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DSDS: Deutschland sucht die Superjobbörse

Veröffentlicht am 22. Februar 2016

Wireless Internet Wifi Network Connection CommunicationEs tut sich was im Recruiting: Nach kununu und jobbörse.com, nun auch die erste, vergleichsweise zarte Annäherung an Monster. Das Business Portal Xing vereint immer mehr Marken unter seinem Dach. Was könnte daraus resultieren? Eine Marktanalyse. (Bild: Rawpixel.com / dollarphotoclub)

 

Gerät die österreichische Xing-Unternehmenstochter kununu auf Abwege oder ebnet sie bewusst neue Pfade? Das Unternehmen hat in den USA ein Joint Venture mit der führenden Jobplattform Monster vereinbart. Ziel ist es, die Erfolgschancen eines gemeinsamen Angebotes in den USA zu sondieren. Das soll für ein Plus an Arbeitgeber-Transparenz im US-Arbeitsmarkt sorgen. Für das US-Angebot werden die Expertise von kununu in den Bereichen Arbeitgeber-Bewertung und Employer-Branding mit dem Markt-Know how, der Marketing-Expertise und der Reichweite von Monster verbunden. Sitz des Joint Ventures wird Boston sein. Der Vollzug des Joint Ventures steht noch unter den üblichen Vorbehalten der Freigabe durch die Kartellbehörden.

 

DSDS: Omnipräsent in allen Bereichen

Marktkenner beobachten nun gespannt, was weiter passieren wird. Fakt ist: Xing und Monster, ihres Zeichens bislang mehr oder weniger freundlich zugeneigte Marktbegleiter, rücken durch diese Kooperation  näher zusammen. Während die Jobbörse Monster seit Jahren im Ranking der Karriereportale weiter nach hinten fällt, kann Xing nur mit positivsten Zahlen aufwarten: Der Gesamtumsatz von XING lag im vergangenen Jahr bei 123 Millionen Euro und damit 21 Prozent über dem Vorjahreswert von 101 Millionen Euro.

 

Haupterlösquelle war das Geschäft mit kostenpflichtigen Mitgliedschaften. Es konnte um 19 Prozent auf 73,0 Millionen Euro gesteigert werden. Im Vorjahr waren es noch 61,3 Millionen Euro. Insgesamt hat XING im vergangenen Jahr knapp 46.000 neue zahlende Mitglieder gewonnen und verzeichnete mehr als 880.000 Mitglieder, die die kostenpflichtigen Produkte von XING nutzen. Das Segment E-Recruiting war erneut der wichtigste Wachstumstreiber und erlöste 41,4 Millionen. Damit lag der Umsatz 26 Prozent über dem Vorjahreswert. Und selbst die Erlöse im umsatzbezogen kleinsten Segment – den Events – wuchsen um 22 Prozent auf 6,2 Mio. € (5,1 Mio. €).

 

DSDS: Alle Zeichen stehen auf Wachstum

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG: „Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen von Wachstum. Wir haben in allen Segmenten deutlich zugelegt. Auch haben wir das Mitgliederwachstum im vergangenen Jahr weiter beschleunigen können. Erfreulich, dass sich dieser positive Trend auch im laufenden Jahr fortsetzt, so dass wir heute bereits knapp 10 Millionen Mitglieder verzeichnen können.“

 

DSDS: XING und die Bedürfnisse moderner Wissensarbeiter im Blick

Social networkIm Jahr 2015 hat das Businessnetzwerk XING eine Vielzahl von Produkten und Services auf den Markt gebracht und öffnete sich mitunter ganz neuen Märkten.  Im Gegensatz zu traditionellen Stellenbörsen ist der XING Stellenmarkt etwa an den Bedürfnissen moderner Wissensarbeiter ausgerichtet und bietet neben klassischen Karrieremöglichkeiten auch Teilzeitjobs an. Auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Sinnsuchende sind zu finden.

 

Damit hat das Angebot eindeutig den klassischen Jobportalen einiges Voraus. Hier sind in der Regel die klassischen nine to five Jobs zu finden. Eine Filtermöglichkeit nach Teilzeitangeboten oder Work Life Balance Angeboten scheidet aus. Hier haben Stepstone, Jobware und Co einigen Nachholbedarf. Denn die Zeichen der Zeit stehen auf flexibler Zeiteinteilung und der Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu können. Die Generation Y hat diese Debatte geprägt wie keine andere Generation vor ihr. (Bild: Kenishirotie / dollarphotoclub)

 

Der neue Stellenmarkt ist Ergebnis der Akquisition und anschließenden Integration von jobbörse.com. XING hatte das Unternehmen Anfang des Jahres 2015 übernommen und seinen Stellenmarkt auf Basis der erworbenen Crawling-Technologie ausgebaut, so dass Nutzer dort heute rund eine Million Jobs finden. Die Technologie – ein fehlendes Puzzlestück im Angebotsportfolio, äußerte sich CEO Vollmoeller seinerzeit gegenüber dem HANDELSBLATT.

 

DSDS: Streckt die Krake wieder ihre Arme aus?

Und nun auch noch die Kooperation zwischen der hauseigenen Tochter kununu und dem US-Monster… Steckt mehr dahinter? Streckt Xing nun auch die  Finger nach dem Monster aus? Vielleicht auch hierzulande? Das fragen sich viele Analysten. Nicht zuletzt ging die Monster Aktie kurz nach Verkündung der unerwarteten Kooperation auf Sinkflug. Immer wieder kursierten Gerüchte, Monster würde aufgekauft. Bewahrheitet haben sich diese nie. Nun könnten sie wieder entflammen. Andererseits: Warum der Umweg über kununu und warum die Kooperation nur in den USA? Dort, wo es kununu, die DACH-Plattform, eigentlich nicht gibt.

 

Möglicherweise verhält es sich auch genau anders herum und Xing will tatsächlich etwas vom großen Monster-Kuchen abhaben und über den dort namhaften Partner Monster den Markt erobern? Andererseits: Ganz uninteressant dürfte Monster als langlebigstes Stellenportal für den Netzwerkgiganten wiederum auch nicht sein. Schließlich hat es ein ganzes Bündel an Erfahrungen vorzuweisen und überdies auch  moderne Technologien eingekauft: Zum Beispiel die Talentsuchmaschine TalentBin, die es ermöglicht, per Knopfdruck nach raren IT Talenten zu fahnden.

 

Eine solche Übernahme würde Xing praktisch die Alleinherrschaft auf dem Personalbeschaffungssektor bescheren: Matching-Technololgien, Job-Crawling-Angebote, Arbeitgeberbewertungen und ausgeschriebene Stellenanzeigen – alles unter einem Dach.  Und dass Xing die ganze Klaviatur der Personalbeschaffung abdecken will, daraus macht Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG, keinen Hehl: “Wir erweitern unser Portfolio ständig um weitere Innovationen. Wichtig ist uns dabei, dass wir unseren Mitgliedern Orientierung und Unterstützung in der sich dramatisch verändernden Arbeitswelt bieten. Wir stellen ihnen das persönliche Netzwerk, den Zugang zu Chancen am Arbeitsmarkt sowie die für sie relevanten Informationen zur Verfügung, damit XING-Mitglieder optimal von den zahlreichen Möglichkeiten profitieren, die der Umbruch mit sich bringt und die Herausforderungen meistern können.”

 

DSDS will die ganze Klaviatur der Personalbeschaffung bespielen

Smartphone NerdDas fragt sich der Marktbeobachter: Was kommt als nächstes? Feilt Xing vielleicht schon an einer Matching App á la truffls? Möglich wär’s, wie uns auch Experte Wolfgang Brickwedde in einem Interview sagte: “Xing hat über den Kauf von Jobbörse.com eine Million Jobs, die mit den knapp  neun Millionen Mitgliedern gematcht werden können. Die Frage stellt sich also, wie lange die Recruiting-Apps benötigen, um ähnlich große Zahlen aufzubauen, oder ob ihnen unterwegs die Luft ausgeht. Sobald Xing oder Linkedin mit einer einigermaßen funktionierenden Matching-App  rauskommen, wird die Wettbewerbsisituation spannend.” Oder bastelt Xing auch hier an geheimen Übernahmeplänen? Kommt dann künftig alles aus einem Guss im Recruiting? Wir beobachten weiter! (Bild: lassedesignen / dollarphotoclub)


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