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Millenial Employer Branding: So zähmen Sie die “jungen Wilden”….

Veröffentlicht am 4. November 2015

Sie gelten als wählerisch, wechselhaft und auch ein bisschen egozentrisch – die Vertreter der Generation Y, auch bekannt als Millenials. Potenzielle Arbeitgeber überraschen sie immer wieder mit ihren starken Überzeugungen und konkreten Erwartungen an den Arbeitsplatz und Kollegen. Doch Arbeitgeber sind auf die “jungen Wilden” angewiesen. Denn der Wettbewerb um Talente am Arbeitsmarkt intensiviert sich zusehends. Aber stimmen die Mythen, die sich um die Generation Y ranken wirklich? Und welche Employer Branding Maßnahmen können Arbeitgeber ergreifen, um Milleinials von sich zu überzeugen? Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt.

 

Handsome businessman working with laptopDie Generation Y konfrontiert Arbeitgeber mit neuen Anforderungen. Eine Umfrage von Ernst & Young (EY) unter 9.700 Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 67 bestätigte kürzlich wieder einmal, dass diese im Vergleich zu anderen Generationen besonders großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legt, während das Gehalt tendenziell weniger Bedeutung hat. (Bild: arthurhidden /dollarphotoclub)

 

“Es steht außer Frage, dass sich viele Arbeitgeber fundamental umstellen und viele Prinzipien ihrer Organisation neu überdenken müssen, sofern sie das nicht schon längst getan haben. In zehn Jahren repräsentiert die Generation Y drei Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit. Wer diese anspruchsvolle Generation nicht für sein Unternehmen begeistern kann, wird in ein paar Jahren vom Markt verschwunden sein”, sagt Esther Brandner-Richter, Head of Human Resources bei EY Österreich.

 

Im Klartext heißt das: Employer Branding Maßnahmen, die früher funktionierten, locken bei den Millenials höchstens ein müdes Lächeln hervor. Arbeitgeber müssen also mehr tun, als mit Incentives und monetären Versprechen um sich zu werfen. Was heutzutage zählt, sind ganz andere Werte.

 

Millenial Recruiting: Die Generation Y verstehen…

Millenials fordern im Berufsalltag völlig andere Regeln ein als die Generationen zuvor, wobei die hohe Priorität von  Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben nicht gleichbedeutend damit ist, dass jeder Vertreter der Generation Y ausschließlich in Teilzeit arbeiten möchte. Es geht vielmehr um eine Flexibilisierung der bisher so starren Trennung von Arbeit und Freizeit.

 

Ein Beispiel: Das hochdotierte Marketing-Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Es ist Freitagnachmittag, Montag muss die Präsentation stehen. Ohne Überstunden bis weit nach Mitternacht ist das nicht zu stemmen. Das Team stellt sich also auf eine Spätschicht ein. Nur der 27-jährige Janis merkt an, dass er in zwei Stunden gehen muss: Er will die Karten für das heutige Basketballspiel nicht verfallen lassen. “Ich arbeite meinen Part am Wochenende nach”, bietet er an.

 

Warum auch nicht? Die technischen Möglichkeiten dazu bestehen alle mal und mit diesen ist die Generation Y groß geworden. Handy, Tablet und Co gehören für sie ganz selbstverständlich zum Alltag dazu, die Generation ist die erste, die  “always on” ist. Insofern spricht für sie auch nichts dagegen, Beruf und Freizeit gleichwertig in ihr Leben zu integrieren und von Fall zu Fall abzuwägen, was gerade Priorität hat. Warum Lebensqualität aufgeben, wenn man den Job an den zwei darauffolgenden freien Tagen umso konzentrierter erledigen kann?

 

Millenial Recruiting: Output statt Input messen

 

Für Unternehmen muss das aber nicht zum Nachteil sein – vorausgesetzt sie lassen sich darauf ein. Die Schlüsselworte hierfür lauten: Flexible Arbeitsbedingungen und Output statt Input messen. Es geht also nicht um die pure Präsenz, sondern um das, was rauskommt.

 

Man working outdoors with tablet pad. Retro vintage instagram filterDie Generation Y lebt nach dem Motto: Ich möchte jetzt leben, wer weiß was die Zukunft bringt? Aus psychologischer Sicht ist das nicht weiter verwunderlich. Denn wer in seiner Kindheit den Angriff auf das World Trade Center miterlebt hat, immer wieder Schulmassacker in den Medien verfolgen musste, überdies diverse Unternehmensskandale, die Finanzkrise, die Ölpest oder die Kernschmelze von Fukushima, der hat verinnerlicht: Nichts ist verlässlich, schon morgen kann alles anders sein. Es gilt im Hier und Jetzt zu leben und dieses so angenehm wie möglich zu gestalten. (Bild: arthurhidden / dollarphotoclub)

 

Und noch etwas hat die “jungen Wilden” geprägt. Vielzu oft mussten sie sich von ihrer Eltern und Großelterngeneration anhören: “Ich hätte mehr von dir mitbekommen müssen statt dauernd so hart zu arbeiten.” Nicht weiter verwunderlich also, wenn die Generation Y sich genau das zu Herzen genommen hat und nun den Spieß herumdreht. Und so erklärt sich auch, warum Statussymbole wie die große Karriere, das große Geld und das tolle Auto an Bedeutung verlieren. Die Millenials haben erkannt, dass es im übertragenen Sinne auch reich machen kann, das Leben zu genießen. Schließlich hat man nur eines!

 

Millenial Recruiting: Und immer wieder Rückmeldung geben

Doch es gibt noch mehr Punkte, in denen sich die High Potentials von den Vorgängergenerationen unterscheiden. So stellen Personaler oder Vorgesetzte immer wieder verwundert fest, wie viel Feedback der Fachkräftenachwuchs braucht. Wenn nicht täglich, so wollen sie doch möglichst wöchentlich eine Rückmeldung. Mindestens genauso wichtig ist der unmittelbare Austausch mit dem Vorgesetzten im Tagesgeschäft. Geschlossene Türen sind für die Generation Y daher ein Unding.

 

Aber die Millenials haben es in Ihrer Kindheit auch nicht anders gelernt: Die klassische Rollenverteilung im Haushalt gab es nicht mehr. Beide Eltern verwirklichten sich beruflich selbst, kümmerten sich aber auch nahezu gleichberechtigt um den Nachwuchs. Dieser wurde von Geburt an bestmöglich gefördert. Pekip, Babyschwimmen, musikalische Früherziehung und, und, und. Die Kinder sollten motiviert, herausgefordert und nicht unterdrückt werden.

 

Und schließlich kommen die Millenials aus dieser familiären Wohlfühlblase auf den Arbeitsmarkt und erwarten diesen engen Kontakt nun auch ganz selbstverständlich von ihren Arbeitgebern. Aber mal ehrlich: Was ist eigentlich so schlimm an

 

– offenen Büroräumen,
– regelmäßigem Austausch und Feedback?

 

Richtig! Nichts! Und so kehrt sich letzten Endes das Blatt: Arbeitgeber können durchaus von der Generation Y lernen, wie Employer Branding heute geht.  Sicherlich nicht in allen, doch aber in vielen Punkten… (Fotos: Dollarphotoclub)

 


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