freundliche begrüßung zum beratungsgesprächMit einem Fingertipp die Bewerbung per Smartphone abschicken. Was so praktisch klingt und auch ein guter Service für Bewerber wäre – in der Realität sind schlanke Bewerbungsverfahren wie die eben beschriebene One Click Bewerbung noch nicht angekommen. Das belegt eine aktuelle Studie. Stattdessen ist die vergleichsweise langsame klassische Bewerbung nach wie vor gängig. Mit vollem Programm: Bewerbungsanschreiben, Arbeitszeugnis, Deckblatt und Lebenslauf.  Nicht nur hier vergeben sich Unternehmen in der Personalbeschaffung wertvolle Chancen. 

Bewerbung: Personaler halten an klassischen Bewerbungsunterlagen fest

Es könnte eigentlich alles so schön einfach sein: Mit einem Click die Daten des eigenen Xing-Profils an einen Personaler übermitteln und fertig ist die One-Click Bewerbung. Die Technik dahinter gibt es schon einige Zeit auf dem Markt. Viele HR Software Hersteller haben sie in ihr Angebotsportfolio integriert. Doch flächendeckend durchgesetzt hat sie sich noch lange nicht. Stattdessen dominiert nach wie vor die klassische Bewerbungsmappe.

 

“Trotz des deutlich höheren administrativen Aufwands nehmen 59 Prozent der Befragten weiterhin Bewerbungsmappen an, die per Post eingehen”, heißt es in einer  Studie, die Kienbaum Communications und das Staufenbiel Institut gemeinsam durchgeführt haben. Für die Studie wurden knapp 300 Personalverantwortliche in Deutschland befragt.

 

Klassische Bewerbung: Einfach geht anders!

Das Ergebnis verblüfft. Denn eigentlich müssten es Arbeitgeber ihren Bewerbern so einfach wie möglich machen, sich bei ihnen zu bewerben. Eine zweite Studie, die  “Recruiting Trends” von der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Karriereportal Monster, belegte schon im vergangenen Jahr – ein Unternehmen steigt in der Bewerbergunst umso mehr, je unkomplizierter die  Bewerbungsprozesse sind, die es anbietet.

 

Von diesem Ideal ist man hierzulande jedoch noch weit entfernt. Für Bewerber ist das keine gute Nachricht. Bedeutet es für sie doch einen erheblichen Aufwand, ihre Fähigkeiten und Talente beispielsweise zu Papier zu bringen. Auch die bei Recruitern nach wie vor beliebte Fomularbewerbung hat für Kandidaten ihre Tücken. Oftmals können in den Menüs keine individualisierbaren Angaben gemacht werden. Geeignete Bewerber fallen unter Umständen durchs Raster, wenn die Kategorien, die ein Arbeitgeber standardmäßig abfragt, nicht zu ihnen passen.

 

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Das Problem ist bekannt. Und dennoch halten Unternehmen an den Formularen fest. Laut den Experten aus Bamberg ist die Angst groß, dass sich viele Bewerber wahllos bewerben könnten, wenn man es ihnen zu einfach macht. Die Folge wäre eine unstrukturierte Masse an ungeeigneten Bewerbungseingängen, die die Arbeit bei der Auswahl der Bewerber erhöhen würde.

 

Führt die One-Click Bewerbung zu einer Überflutung der Bewerbungseingänge?

In der Tendenz scheint die Befürchtung vieler Recruiter vor den neuen Techniken und Prozessen aber doch eher unbegründet. Zum einen, weil Bewerber sich in der Regel nur auf einen Job bewerben, zu dem sie auch eine begründete Affinität aufweisen – vereinfachtes Bewerbungsverfahren hin oder her. Und zum anderen gibt es inzwischen zuverlässige Matchingalgorhithmen, die bei vielen Firmen bereits im Einsatz sind und für eine gute Vorselektion der Bewerber sorgen.

 

Stattdessen setzen Recruiter im Zeitalter der Digitalisierung aber weniger auf den Computer als auf den persönlichen Kontakt, wie Kienbaum und Staufenbiel herausgefunden haben: Mit Karriere-Events und -Messen erzielen 69 Prozent der Befragten ihre Recruiting-Erfolge.

 

Bewerbung: Ohne Austausch geht es nicht

“Karriere-Events und -Messen bieten die Chance, sich face-to-face einen Eindruck zu verschaffen, ob man wirklich zueinander passt. So fließt aktuell das meiste Recruiting-Budget in Online-Anzeigen, Karriere-Events und -Messen“, sagt Julia Troesser, Studienleiterin und Redakteurin beim Staufenbiel Institut.

 

Auch im Auswahlverfahren bleibt der persönliche Kontakt unverzichtbar: 98 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf das klassische Vorstellungsgespräch. Immerhin 87 Prozent der Unternehmen greifen für Bewerbungsgespräche auf Telefoninterviews zurück. Auswahlverfahren über einen Online-Test oder per Video-Interview sind bisher noch nicht überall in den Unternehmen angekommen: Lediglich 42 Prozent der befragten Firmen verwenden diese im Auswahlverfahren.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Bewerbungsverfahren: Wenig flexibel

Doch auch hier vergeben sich Unternehmen Chancen. Warum zum Beispiel einem Bewerber, der ansonsten eine lange Anreise hätte, nicht das Angebot eines vorläufigen Videointerviews unterbreiten? Der Bewerber käme entsprechend entspannt ins Online-Gespräch und persönliche Regungen oder Sympathien lassen sich auch per Videoschalte abchecken. Selbst ein kurzer Tripp durchs Unternehmen mit dem Tablet in der Hand wäre möglich.

 

Das Kennenlernen potenzieller Kollegen und des neuen Arbeitsplatzes inklusive. Doch noch tun sich Unternehmen mit der modernen Kommunikation offenbar schwer und lassen Bewerber lieber Stress und Strapazen auf sich nehmen. Schade nur, wenn der Bewerber, der vielleicht am passendsten wäre, dazu keine Lust hat, weil er das Gebaren des Arbeitgebers und die Unflexibilität, die er da zeigt, als zu antiquiert empfindet und abspringt. In Zeiten des Fachkräftemangels kann er sich schließlich aussuchen, wo er arbeitet.


 

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