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Generation Z: Wie z-kompatibel ist Ihr Recruiting?

Veröffentlicht am 8. Januar 2016

Generation ZNach Y kommt Z. Mit der Generation Z strömt nach den Ypsilonern die zweite Generation auf den Arbeitsmarkt, die das Internet quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat. Die Digital Natives sind dort auch schon anzutreffen: Als Azubis, Praktikanten, Trainees etc. Immer weniger können Unternehmen es sich daher leisten, ihr Online-Recruiting stiefmütterlich zu behandeln. Denn eine schlechte Candidate Experience wird mit Abschalten bestraft. (Bild: Spectral-Design / dollarphotoclub)

 

Erinnern Sie sich noch an Angela Merkels legendäre Pressekonferenz, bei der die Bundeskanzlerin folgenden Satz prägte? “Das Internet ist für uns alle Neuland.” Spott und Häme ließen in besagtem World Wide Web nicht lange auf sich warten. “Das hat sie jetzt nicht wirklich gesagt?”, fragten die ersten entsetzten Twitterer. Und innerhalb weniger Minuten war der Hashtag #Neuland der meistverbreitete in Deutschland. Anderes Beispiel gefällig? Kein Problem. Take this: “Morgen bei @titanic: Merkel mit Gurke. ‘Meine erste e-mail.’ #Neuland”, witterte Max von Malotki. Ralf Appelts sekundierte: “DingDong Die kleine Angela möchte bitte aus dem #neuland abgeholt werden.” Der Gehässigkeit sind ab sofort keine Grenzen mehr gesetzt.

 

Generation Z: Die Digital Natives kommen…

Was all das mit der Generation Z, Recruiting und Unternehmen zu tun hat? Auf den ersten Blick… Nichts. Auf den zweiten steht das Merkel-Beispiel Pate für die Entwicklung in vielen Unternehmen. Wie war das nochmal mit dem Internet? Wie geht Recruiting 2.0? Das sind Fragen, die in vielen HR Abteilungen noch nicht hinreichend geklärt sind. Das ist mehr als offensichtlich: Denn viele Karrierewebseiten sind weit entfernt von einer optimalen Gestaltung. Ein großer Teil ist noch nicht einmal mobil optimiert, sprich: Über Smartphone und Tablet sind sie nur schwer und nur über lästiges Hin und Herwischen abrufbar. Selbiges gilt auch für geschaltete Stellenanzeigen: Bleiwüsten, unverständliches Textgeschwurbel, nicht responsiv und weder Bildmaterial noch ein Recruiting Video.

 

Hm, da sollte Hand angelegt werden! Denn wissen Sie, was passiert, wenn die Generation Z auf eine solch kandidatenunfreundliche Online-Umgebung trifft? Nichts! Denn sie ist schneller weg als jeder Personalverantwortliche Web 2.O sagen kann. Der Hintergrund: Wer mit dem Internet ganz selbstverständlich aufgewachsen ist, die Welt von Anfang an nur mit sozialen Netzen und jederzeit abrufbaren WWW-Informationen kennt, erwartet mehr als das. “Verwöhnt” können Sie jetzt sagen. Aber diese Abwehrhaltung bringt Ihnen nichts, wenn Ihr Unternehmen im Umkehrschluss von der Generation Z als altbacken abgestempelt wird und diese Ihnen den Rücken zudreht.

 

Generation Z: Eine Meinung macht tausend andere…

Generation ZUnd ist eine solche Meinung erst einmal gefällt, so potenziert sich diese rasant. Wir möchten Ihnen in diesem Zusammenhang Katrin vorstellen. Sie ist 23, auf der Suche nach einem Job und surft mit ihrem iPhone durchs Netz. Doch nachdem sie sich einige Karrierewebseiten und geschaltete Stellenanzeigen angeschaut hat, ist Katrin reichlich unzufrieden mit dem, was ihr da von den Unternehmen vorgesetzt wurde. Sie tippt eine Nachricht via What’sApp an die Bewerbungsgruppe, die sie mit den Absolventen aus ihrem Abijahrgang eingerichtet hat: “Bei Firma XYZ bloß nicht bewerben.” (Bild: djile / dollarphotoclub)

 

Und zack! Schon wissen in Sekundenschnelle 67 andere Mittzwanziger über den miesen Internetauftritt Bescheid. Zusammen mit Katrin sind das 68 potenzielle Kandidaten. Müssen wir wirklich noch erwähnen, dass Katrin noch in anderen Bewerbung Gruppen auf Facebook, Xing etc. ist? Nein! Und wie groß die Kreise sind, die eine solche Negativbewertung nach sich ziehen kann, können Sie sich ja jetzt an drei Fingern abzählen. Ups, kleiner Fehler! Drei werden wohl kaum ausreichen…
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Generation Z: So erreichen Sie Z-Kompatibilität

Aber wie muss eine Z-kompatible Online-Rekrutierung nun aussehen? Dazu muss man zunächst wissen, wie die Generation Z so tickt. Hierauf liefert die Soziologie Antworten. Die “Zettler” haben im Gegensatz zu den Generationen vor ihnen keine Bindung an Marken, sie suchen nach klaren Strukturen, Sicherheit, ihr Verhältnis zu Führungskräften ist eher distanziert, wobei die Gen Z durchaus leistungsbereit ist. Das Arbeiten im Hamsterrad lehnt sie aber strikt ab. Der Beruf ist Teil der Lebenszeit, die es optimal zu gestalten gilt.

 

Daraus leitet sich in punkto Karrierehomepage und Stellenanzeigen folgendes ab:

 

– Die Gen Z sucht nach einem Arbeitnehmer, bei dem sie sich wohlfühlen. Deshalb benötigt sie exakte Informationen über Arbeitsplatz, Arbeitsorganisation, Firmenkultur.

– Die Generation Z will Sicherheit: Hier helfen Informationen über Entwicklungsmöglichkeiten und Aufstiegsmöglichkeiten weiter.

 

Aber der Content auf Karrierewebseite und Stellenanzeige ist natürlich noch nicht alles. Auch in punkto Gestaltung der Recruiting Medien ist einiges zu beachten. Wir haben für Sie eine kleine Checkliste zusammengestellt:

 

1. Usability / Nutzerorientierung: 

– Die Seiten müssen von verschiedenen Endgeräten abrufbar sein (responsive Design).

– Einfach erfassbare Infografiken machen die schnelle Aufnahme von Informationen leichter.

– professionelle Videos verschaffen einen Überblick über die Atmosphäre im Unternehmen, die Kandidaten lernen die Arbeitsplatzgestaltung und Kollegen kennen.

 

2. Branding:

– Arbeitgeber können sich durch eine klare Beschreibung der Work Life Balance im Unternehmen von anderen abheben: Gibt es Home-Office, flexible Arbeitszeiten, Teilzeitlösungen?

Design und Aussagen sollten zusammen passen: Ist das das Unternehmensumfeld jung und dynamisch? Dann sollte dem auch das Layout und die Sprache der Karrierehomepage oder Stellenanzeige Rechnung tragen.

 

3. Emotion: 

– Verzichten Sie auf Stockphotos, um ihre Internetauftritte zu gestalten. Nutzen Sie stattdessen Bildmaterial aus dem Unternehmen mit echten Kollegen statt Models. Das macht das Unternehmen visuell erlebbar und schafft Nähe.

– Gerade für junge Jobsuchende stellt es eine gewisse Beruhigung dar, wenn ein Ansprechpartner genannt wird, den sie für die Bewerbung kontaktieren können.

 

Das Ende vom Lied: Wer sich im War for Talents z-kompatibel im Recruiting aufstellen will, muss seinen Online-Auftritt entsprechend hübsch machen. Doch das ist nur der erste Schritt im Sinne einer guten Candidate Experience. Natürlich muss der erste Online-Eindruck beim ersten Zusammentreffen auch untermauert werden. Aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll…


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