Arbeitsplatzzufriedenheit

Studien zur Arbeitszufriedenheit deutscher Angestellter zeichnen immer wieder ein düsteres Bild, wenn es um die Arbeitslust der Arbeitnehmer geht. Glücklich seien Deutschlands Angestellte in ihrem Job nicht wirklich, heißt es. Ändern könnte sich das mit besseren Work Life Balance Angeboten. Unternehmen, die damit aufwarten können, sind nachweislich im Vorteil. Nur sollten sie dann bereits in ihrer Stellenanzeige darüber reden.

 

Studie: Wie zufrieden sind Deutschlands Arbeitnehmer?

Eine Online-Studie ging im letzten Jahr der Frage nach: Wie zufrieden sind Deutschlands Arbeitnehmer? Befragt wurden 1.519 Männer und Frauen. Das Stimmungs-Bild, das herauskam, dürfte für Arbeitgeber ernüchternd gewesen sein. Todunglücklich sind die Arbeitnehmer im Durchschnitt zwar nicht mit ihrem Job, aber eben auch nicht gerade überglücklich.

 

Stellenpakete Academy

 

“Auf einer Skala von ausgesprochen unzufrieden (-5) bis ausgesprochen zufrieden (+5) liegt die durchschnittliche immaterielle Zufriedenheit, beispielsweise mit den Arbeitsinhalten und dem Führungsstil des Chefs, bei gerade einmal +0,25. Nur wenig rosiger fällt die Bewertung der materiellen Zufriedenheit aus, etwa in Bezug auf Gehalt und Sozialleistungen: Sie beträgt +0,59 Punkte”, heißt es in der Studie.

 

70 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich mehr Arbeitszufriedenheit

Insgesamt sorgt bei mehr als 70 Prozent der Angestellten mindestens ein Aspekt ihrer Arbeit für Frust, wobei weibliche Angestellte in der Tendenz unzufriedener sind als Männer – das gilt in Bezug auf die Arbeitsatmosphäre, aber auch für den Verdienst.

 

Arbeitgebern sollte das zu denken geben. Schließlich ist die Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter ein entscheidender Faktor für deren Motivation. Und liegt diese brach, kann das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Aus den folgenden Gründen:

 

– Die Leistungen lassen nach.

– Es kommt häufiger zu Fehlern.

– Die Unzufriedenheit überträgt sich auf andere Mitarbeiter.

– Innovationen bleiben aus, weil der vorherrschende Frust die Fähigkeit, kreative Entscheidungen zu treffen, lähmt.

– Fehlzeiten und Krankheitstage der Mitarbeiter steigen.

– Die Fluktuation von Mitarbeitern nimmt zu.

– Das Betriebsklima zwischen den Mitarbeitern verschlechtert sich.

 

Ergo: Wenn Mitarbeiter nicht mehr so performen, wie es sich ein Arbeitgeber eigentlich von ihnen erhofft, kann das im schlimmsten Fall zu Lasten der Wirtschaftlichkeit des ganzen Unternehmens gehen.

 

Work Life Balance: Welche Faktoren sind ausschlaggebend?

Aber jetzt einmal Butter bei die Fische, wie es so schön heißt. Was erwarten Talente konkret von ihrem Betrieb? Das haben sich die Wissenschaftler der Universität Bamberg auch gefragt und sind diesem Sachverhalt in ihrer Studie Recruiting Trends auf den Grund gegangen.

 

Sie kommen in der Studie zu dem Schluss, dass für eine nachhaltige Arbeitszufriedenheit insbesondere “eine Balance zwischen Beruf und Privatleben notwendig ist, um das Wohlbefinden und die Produktivität der Arbeitnehmer zu stärken.” Die berühmt-berüchtigte Work Life Balance also.

 

Arbeitsplatzufriedenheit ist wichtiger als Geld

Wobei es nicht überall gleichermaßen schlecht zugeht. Immerhin sieben von zehn der befragten Top-1.000 Unternehmen legen einen Schwerpunkt auf eine gute Work-Life-Balance, um für Kandidaten attraktiv zu sein. Die Analysen der Forscher brachten allerdings zutage, dass die Bedeutung des Themas Arbeitsplatzufriedenheit zwar durchaus bei Unternehmen angekommen ist. Jedoch geht ihr Maßnahmenkatalog häufig an den Bedürfnissen vieler Talente vorbei. Die folgende Grafik zeigt acht wichtige Punkte, bei denen das der Fall ist:

Bildschirmfoto 2017-06-21 um 09.58.33

 

Zum Beispiel liegt Kandidaten vor allem die Flexibilisierung des Arbeitsortes und der Arbeitszeiten am Herzen. Allerdings bieten nur sechs von zehn der 1.000 größten Unternehmen aus Deutschland Home-Office an. Angebote zum Jobsharing oder Teilzeitmodelle gibt es immerhin bei acht von zehn Unternehmen. (Grafik: Monster.de)

 

Viele Work Life Balance Angebote gehen an den Bedürfnissen vieler Talente vorbei

Die meisten Unternehmen bieten dafür aber Sportangebote wie ein betriebseigenes Fitnessstudio, Laufgruppen und dergleichen an, wobei diese nur von knapp der Hälfte der Arbeitnehmer als wichtig angesehen wird, um die Work-Life-Balance zu stärken. Nicht die einzigen Punkte, in denen die Leistungen der Arbeitgeber direkt an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer vorbei gehen.

 

Zum Beispiel bieten Unternehmen häufiger die Möglichkeit an, ein Sabbatical zu machen oder veranstalten After-Work-Events. Unter den Tisch lassen viele dafür aber das Thema der betriebseigenen Kinderbetreuung fallen, die allerdings von vielen Arbeitnehmern (40 Prozent) als deutlich wichtiger eingeschätzt wird, als das gemeinsame Feierabendbier nach getaner Arbeit (28,6 Prozent) oder eine einjährige Auszeit vom Job (34,3 Prozent).

 

Work Life Balance Angebote in Stellenanzeigen verankern

Richtig fatal ist es aber, wenn Arbeitgeber mit guten Work Life Balance Angeboten punkten könnten, diese aber nicht in ausreichendem Maße gegenüber Talenten kommunizieren. Zum Beispiel unterlaufen Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Stellenanzeigen immer wieder Fehler.

 

Einer der Kardinalfehler bei der Gestaltung der Stellenanzeige ist, dass viele Jobinserate nach wie vor nicht im responsiven Design gestaltet sind. Das heißt: Bewerber können sie nicht optimal über ihre mobilen Endgeräte wie Smartphones oder Tablets abrufen und müssen lästig auf den kleinen Displays hin- und herwischen. Im schlimmsten Fall sind sie so sehr davon genervt, dass sie abspringen. Chance vertan.

 

Kardinalfehler bei der Gestaltung von Stellenanzeigen

Aber selbst, wenn sie es nicht tun, so ist der erste Eindruck in punkto Work Life Balance nicht unbedingt der beste. Denn dazu gehört auch, die Bedürfnisse von Kandidaten zu kennen. Und Arbeitnehmer, die dem Bedürfnis vieler Talente nicht nachkommen, eine Stellenanzeige mobil abrufen zu können, scheinen sich mit ihrer Zielgruppe nicht wirklich gut auszukennen. Das hinterlässt mindestens einen faden Beigeschmack.

 

Ein weiterer Fauxpas: Häufig verzichten Unternehmen aus Kostengründen auf den Einsatz von Mulitmedia-Elementen wie Bildern oder Recruiting Videos in Stellenanzeigen. Eine Sparhaltung, die sich rächt. Denn mit Bewegtbild und Fotos könnten sich Kandidaten ein sehr lebhaftes Bild von dem Arbeitgeber machen.

 

Digital Recruiting DOWN

 

Im Idealfall schauen sie in die Gesichter vieler zufriedener Arbeitnehmer und können sehen und hören, was der Arbeitgeber alles macht, damit es seinen Angestellten gut geht. Das hat eine deutlich positivere Wirkung als eine schnöde Bulletpointliste, in der das das reichlich allgemeine Stichwort “Work Life Balance Angebote” als einer von vielen Punkten aufgezählt wird.

 

Talente erwarten Transparenz

Spätestens dann ist der Absprung des Talents Programm. Denn im Zeitalter des Web 2.0 ist vieles transparenter geworden, weil Inhalte viel leichter geteilt werden können als früher. Und das erwartet die heiß begehrte Generation Y auch von ihren Arbeitgebern.

 

Was passieren wird, sobald ein Bewerber Mitte dreißig auf eine Stellenanzeige klickt, in der er nichts vorfindet, außer einem Unternehmenslogo und langwierigen Beschreibungen, ist daher leicht abzusehen: Klick und weg.

 

Wer will es ihm verdenken? Da überzeugt die Anzeige der Konkurrenz mit Ansprechenden Bildern, Videos, weiterführenden Links zur Karriereseite und zum Bewerberblog ohne jeden Zweifel mehr. Da nutzt dann auch das beste Work Life Balance Angebot im Haus nichts mehr. Der Kandidat wird es nicht mehr kennenlernen.


 

Unser Tipp: kostenloses E-Book “10 Stellenanzeigen-Tipps”

Sie wollen weitere Experten-Tipps zur Gestaltung Ihrer Recruiting-Kampagne? Dann legen wir Ihnen unser kostenloses E-Book “10 Stellenanzeigen-Tipps” ans Herz.
Laden Sie es jetzt hier herunter>>>