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Talent-Pool: Definition, Aufbau und Pflege

Veröffentlicht am 1. November 2018

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Nicht immer kommt ein Talent, das sich auf eine Stellenanzeige bewirbt, zu 100 Prozent für eine Vakanz infrage. Dennoch würde eine endgültige Ablehnung zu sehr schmerzen. Zum Beispiel dann, wenn der Bewerber Eigenschaften mitbringt, die der Firma gut täten. Wer weiß! Vielleicht findet man ja zu einem anderen Zeitpunkt zusammen? Doch wie lässt sich ein abgelehnter Kandidat binden? Die Antwort: durch einen Talent-Pool. Wichtige Tipps zum Aufbau und zur Pflege.

 

Was ist ein Talent-Pool?

Ein Talent Pool ist eine Datenbank, in der Profile von potenziellen Bewerbern gespeichert werden. Beispielsweise die ehemaliger Praktikanten, die von Talenten, die man bei einem Bewerber-Event kennengelernt hat oder auch die abgelehnter Talente, von denen sich der Recruiter aber doch noch nicht ganz verabschieden möchte.

 

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Einfach, weil sie für die Firma durchaus interessant wären. Nur nicht bei der aktuell ausgeschriebenen Stelle. Mit der Aufnahme in den unternehmenseigenen Talent-Pool behält sich der Recruiter vor, das Talent zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ansprechen zu können. Sobald eine passende Vakanz zu Verfügung steht. Wichtig dabei ist: das Talent muss ausdrücklich der Aufnahme in den Talent-Pool zustimmen. Datenschutz!

 

Talent-Pool: Die Bedeutung steigt

Gerade in Zeiten, in denen es Arbeitgebern zunehmend schwerer fällt, geeignete Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt zu finden, wird der Talent-Pool zu einem zunehmend wichtigeren Instrument in der Personalbeschaffung. Fast die Hälfte der Unternehmen (44,4 Prozent) hat bereits eigenen Talent-Pool implementiert.

 

In der IT-Branche sind sogar noch mehr Arbeitgeber auf den Geschmack gekommen. Hier sind es etwa zwei Drittel, die auf einen Talent-Pool bauen. Soweit das Ergebnis der Studie Recruiting Trends 2018, die die Universität Bamberg jährlich erhebt.

 

Damit ein Talent-Pool aber auch wirklich effektiv und effizient eingesetzt werden kann, bedarf es gewisser Vorkehrungen seitens des Arbeitgebers.

 

• Zum Beispiel sollten nur Kandidaten in den Talent-Pool aufgenommen werden, die für das Unternehmen auch wirklich noch einmal von Interesse sein könnten. Es geht also nicht um Masse, sondern um Klasse.

Karteileichen sollte ein Talent-Pool nicht enthalten. Aus einem ganz einfachen Grund: Recruiter sprechen dann ansonsten wiederholt Talente an, die sich bereits fest für einen anderen Arbeitgeber entschieden haben. Das kostet nur unnötig viel Zeit und geht zulasten der Effizienz im Recruiting.

 

Der Talent-Pool sollte daher in regelmäßigen Abständen durchsucht werden, um irrelevante Kandidaten zu löschen.

 

Besonders wichtig: die Kontaktpflege

Ganz besonders wichtig für einen funktionierenden Talent-Pool ist die Kontaktpflege zu den im Talent-Pool gespeicherten Kandidaten. Das kann über verschiedene Wege funktionieren: Es müssen nicht unbedingt spontane persönliche Gespräche sein. Es reicht zum Beispiel ein regelmäßiger Newsletter mit interessanten und relevanten Unternehmensinformationen: Einladungen zu Fachmessen, zu anstehenden Karriere-Events, interessanten Job- und Unternehmensneuigkeiten und, und, und. Der Kontakt kann auch über Social Media gehalten werden.

 

Aber warum das Ganze? Ganz einfach: Es steigert die Bindung von Talenten an das jeweilige Unternehmen ganz erheblich. Und das wiederum erhöht die Chance, dass man doch noch beruflich zusammenkommt, wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt.

 

Keine Einbahnstraßen-Kommunikation

Wichtig ist allerdings, dass es sich bei der Kontaktpflege mit Talenten nicht um eine Einbahnstraße-Kommunikation handelt. Ein Talent-Pool muss immer in beide Richtungen funktionieren.

 

Stellen Talente zum Beispiel Fragen, ist es immens wichtig, dass diese auch in angemessener Zeit beantwortet werden. Sonst entsteht schnell der Eindruck, das Unternehmen sei doch nicht so stark an den Bewerber interessiert, wie es vorgibt. Das kann die mühsam aufgebaute Bindung schnell wieder zum Kippen bringen.

 

Wie eine Software bei der Pflege eines Talent-Pools helfen kann

Helfen bei all dem kann eine leistungsfähige Bewerber Management Software. Mit ihr gelingt die kontinuierliche Pflege des Talent-Pools sehr effizient. Zum Beispiel entlastet sie HR und nimmt die Kandidaten selbst in die Pflicht.

 

Die Datenbank verschickt regelmäßig Erinnerungs-Mails an sie. Mit der Bitte, ihre persönlichen Daten zu aktualisieren. Dazu erhalten die Kandidaten einen individuellen Login. Der Recruiter kann so ganz sicher davon ausgehen, dass er stets über aktuelle und fehlerfreie Daten verfügt.

 

Will er innerhalb des Talent-Pools auf die Suche nach einem passenden Kandidaten gehen, gelingt das ganz leicht und sehr passgenau per Stichwortsuche. Einfach die gesuchten Skills definieren. Ein Klick. Und ein automatisierter Profilabgleich filtert die Kandidaten heraus, die am besten zu der Vakanz passen. Nun muss das Talent nur noch angesprochen werden.

 

Was Talente über Talent-Pools denken

Soweit, so gut. Aber was denken die Kandidaten eigentlich über Talent-Pools? Laut der Studie aus Bamberg haben bereits drei von zehn Talente im Zuge einer Absage das Angebot bekommen, ihr Profil im Talent-Pool eines Unternehmens zu speichern. Etwa jeder zehnte Kandidat erhält über einen Talent-Pool weiterhin Jobangebote und findet das gut.

 

Ganz ungetrübt ist die Euphorie unter Talenten allerdings nicht. Mehr als ein Drittel gibt an, dass die Bedienung von Talent-Pools von Unternehmen zwar einfach ist. Jedoch glauben 37,4 Prozent der Kandidaten, dass sie zu viele Informationen preisgeben müssen, um in Talent-Pools von Unternehmen aufgenommen zu werden.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Dem sollten Unternehmen Rechnung tragen und ihre Datenabfragen überdenken. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass Kandidaten abspringen. Wer seinen Talent-Pool dagegen richtig einsetzt, eröffnet sich einen sehr zuverlässigen Recruiting-Kanal.

 

So konnten die Top-1.000-Unternehmen im Jahr 2017 im Schnitt 15,7 Prozent ihrer Vakanzen durch Kandidaten aus ihrem eigenen Talent Pool besetzen. Im Mittelstand waren es sogar 18,7 Prozent der Vakanzen, die mit Kandidaten aus dem eigenen Talent-Pool besetzt werden konnten. Noch Fragen? (Bild: alphaspirit, Fotolia.com)

 


 

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