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Arbeitgeberbewertung: Bewerber wünschen sich mehr Reaktionen

Veröffentlicht am 5. Dezember 2018

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Bewertungen spielen in der modernen Konsumgesellschaft eine immense Rolle. Produkte, Dienstleistungen und Services aller Art erhalten von Online-Konsumenten Sternchen oder Kommentare. Auch die Arbeitswelt bildet hier keine Ausnahme. Portale zur Arbeitgeberbewertung sind im Kommen, belegt eine Studie von HR Softwarehersteller softgarden.

 

Was sind Arbeitgeberbewertungsplattformen?

Sie heißen kununu oder Glassdoor. Auf Arbeitgeberbewertungsplattformen wie diesen sehen sich Bewerber die Gesamtbewertung oder die Bewertung einzelner Kriterien für die Qualität eines Arbeitsplatzes an. Zur Sprache kommen zum Beispiel die Arbeitsatmosphäre, das Vorgesetztenverhalten, interne Weiterbildungsmöglichkeiten, Work Life Balance Möglichkeiten und, und, und.

 

Video Case Study UP

 

Fast die Hälfte der von HR Softwarehersteller softgarden für eine Studie befragten 6.551 Bewerber schaut regelmäßig auf Arbeitgeberbewertungsplattformen vorbei. „Nutzen Sie Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu oder Glassdoor, um sich über Arbeitgeber zu informieren?“, fragte der Lösungsanbieter seine Teilnehmer. 48,2 Prozent der Bewerber antworteten im Oktober 2018 mit „Ja“.

 

Knapp eineinhalb Jahre zuvor hatte softgarden die Frage schon einmal gestellt. In der im Februar und März 2017 durchgeführten Umfrage lag die Zahl noch bei 45,7 Prozent. Damit ist der Anteil der Befürworter von Arbeitgeberbewertungsplattformen in relativ kurzer Zeit um signifikante 2,5 Prozent gestiegen.

 

Arbeitgeberbewertungsplattformen: Feste Größe bei der Suche nach einem neuen Job

Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn Arbeitgeberbewertungsplattformen sind längst eine feste Größe bei der Suche nach einem neuen Job. Und das Angebot wächst und wächst. Zum Beispiel hat die Jobbörse Stepstone 2017 anonyme Bewertungen von Arbeitgebern in seine Unternehmensprofile integriert. Auch die Jobsuchmaschine Indeed wartet inzwischen mit Arbeitgeberbewertungen auf.

 

Der Gedanke, der dahinter steckt, ist logisch. Arbeitnehmer sind es aus anderen Bereichen gewohnt, Nutzerstimmen zu Services oder Dienstleistungen zu erhalten. Sie versprechen sich davon eine authentischere Einschätzung als von den hinterlegten Werbetexten der herstellenden Firmen. Den gleichen Service wollen Stepstone, Indeed und Co. nun auch Bewerbern bieten.

 

Arbeitgeberbewertung: Authentischer als Employer Branding-Hochglanz-Verprechen

Soweit, so nachvollziehbar. Denn ein Unternehmen kann noch so viel auf seinen Karriereseiten versprechen. Ob wirklich alles stimmt, zeigt sich meist erst im Vorstellungsgespräch beim Unternehmensrundgang. Entsprechend groß ist daher die Akzeptanz der Online-Nutzer von Arbeitgeberbewertungen. Auf ihnen können sie schon vorab recherchieren, wie der Arbeitgeber tickt und ob eine Bewerbung Sinn macht oder nicht.

 

Daher gehört der Besuch einer Arbeitgeberbewertungsplattform zu den Rechercheroutinen von Talenten bei der Jobsuche. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer nutzt kununu & Co. „immer“, wenn sie sich bewerben, ein weiteres Drittel nutzt die Plattformen „regelmäßig“.

 

Und je detaillierter eine Bewertung ausfällt, hat softgarden außerdem herausgefunden, desto besser finden das Bewerber. „Ausführliche Kommentare von Mitarbeitern in Textform finden 81,2 Prozent hilfreich oder sehr hilfreich (…). Ausführliche Kommentare von Bewerbern finden 72,2 Prozent hilfreich oder sehr hilfreich (…).“

 

Arbeitgeber haben die Chance, sich aktiv zu beteiligen

Manche Arbeitgeberbewertungsportale bieten auch Arbeitgebern an, sich aktiv zu beteiligen. Zum Beispiel können sie ein kostenpflichtiges Arbeitgeberporträt schalten. Alternativ können sie Bewertungen kommentieren oder sich für ein Feedback bedanken. Talente finden das per se gut. Sie bemängeln aber, dass oft keine ausführlichen Porträts vorhanden sind und viele Unternehmen die Kommentarfunktion nicht nutzen.

 

Dabei würden Bewerber auch das ausdrücklich begrüßen. „Häufig reagieren Unternehmen leider gar nicht auf die abgegebenen Bewertungen und lassen Chancen verstreichen, hier nochmal klärende Gespräche anzubieten oder sich grundsätzlich der Kritik zu stellen und den Arbeitnehmer ernst zu nehmen“, heißt es in der Studie.  Arbeitgeber, die zumindest auf einzelne Kommentare reagieren, zeigen: Sie kümmern sich um ihre Bewerber. Viele Talente würden außerdem gern beide Seiten zu einer Bewertung lesen.

 

Kein Kommentar? Bewerber springen ab. 

Die Zurückhaltung rächt sich. Im schlimmsten Fall springen potenzielle Bewerber sogar ab. „Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Profil von einem Arbeitgeber, auf dem fast nur negative Bewertungen sichtbar sind und keine Reaktion. Ich habe mich schon öfter bei solch schlechten Bewertungen von Arbeitgebern nicht mehr dort beworben“, kommentiert ein Bewerber das Verhalten vieler Unternehmen in der softgarden-Erhebung. Ein weiterer Kommentar lautet: „Heutzutage (sind Reaktionen) sehr wichtig, da potenzielle Mitarbeiter sich immer vorab im Internet über den Arbeitgeber informieren. Ein Arbeitgeber, der nicht oder unglücklich reagiert, gibt ein schlechtes Bild ab.“

 

Digital Recruiting DOWN

 

Also: Wer Arbeitnehmer für sich begeistern will, sollte auch Bewertungsportale wie Kununu und Co. im Recruiting nicht außen vorlassen, sondern diese für sich nutzen. So kann ein Unternehmen in seinen Arbeitgeberporträts seine ureigenen Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten und Talente erkennen lassen, was sie von dem Arbeitsumfeld erwarten können.  Dabei gilt: Je konkreter desto besser. Allgemeinplätze helfen nicht weiter.

 

Arbeitgeberbewertung: Wichtig für die Arbeitgebermarke

Wer kununu & Co. als Kanäle für die Kommunikation mit Talenten entdeckt, geht einen großen Schritt im Recruiting nach vorne. Über die Kommentarfunktion können Unternehmen auch wertvolle Infos zum Stand der Dinge aus Mitarbeiter- und Bewerbersicht erhalten und nutzen, um den hauseigenen Recruiting-Prozess zu verbessern. Außerdem kann das Unternehmen auf geäußerte Kritik sichtbar und wertschätzend eingehen und seine Sicht der Dinge schildern.

 

Besonders jüngere Bewerber lassen sich davon stark beeinflussen, obwohl ihnen klar ist, dass zumeist unzufriedene ehemalige Mitarbeiter ein Unternehmen schlecht bewerten. Eine möglichst sachliche ‚Gegendarstellung‘ wirkt aber bereits ausgleichend. Dann klappt’s im Recruiting umso besser mit den Talenten.

 


 

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