Mentoring
  • Weiterbildungsangebote
  • Aufstiegsschancen
  • Angebote zur Kinderbetreuung
  • Gute technische Ausstattung
  • Teambuilding Maßnahmen

Unser Fazit: Die Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich auf verschiedenen Wegen steigern und es gibt viele Maßnahmen, die Arbeitgeber:innen in ihrem Unternehmen schnell umsetzen können. Wichtig dabei ist, eine regelmäßige Messung der Mitarbeiterzufriedenheit, aus der passgenaue Maßnahmen abgeleitet werden können. Im Vordergrund stehen dabei Anerkennung, Wertschätzung und Respekt, eine tolle Atmosphäre und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben. Ebenso muss das Gehalt stimmen. Berücksichtigen Arbeitgeber:innen all diese Parameter, kann die Zufriedenheitskurve und die Mitarbeiterbindung nur noch in eine Richtung gehen: Steil bergauf.

 

 

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