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Arbeitsumfeld: Je innovativer desto besser!?!

Veröffentlicht am 30. November 2015

Image ist nicht alles! Stimmt! Vor allem dann nicht, wenn dieses nur auf einer geschönten Vorderfront basiert und die Realität dahinter anders aussieht. Theorie und Praxis müssen schon Hand in Hand gehen. Das gilt auch für das Arbeitsumfeld. Denn was nutzt alles abgefahrene Zeug wie Rutschen im Büro oder eine zum Meetingraum umgebaute Sauna, wenn der Chef ein Tyrann ist, andere Meinungen nicht gelten lässt und sich auf altbackenem Hierarchiedenken ausruht? Dann kann es sich das Unternehmen eigentlich gleich sparen, mit seinem spacigen Ambiente in Stellenanzeigen zu werben….

 

kandidatenansprache

In Stellenanzeigen wimmelt es heutzutage nur so von imageträchtigen Unternehmensbeschreibungen. Immer mehr Firmen versuchen inzwischen auch auf ihr innovatives Arbeitsumfeld aufmerksam zu machen und Bewerber damit anzulocken. Längst ist die Gestaltung des Arbeitsumfeldes zum Teil des Employer Branding geworden: Denn Funktionalität allein reicht heute nicht mehr aus, auch Ästhetik wird zunehmend wichtiger. (Bild: Sergey Niven / Dollarphotoclub)

 

Arbeitsumfeld: Eine Wohlfühlatmosphäre schaffen

Die Idee dahinter: Wer sich rundum wohlfühlt, ist motivierter und wandert nicht so schnell ab – trotz steigender Anforderungen in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt. Nicht weiter verwunderlich, dass zuallererst Innovatoren wie Apple, Google oder Pixar durch außergewöhnliche Arbeitsplatzkonzepte von sich reden machten. Denn in den Kreativschmieden wird den Mitarbeitern höchste Leistung abverlangt, und das gerne auch über die eigentliche Arbeitszeit hinaus.

 

Dann sollte man den Mitarbeitern wenigstens ein Umfeld bieten, in dem sie ihr Zuhause gar nicht erst vermissen. Klingt übertrieben? Vielleicht für deutsche Verhältnisse! Wer hingegen im Silicon Valley beschäftigt ist, für den ist das Gang und Gäbe. Beispiel Pixar: Hier arbeiten die Kreativen in schnieken kleinen Holzhäuschen bei gedimmter Beleuchtung.  Gemütliche Sofas in den Ecken laden zum Plaudern, Brainstorming und gemeinsamen Austausch ein.

 

Arbeitsumfeld: Klotzen statt Kleckern bei Google

Klotzen statt Kleckern ist derweil bei „Nachbar“ Google angesagt, wo die Mitarbeiter mit allem möglichen Komfort versorgt werden. Sie bekommen Massagen, rutschen von Etage zu Etage, statt zu laufen, entwickeln ihre Konzepte in Sesseln, die wie Schiffe aussehen. Werden sie müde, geht’s zum kurzen Powernap in eine der vollklimatisierten Stresskapseln – schließlich gehen sie ihrem Job hinterher umso fitter und kreativer nach.
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Zugegeben, das Leben eines Google-Mitarbeiters kann so schlecht nicht sein. Letztlich ist das aber nicht wirklich uneigennützig seitens des Arbeitgebers. Die Angestellten sollen sich auf der Arbeit wie zuhause fühlen – im Wortsinn! Die Google-Macher wollen ihren Angestellten auf diese Weise suggerieren: Warum nach Hause fahren, wenn es in dem Konzern doch so lauschig ist?

Und so soll es der Legende nach tatsächlich Mitarbeiter geben, die sich ganz dem Leben in dem Unternehmen verschrieben haben. Sie gönnen sich Auszeiten im hauseigenen Pool, verspeisen leckere Gratis-Snacks in einer der elf Cafeterien, in denen auch immer mal wieder Starköche höchste Gaumenfreuden kredenzen und, und, und.

 

multiposting

Arbeitsumfeld: Verhältnisse wie bei Google in Deutschland?
Die Idee hat Schule gemacht, wenn auch in abgespeckter Version. Auch hierzulande schneiden sich Unternehmen verstärkt ein Scheibchen von Google und Co. ab. Insbesondere in der IT Branche versuchen Arbeitgeber bei Bewerbern mit innovativen Arbeitsplatzkonzepten  zu punkten. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Denn wie kein anderer ächzt der Sektor unter Innovationsdruck. Verstärkt wird dieser durch den vorherrschenden Fachkräftemangel. Umso wichtiger, dass für die Mitarbeiter alles passt. Sonst ist die Gefahr des Abwanderns groß. (Bild: yurolaitsalbert /Dollarphotoclub)

 

Darauf hat zum Beispiel auch der IT-Dienstleister Comspace reagiert. Die zum Besprechungsraum umgebaute Sauna, kostenloses Bio-Obst, Klettern im Hochseilgarten mit der ganzen Mannschaft – all das gibt es auch hier. Doch es geht um mehr als nur eine schicke Fassade: Die Arbeit soll Spaß machen. Und das geht nur, wenn auch die Unternehmenskultur dem Rechnung trägt.

 

Arbeitsumfeld: Auch die Unternehmenskultur muss dem Rechnung tragen!

Wichtig in einem so von Druck und Stress geprägten Umfeld ist ein ungebrochenes Gemeinschaftsgefühl, das durch gemeinsame Aktivitäten und regelmäßigen Austausch entsteht. Das Arbeitsumfeld ist also ein Teil eines großen Mosaiks, das letztlich dazu beiträgt, optimale Bedingungen zu schaffen. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist auch die Art und Weise, wie Mitarbeiter geführt werden. Denn insbesondere im IT Umfeld kommen Menschen zusammen, die allesamt über Expertenwissen verfügen. Ein zu stark ausgeprägtes Hierarchiedenken würde jedes Engagement im Keim ersticken. Vielmehr fungieren Chefs hier eher als Moderatoren, als Lenker eines Projekts, aber keineswegs als alleinige Entscheidungsträger.

 

Und dann, wirklich nur dann, wenn im Unternehmen gerne zusammenarbeitet wird, und dadurch ein Wohlfühlklima  in der Meeting-Sauna herrscht oder voller Elan zum nächsten Meeting gerutscht wird, statt die Treppe zu nehmen, können Firmen das auch in ihren Stelleninseraten mit ihrem Arbeitsumfeld punkten. Denn dann haben sie in punkto Employer Branding alles richtig gemacht! (Bilder: Dollarphotoclub)


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