Firmen müssen heutzutage etwas bieten, um auf sich aufmerksam zu machen. Denn der Arbeitsmarkt hat sich gedreht. Nicht mehr Arbeitgeber suchen sich ihre Arbeitnehmer aus, sondern umgekehrt. Und das Angebot auf dem Online-Stellenmarkt ist schier unüberschaubar groß. Für die Unternehmen gilt daher heutzutage, was sie früher gegenüber Kandidaten stets predigten: Aus der Masse hervorstechen – um jeden Preis. Um sich bei geschalteten Stellenanzeigen positiv von anderen Arbeitgebern abzuheben, kommt es bei der Gestaltung der Online-Inserate mehr denn je auf Kreativität an. Die Einbettung von Recruiting-Videos in Stellenanzeigen ist inzwischen gängig. Doch um hier beim Kandidaten Pluspunkte zu sammeln, gilt es einige Punkte zu beachten…

 

Recruiting-Videos in geschalteten Stellenanzeigen

Television studio with camera and lights - recording TV show

Eine geschaltete Stellenanzeige mit eingebettetem Video bringt einen gewissen Entertainmentfaktor und damit eine regelrechte Aufmerksamkeitsgarantie mit sich. Bunte, bewegte Bilder machen die Stellenanzeige lebendig und abwechslungsreich. (Bild: DeshaCAM / dollarphotoclub)

 

Wer seine Stellenanzeigen überdies mit attraktiven Fotos von den eigenen Mitarbeitern im original Unternehmensumfeld garniert, sie mit lebendigen Texten austattet und einer übersichtlichen Navigation inklusive Social-Media-Buttons, erhöht seine Chance deutlich, von Kandidaten als interessantes Unternehmen wahrgenommen zu werden.

 

Die Vorteile für eine solch kandidatenfreundliche Stellenanzeige liegen auf der Hand:

– die gezielte Ansprache der internetaffinen, digitalen Generation durch gewohnte Nutzerführung

– Stärkung der Arbeitgebermarke durch detaillierte Informationen zu Unternehmensleistungen

– Aktives Einbinden der Social-Media-Kanäle wie XING, Facebook, Twitter oder Google+ zur Erhöhung der organischen Reichweite

 

Recruiting-Video: Handgeschnitzt ist nicht immer von Vorteil

Darüber hinaus sollten die Texte in der geschalteten Anzeige suchmaschinenoptimiert sein. Für die Auffindbarkeit und Reichweite der Stellenanzeige im Internet ist das ein wahrer Boost. Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine Wissenschaft für sich. Und so gibt es praktisch für jedes Segment einer optimal gestalteten Stellenanzeige eigene Spezialisten.

 

Auch für die Erstellung eines Unternehmensvideos ist es daher häufig ratsam, externe Experten zu beauftragen. Denn der Kandidat merkt leicht, ob es sich um ein professionell erstelltes Video oder ein selbst zusammengeschustertes Filmchen Marke Eigenbau handelt.

 

Authentizität ist zwar bei einem Unternehmensvideo Trumpf, jedoch sollte diese nicht mit einer Low-Budget-Produktion aus den Fingern des Firmenazubis verwechselt oder gleichgesetzt werden. Denn mindere Qualität wird vom potenziellen Bewerber leicht abgestraft: Ein Klick und schon ist er weg.

 

Nicht ohne Grund. Immerhin gibt es zahlreiche andere Stellenangebote, bei denen die Unternehmen mit hochwertig produzierten Kurzfilmen demonstrieren, dass ihnen ihre Kandidaten den Aufwand durchaus wert sind. Immerhin investieren sie somit in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.
Digital Recruiting DOWN

 

Authentizität ist das A und O

Young, successful people at office

Was also unter dem Stichwort Authentizität firmiert, ist eher auf den Gesamteindruck, den das Unternehmen in dem kurzen Filmchen macht, gemeint. Ist alles in sich stimmig? Oder wirken manche Szenen aufgesetzt? (Bild: kanzefar / dollarphotoclub)

 

Ein Kreditinstitut wirkt zum Beispiel rasch unseriös, wenn es ein besonders “spritziges” Video machen will, das einfach nicht zu der Seriosität, die die Branche sonst nach außen ausstrahlen will, passt. Der Schuss kann nur nach hinten losgehen.

 

Andersherum erscheint es wenig glaubwürdig, wenn Mitarbeiter einer Werbeagentur überschwänglich von ihrem angeblichen 9-to-5-Job berichten. Schließlich weiß jeder, dass Überstunden hier gang und gäbe sind. Insofern sollte das Recruitingvideo stilistisch in das Gesamtbild der Unternehmenskommunikation und –philosophie passen.

 

Damit der erste Eindruck stimmt, sollte man schon vor dem Videodreh ein stimmiges Konzept entwickeln, das die Vorzüge der Firma hervorhebt, jedoch auch nicht überbetont. Das Unternehmen sollte gründlich überlegen, inwiefern das geplante Recruiting-Video einen Mehrwert für die Jobanwärter bieten kann, die mit ihm erreicht werden sollen. Fakt ist: Jobsuchende wollen keine Floskeln, wie sie in den meisten Stellenangeboten niedergeschrieben sind, sondern mit eigenen Augen sehen, was sie erwartet.

 

Mit einem optimal gestalteten Recruitung Video haben Unternehmen hier eigentlich alle Trümpfe in der Hand. Es macht die Firma visuell erlebbar.

 

– Kompakte und anschauliche Informationen, eine persönliche Ansprache der Kandidaten und eine individuelle Selbstdarstellung erhöhen die Attraktivität des Unternehmens bei Fachkräften.

– Potenzielle Bewerber erhalten einen Eindruck vom Unternehmen, seinem “Innenleben”, den Mitarbeitern und der Firmenkultur.

 

Der Videodreh: Das ist zu beachten

Worauf muss man bei der Erstellung eines Unternehmensvideos achten? Im Prinzip ist ein solcher Kurzfilm ähnlich durchstrukturiert wie ein echter Kinofilm. Den Anfang machen Konzept und Drehbuch. Hierfür sind folgende Fragen relevant:

 

– Soll ein Unternehmen als Arbeitgeber grundsätzlich erst einmal bekannt gemacht werden, oder möchte ein Konzern sein Karriereportal mit zielgruppengerechten Internetvideos abrunden?

– Wen möchte die Firma ansprechen? Alle potentiellen Bewerber, Azubis und Absolventen oder nur spezialisierte Fachkräfte? Entsprechend muss die Ansprache gewählt werden.

– Welche Stärken des Unternehmens als Arbeitgeber sollten hervorgehoben werden?

 

Dazu könnten etwa die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die besondere Unternehmenskultur zählen, oder die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen.

 

TV broadcast studio

Es folgt die Produktion beim Unternehmen vor Ort. In ein bis zwei Tagen ist in der Regel alles im Kasten. Wichtig hierbei ist, dass Mitarbeiter über ihr Unternehmen sprechen und das möglichst glaubhaft  – so lässt sich Nähe zum Kandidaten aufbauen. (Bild: IvicaNS / dollarphotoclub)

 

Am besten gelingt das, wenn man auf den berühmten Zettel mit den vorformulierten Sätzen gänzlich verzichtet und stattdessen ein echtes Gespräch zwischen Redakteur und dem Mitarbeiter in Gänze gefilmt wird. Der Vorteil: Die Szenen wirken nicht gestellt, sondern sind natürlich und die Sprache ist flüssig. Die informativsten und begeisterndsten Passagen sind die Highlights im Unternehmensvideo.

 

Es folgt der Schnitt, die sogenannte Postproduktion. Hierfür sind neben Schnitt- auch Online-Kenntnisse zwingend notwendig. Schließlich muss das Video internettauglich sein.

 

– es sollte maximal zwei Minuten dauern

– es sollte eine ansprechende Unterlegmusik verwendet werden

– die sprechenden Personen sollten per Untertitel mit Rang und Namen vorgestellt werden

– Zusatzinformationen können durch eingeblendete Titel oder eingebettete Bilder gegeben werden

 

Wo das Video platzieren?

Das Video ist fertig – doch damit ist es noch nicht getan. Nun sollte es optimal im Internet gestreut werden, um eine möglichst große Zahl an Kandidaten auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Klar: Die Einbindung in geschaltete Stellenanzeigen ist ein Muss. Es empfiehlt sich aber auch, das Video an anderer Stelle zu hinterlegen.

– auf der eigenen Homepage

– in Social Media Plattformen wie Xing, Twitter oder Facebook

 

Allerdings sollten Unternehmen wissen, auf welchen Plattformen die potentiellen Bewerber am besten zu erreichen sind. Nicht wenige Firmen verfügen sogar über einen eigenen YouTube-Channel, der jegliche Corporate- und Recruiting-Videos bündelt. Zusätzlich gibt es Videoportale, die sich auf diese Art von Bewegtbildangeboten spezialisiert haben. JobTV24 gehört zum Beispiel zu den bekannteren.
Digital Recruiting DOWN

 

Recruiting-Videos sind für Arbeitgeber eine gute Möglichkeit, die in vielen Branchen händeringend gesuchten Fachkräfte zu erreichen und sie anhand überzeugender Bilder und Statements zu einer Bewerbung zu bewegen.

 

Doch Rekrutierung braucht Geduld. Selbst große Klickzahlen der Videos bedeuten nicht zwingend einen schnellen Erfolg. So kann ein Spot beispielsweise seine Wirkung verfehlen, wenn er in erster Linie als Unterhaltung und nicht als ein Aufruf zur Bewerbung wahrgenommen wird. Oder er ist so schlecht gemacht, dass er als Negativ-Beispiel Aufmerksamkeit erregt.

 

Also: Gut geplant, ist halb rekrutiert. Über den endgültigen Erfolg bestimmt allerdings der Zuschauer. Schließlich ist er es, der entscheidet, ob er selbst Akteur im Unternehmen werden möchte. (Bilder: Dollarphotoclub)


 

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