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Studie Recruiting Trends: Firmen und Talente reden aneinander vorbei

Veröffentlicht am 18. März 2016

studie recruiting trendsTrends wie Active Sourcing, neue Bewerbungsformen wie die Matching-Technologie oder die One Click Bewerbung sorgen aktuell für jede Menge Schwung auf dem Recruiting Sektor. Hinzu kommen neue technikgestützte Instrumente und Kanäle. Für Unternehmen und Talente ist es nicht leicht, hier den Überblick zu wahren. Gut, dass es hierfür das Forscherteam der Universität Bamberg gibt, das im Auftrag des Karriereportals Monster in der Studie Recruiting Trends jährlich die Themen untersucht, die im Recruiting heiß diskutiert werden. (Bild: Spektral-Design / dollarphotoclub)

 

Wie groß die Herausforderung für Recruiter und Kandidaten ist, in punkto Recruiting und Bewerbung auf dem Laufenden zu bleiben, und die gleiche Sprache zu sprechen, zeigt die noch druckfrische Studie Recruiting Trends des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg sehr anschaulich. Denn genau das passiert gerade: Recruiter und Talente agieren aneinander vorbei.

 

 

Studie Recruiting Trends: Recruiter und Kandidaten finden sich nicht

„Die Ergebnisse der Studie Recruiting Trends machen deutlich, an welchen Stellen Recruiter und Kandidaten auseinander driften. Die gute Nachricht ist: Mit klarer Kommunikation und dem Wissen um die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe lässt sich dieser Trend umkehren“, ist Marc Irmisch, Vice President General Manager bei Monster, überzeugt.

 

Beispiel: Active Sourcing. Unternehmen und Kandidaten nutzen die bestehenden Möglichkeiten – dazu gehören Plattformen, Events oder persönliche Netzwerke – unterschiedlich stark, um einen neuen Mitarbeiter oder einen neuen Job zu finden.

– Bei 34,7 Prozent der Vakanzen sprechen Unternehmen die Stellensuchenden sowohl aktiv als auch im Rahmen einer klassischen Stellenanzeige an.
– Bei weiteren 7,1 Prozent der offenen Stellen versuchen die Unternehmen sogar, ausschließlich durch Active Sourcing Kandidaten zu finden.

studie recruiting trends

 

Mit beiden Maßnahmen kommen sie den rund 45 Prozent der Karriereinteressierten entgegen, die lieber direkt von Unternehmen angesprochen werden möchten, anstatt sich selbst zu bewerben. Weitere Vorteile beim Active Sourcing sehen Unternehmen in möglichen Kosteneinsparungen. Allerdings denkt auch etwa die Hälfte (48,0 Prozent), dass externe Active-Sourcing-Quellen bereits „überfischt“ sind, und etwa ebenso viele der befragten Unternehmen geben an, dass sie die aktive Stellensuche als sehr zeitaufwendig ansehen. (Grafik: Monster.de)

 

Studie Recruiting Trends: Businessportale sind “überfischt”

Smartphone NerdDarüber hinaus nutzen sowohl Arbeitgeber als auch Kandidaten Talent-Pools, persönliche Netzwerke und Karriere-Netzwerke, um zueinander zu finden. Weniger als die Arbeitgeber zeigen sich die Kandidaten aber auch von externen Lebenslaufdatenbanken überzeugt. 75 Prozent der Talente wählte diese Option bereits, auf Unternehmensseite sind es gerade einmal 38,1 Prozent. (Bild: lassedesignen / dollarphotoclub)

 

Weit auseinander driften auch die Meinungen über Karriere-Events für Studenten: Diese werden von 90,3 Prozent der Unternehmen, aber nur von 12,6 Prozent der Kandidaten präferiert. Foren und Blogs sind beliebte Quellen auf der Unternehmensseite (50,0 Prozent), werden aber von Kandidaten (noch) nicht als Sprungbrett für den nächsten Job gesehen.

 

Am wenigsten nutzen Unternehmen sowie Karriereinteressierte bisher soziale Netzwerkplattformen. „Die Studie ermittelt die steigende Bedeutung von Active-Sourcing-Strategien für das Recruiting. Angesichts der Tatsache, dass vier von zehn Stellen schwierig oder gar nicht zu besetzen sind, ist dies zunehmend ein unvermeidbarer Weg. Was interessanterweise bei bestimmten Profilen schon heute zu der Einschätzung einer bereits existierenden „Überfischung“ führt. Das eigentliche Problem liegt aber aus meiner Sicht eher in der jeweiligen Ansprache der Kandidaten, hier gibt es noch einiges Optimierungspotential. Denn die Mitarbeiter von morgen möchten individuell und passgenau kontaktiert werden“, so Studienleiter Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen, der Universität Bamberg.

 

Studie Recruiting Trends: Spezialfall Social Recruiting

Beim Active Sourcing-Spezialfall Social Media Recruiting sehen sich Unternehmen einigen Herausforderungen gegenüber. Rund 88,2 Prozent der Befragten gaben an, dass Recruiter für ein effektives Social Recruiting zusätzliche neue Fähigkeiten erlernen müssen. Dass nur 33,0 Prozent der Unternehmen eine explizite Strategie für den Einsatz von Social Media in der Rekrutierung haben, könnte eine Folge ihrer Befürchtung sein, für Active Sourcing sehr viel Aufwand betreiben zu müssen.

 

Fazit: Recruiter sollten beim Active Sourcing ihre Zielgruppe im Auge behalten und beachten, auf welchen Kanälen sie ihre Kandidaten bestmöglich erreichen. Etwa drei Viertel der Unternehmen sind sich sicher, dass sie auf Social Media-Kanälen präsent sein müssen, um die Generation Y rekrutieren zu können. Active Sourcing ist zwar im Aufbau durchaus etwas aufwendiger, lässt sich dann aber auch nutzen, wenn Stellen dringend besetzt werden müssen. Denn mit etablierten Active Sourcing Prozessen lassen sich zum Beispiel Business-Netzwerke oder Lebenslaufdatenbanken von Jobbörsen enorm zeitsparend als Talentpool-Quelle nutzen.


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