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Flüchtlinge: Jedes dritte Unternehmen will einstellen

Veröffentlicht am 28. Februar 2016

FlüchtlingeDer Randstad-ifo-flexindex hat im vierten Quartal 2015 untersucht, ob und wie viele Firmen sich aktuell mit dem Thema auseinandersetzen, Flüchtlinge einzustellen. Weitere Fragen waren: Wie viele haben bereits Flüchtlinge beschäftigt? Und: Welche Einstellungshindernisse sehen die Personalleiter? Der Ergebnisse auf einen Blick. (Bild: stockpics / dollarphotoclub)

 

 

Der größte Teil deutscher Unternehmen hat bislang noch keine Erfahrungen mit Flüchtlingen gesammelt.  Gerade einmal Sieben Prozent der befragten HR Experten geben an, innerhalb der letzten zwei Jahre Flüchtlinge in ihrem Unternehmen eingestellt zu haben oder aktuell zu beschäftigen. Bezogen auf einzelne Branchen gliedert sich die Beschäftigungsquote von Flüchtlingen wie folgt auf:

 

Handel: 6 Prozent

Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen: 8 Prozent

 

Weiter heißt es in der Studie: “Bei einem genaueren Blick in die Wirtschaftsbereiche zeigt sich, dass insbesondere Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie, der Herstellung von Holz- und Papierwaren oder der Herstellung von Metallerzeugnissen Erfahrung mit Flüchtlingen haben. In diesen Branchen sind eher große Firmen mit vielen Beschäftigten vertreten, in denen die Einstellungsbereitschaft generell höher ausfällt. So geben unter den Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten zehn Prozent an, Erfahrung mit Flüchtlingen zu haben, während der Anteil unter den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern (mit 50 bis 249 Mitarbeitern) bei 6 Prozent (7 Prozent) liegt. Auffällig hoch ist der Anteil im Gastgewerbe, in dem 28 Prozent der Personalleiter angeben, zuletzt Flüchtlinge beschäftigt zu haben.”

 

Flüchtlinge

Flüchtlinge: Künftige Perspektiven

Da die Zahl der Firmen, die bislang Flüchtlinge beschäftigt haben, eher gering ausfällt, fragten die Experten, ob  Unternehmen es sich vorstellen können, in Zukunft aus ihrem Heimatland geflüchtete Personen einzustellen. Hier fielen die Antworten wie folgt aus:

 

– 23 Prozent der Personalleiter wollen im Laufe des Jahres 2016 Flüchtlinge in ihrem Unternehmen beschäftigen

–  Insgesamt erklärten 34 Prozent der befragten HR Verantwortlichen, entweder in diesem Jahr oder spätestens ab dem kommenden Jahr Flüchtlinge in ihrer Firma anzuheuern.

 

Wobei die Einstellungsbereitschaft in größeren Unternehmen höher ausfällt, als in kleinen Betrieben. Auch das ein Ergebnis der Studie. Beachtlich: In Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern steigen der Umfragewert auf stolze 44 Prozent. Ob die Unternehmen generell ihre Beschäftigung in den nächsten Jahren aufstocken wollen, wurde dabei indessen nicht gefragt. Denn: Die Einstellungsbereitschaft dürfte unter Unternehmen, die auf der Suche nach Mitarbeitern sind, höher ausfallen.

Flüchtlinge

 

Einstellung von Flüchtlingen: Bürokratische Hürden

Gefragt nach möglichen Hindernisse und bürokratischen Hürden, die einer Beschäftigung von Flüchtlingen im Weg stehen könnten, ergab sich unter den Befragten das folgende Bild: So stellt die Sprache nach Ansicht der HR Entscheider die mit Abstand größte Hürde dar. So jedenfalls sahen es rund 86 Prozent der antwortenden Personalleiter.

 

“Als ein wichtiges Einstellungshindernis fallen außerdem rechtliche Rahmenbedingungen auf, die von 49 Prozent der Personalleiter als große Hürde, von weiteren 32 Prozent als kleine Hürde bewertet werden; nur 12 Prozent der Personalleiter sehen darin keine Hürde. Auch die Quali kation der Flücht linge wird häufig genannt; sie stellt für 46 Prozent der Unternehmen eine große Hürde und für 43 Prozent eine kleine Hürde dar”, heißt es in der Studie.

 

 

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Die nächste Frage, die die Studienleiter Personalleitern stellten: Welche Bedeutung hat der Mindestlohn bei der Einstellung von Flüchtlingen? Hier antworteten die Befragten wie folgt: Tatsächlich sehen 31 Prozent der Personalleiter  im Mindestlohn eine Hürde für die Einstellung von Flüchtlingen.

 

Flüchtlinge: Mindestlohn – ja oder nein?

Hierzu aber eine Anmerkung der Studienautoren, die betonen, dass sich dieses Ergebnis nur schwer losgelöst von den anderen Hürden interpretieren lasse: “Rechnet sich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, Qualifikation und rechtlicher Einstellungshürden die Bezahlung des Mindestlohnes nicht, ist es nicht klar, welche Hürde für die Nichteinstellung ausschlaggebend ist.” Auch in punkto Qualifikation hakten die Untersuchenden nach: Wären Unternehmen bereit, in die Qualifizierung von Flüchtlingen zu investieren?

 

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Die Antworten fielen wie folgt aus:
–  45 Prozent der Personalleiter von Unternehmen, die planen Flüchtlinge einzustellen wollen in Qualifizierungsmaßnahmen für Flüchtlinge investieren.
– Die Bereitschaft, Qualifizzierungsmaßnahmen durchzuführen, ist in größeren Unternehmen
mit mindestens 250 Beschäftigten (49 Prozent) deutlich höher als in kleinen Unternehmen (37 Prozent).

 

Woher rührt die vergleichsweise geringe Bereitschaft, in Weiterbildung zu investieren? Hier mutmaßen die Studienleiter, dass insbesondere die hohe Unsicherheit über die Verweildauer der Flüchtlinge in Deutschland hierfür den Ausschlag gibt: “Firmen investieren eher, wenn sie mit länger dauernden Arbeitsverhältnissen rechnen können.”

 


 

Über den Randstad-ifo-flexindex 

Das ifo Institut befragt in Kooperation mit der Randstad Deutschland vierteljährlich mehr als 1000 Personalleiter nach der Anwendung von verschiedenen Flexibilisierungsinstrumenten sowie nach deren Bedeutung. Damit soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die Nutzung der Instrumente im Zeitverlauf ändert und ob sich strukturelle Änderungen oder konjunkturelle Einflüsse abzeichnen.

Quelle: http://www.randstad.de/polopoly_fs/1.592281!/download/downloadFile/Randstad%20Berichtsband%20Q4%202015.pdf

 


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