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Schlechte Führung: Gift für Arbeitnehmer

Veröffentlicht am 19. November 2018

schlechte Führung

Bei der Frage: „Wie soll ich führen?“, orientieren sich viele Manager ganz offensichtlich an dem Verhalten, das ihnen von ihrem eigenen Chef vorgelebt wird. Unabhängig, ob sie es gut oder schlecht finden. Aber Vorsicht! Schlechte Führung kann krank machen.

 

Studie: Manager lernt von Manager

In vielen Fällen übernehmen Manager einfach den Stil, der ihnen von ihren Chefs vorgelebt wurde. Das ist das Ergebnis einer Erhebung der Online-Jobplattform StepStone und des Kienbaum Instituts @ISM. Für die Studie standen 13.500 Fach- und Führungskräfte Rede und Antwort.

 

Video Case Study UP

 

Erhält ein Middlemanager zum Beispiel von seinem Vorgesetzten nie Vorgaben oder Feedback zu seiner Arbeit, vererbt sich das häufig direkt auf das eigene Verhalten. Auch der Middlemanager gibt seinem eigenen Team dann kaum Rückmeldungen oder Ziele vor. Fast 30 Prozent aller Fachkräfte in Deutschland bescheinigen ihrem Chef eine solche laissez-faire Haltung.

 

Gute Führung, schlechte Führung, Laissez-faire-Führung

Gut ist das nicht wirklich. Denn der Laissez-faire-Führungsstil gibt den Mitarbeitern zwar größtmögliche Freiheit, bedeutet für sie aber auch negativen Stress: Wenn nie finale Entscheidungen fallen und es nie Feedback gibt, fehlt es an die Orientierung. Irgendwann weiß keiner mehr, ob es überhaupt zielführend ist, was er da macht. Das Ergebnis: Frustration.

 

Aber auch Vorgesetzte, die ein lautes und aggressives Regiment gegenüber ihren Mitarbeitern führen, werden allzu oft kopiert. Sogar dann, wenn die untergebenen Manager selbst unter der Unberechenbarkeit und den oft unüberlegten und impulsiven Handlungen des eigenen Vorgesetzten leiden. Aus einem einfachen Grund: Sie haben nie gelernt, wie es anders gehen könnte. Allerdings gehen sie auch ein großes Risiko ein, wenn sie ihren Vorgesetzten einfach nur kopieren. „Die Auswirkungen von schlechter Führung werden häufig unterschätzt“, sagt Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer bei StepStone. „Gerade das Top-Management sollte sich daher seinen Führungsstil bewusst machen.“

 

Schlechte Führung: Das sind die Auswirkungen

Im Klartext: Unternehmen, die ein Interesse daran haben, dass ihre Mitarbeiter arbeitsfähig bleiben, sollten gut hinterfragen, wie das Management mit seinen Leuten umgeht. Denn schlechte Führung macht krank. Ein schlechter Führungsstil zieht bei den Mitarbeitern verschiedene Negativeffekte nach sich: Frustration, innere Kündigung, Burn-out oder gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Symptomatiken, Schlaflosigkeit bis hin zur Depression. Entsprechend kann ein auffällig hoher Krankenstand in einem Betrieb durchaus mit schlechter Führung zusammenhängen.

 

„Um Führungskulturen mit negativen Auswirkungen zu verhindern, müssen Vorgesetzte sich und ihren Führungsstil ständig analysieren und hinterfragen“, sagt Dr. Walter Jochmann, Geschäftsführer von Kienbaum. „Und das funktioniert am besten durch regelmäßiges Feedback – sowohl vom Vorgesetzten als auch von den eigenen Mitarbeitern.“ Auch eine Mitarbeiterbefragung kann Aufschluss liefern, was Mitarbeiter krank macht.

 

Management durchläuft Reifeprozess

Ist die Ursache erkannt, kann der Aufbau einer gesunden Führungskultur in Angriff genommen werden. Dabei handelt es sich um einen Reifeprozess, den die ganze Firma durchlaufen muss. Seinen Beginn hat er in Führungskräftetrainings, in denen Manager lernen, was gesunde Führung ausmacht. Entscheidend dabei ist, dass das Upper Management die entsprechenden Werte und den gewünschten Führungsstil danach konsequent vorlebt. Dann ist die Chance umso größer, dass auch andere Manager dem Beispiel folgen und sich die Kultur sukzessive verbessert.

 

Gleichzeit müssen die richtigen Strukturen geschaffen werden. Dazu müssen Team gegebenenfalls neu aufgeteilt oder neue Management-Positionen etabliert werden. Denn fühlen sich Mitarbeiter von ihrem Manager nicht ausreichend unterstützt, kann das auch an den betrieblichen Rahmenbedingungen liegen.

 

Strukturelle Ursachen beseitigen

Ein Beispiel: Sind einer Führungskraft bis 20 Mitarbeiter zugeordnet, kann sie jedem regelmäßig Feedback geben und eine Beziehung aufbauen. Oft sind Manager aber für sehr viel mehr Mitarbeiter zuständig und damit häufig überfordert. Die Folgen: Die Kommunikation verläuft unregelmäßig und schleppend und die Mitarbeiter fühlen sich von ihrem Chef nicht ausreichend wahrgenommen.

 

Dann beginnt die Abwärtsspirale. Auch der Chef verzweifelt. Für ihn schlägt sich die nachlassende Motivation seiner Mitarbeiter in nachlassenden Arbeitsleistungen nieder. Also bekommt auch er Druck von oben. Um zu retten, was noch zu retten ist, wechselt er die Gangart. Aus einem autoritären Führungsstil wird aus schierer Verzweiflung ein noch autoritärerer.

 

Druck und immer mehr Druck beschleunigen dann vielleicht kurzfristig noch einmal Arbeits- und Entscheidungsprozesse. Allerdings leidet die Motivation der Mitarbeiter unter der diktatorischen Tonlage des Chefs weiter und weiter. Irgendwann geht gar nichts mehr und Mitarbeiter fallen reihenweise aus. Oft hilft es, Zwischenpositionen einzuziehen. Diese sollten natürlich auch entsprechend in punkto gesunder Führung geschult werden.

 

Transformationaler Führungsstil

Aber was ist denn nun der Weisheit letzter Schluss? Ist ein demokratischer Führungsstil, bei dem alle jederzeit Mitspracherecht haben, der bessere Weg? Nicht unbedingt. Hier leidet zwar die psychische Gesundheit der Mitarbeiter nicht, dafür aber die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Denn: Wenn jeder seinen Senf dazu geben kann, verlangsamt das Prozesse ungemein. Gerade das ist in Zeiten, in denen Unternehmen unter immer größerem Innovationsdruck stehen, nicht das Gelbe vom Ei.

 

Digital Recruiting DOWN

 

In der Managementliteratur wird eher zu einem „transformationalen Führungsstil“ geraten. Dieser zeichnet sich durch eine Führungskraft aus, die eine echte Vorbildfunktion erfüllt. Sie verschafft sich zum Beispiel Respekt, Bewunderung und Vertrauen, weil sie verlässlich in ihren Worten und Taten ist und hohe ethische und moralische Standards erfüllt.

 

Geschäftsleitung muss den Stil vorgeben

Außerdem stellt sie die Interessen ihrer Organisation über ihre persönlichen Ziele. Sie inspiriert und motiviert Mitarbeiter durch anspruchsvolle, attraktive Ziele und verdeutlicht deren Sinn in regelmäßigen Feedbackgesprächen. Sie fördert Teamgeist, Optimismus und Engagement . Außerdem regt sie zur selbstständigen, kreativen Problemlösung an. Letztlich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

 


 

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