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Arbeitgeber-Anschreiben: So punkten Sie beim Bewerber…

Veröffentlicht am 15. Dezember 2015

Recruiter bekommen sie inzwischen immer öfter zu spüren: Die Angst vor dem leeren Blatt. Da die Direktansprache von Kandidaten nicht mehr aus dem Recruiting wegzudenken ist, gehört es verstärkt zu dem Aufgabenportfolio der Personalabteilungen,  Anschreiben zu verfassen, um sich damit bei potenziellen Kandidaten zu bewerben. Ein Baustein des ganzen ist – logisch – die Stellenanzeige, die in der E-Mail direkt mitgesendet wird, damit sich das angeschriebene Talent schnell und einfach ein Bild von der vakanten Stelle machen kann. Aber: Wie schaffen es Recruiter, dass der Link, der zum Stelleninserat führt, auch geklickt wird?

 

Arbeitgeber-Anschreiben: Zeit nehmen!

Ganz wichtig beim Verfassen eines Arbeitgeber-Anschreibens ist der Faktor Zeit: Recruiter sollten bedenken, dass ihre Mail an einen Bewerber stellvertretend für das Unternehmen steht, in dessen Namen sie agieren. Insofern ist äußerste Sorgfaltspflicht geboten: Denn jeder Fauxpas fällt letztlich auf das gesamte Unternehmen zurück. Insofern scheidet die Variante, einfach den Link zu einer auf einem Jobportal wie StepStone, Jobware oder Monster geschalteten Stellenanzeige weiterzuleiten, also schon mal aus. Viel zu plump! (Bild: gstockstudio/Dollarphotoclub)

 

 

Stattdessen sollten sich Recruiter in ihrem Anschreiben “von der breiten Masse abheben” abheben. Das gelingt durch möglichst ausgefeilte, originelle und vor allem fehlerfreie Sätze. Wichtig ist auch, dass Personaler ihr Anschreiben genau auf die Altersgruppe des jeweiligen Kandidaten zuschneiden. Bei jüngeren Kandidaten darf es ruhig etwas flapsiger zugehen, aber bitte niemals unseriös. Und natürlich hängt die Kreativität, die im Anschreiben an den Tag gelegt wird, auch von der Branche ab, in der man sich bewegt. Konservative Branchen wie Banken oder Beratungen sollten auch bei jüngeren Kandidaten einen eher sachlichen Tonfall anstreben. Bei Kreativ-Berufen darf es dagegen etwas munterer zugehen.

 

Arbeitgeber-Anschreiben: Die Betreffzeile

Schon die Betreffzeile entscheidet darüber, ob sich der Kandidat die Stellenanzeige letzen Endes anschauen wird, vielmehr noch: Ob er die E-Mail überhaupt öffnen wird. Damit die Nachricht gelesen wird, ist es hilfreich, ein bisschen zu recherchieren. Was meinen Sie? Zuviel Aufwand für ein paar Worte? Nein! Denn eine E-Mail, die nicht geöffnet wird, verpufft wirkungslos. CHANCE VERTAN.

 

Und außerdem müssen Sie ohnehin auch für die Zeilen recherchieren, die auf die Betreffzeile folgen werden: Also – der Abstecher auf Xing oder LinkedIn ist sowieso Pflicht. Dort können Personaler in Erfahrung bringen, wie der Kandidat “so tickt”. Ist er von der aufstrebenden Sorte, hat er schon einige Karriereschritte genommen? Und in welcher Zeit? Kommt die Stelle, die für ihn gedacht ist, überhaupt in Frage? Im Idealfall entspricht sie genau der Karrierestufe, die der Kandidat als nächstes erklimmen will: Und genau das sollte klar aus dem Betreff herauskommen.

 

tracking von Stellenanzeigen

Arbeitgeber-Anschreiben: Der richtige Einstieg
Damit wäre die erste Hürde beim Verfassen des Arbeitgeber-Anschreibens genommen. Nun stellt sich die Frage nach dem richtigen Einstieg, allen voran: Duzen oder Siezen? Hier ist eher letzteres empfehlenswert – selbst in Unternehmen, in denen vom Vorstand bis zum Dienstleister jeder geduzt wird. Das “Du” hat Zeit bis zum Vorstellungsgespräch. Im Arbeitgeber-Anschreiben vermittelt es eher einen unseriösen Eindruck. Schließlich geht es um die weitere Karriereplanung und dieses Thema wird hierzulande auch bei jüngeren Bewerbern mit dem nötigen Ernst betrachtet. (Bild: goodluz/ Dollarphotoclub)

 

Bei den nächsten Formulierungen gilt: Bitte nicht schreiben, was jeder schreiben würde. Á la “bei unserer Internetrecherche sind wir auf Ihr interessantes Profil aufmerksam geworden” oder “mit großem Interesse haben wir uns Ihr interessantes Profil angesehen”. Ganz ehrlich? Gähn! Um den Bewerber abzuholen und von sich zu überzeugen, ist schon ein bisschen mehr gefragt als dieses Standardzeug.

 

Sie wollen ihn doch wirklich von sich überzeugen, oder? Das gelingt am besten, wenn Sie gleich zeigen, dass Sie sich auch mit der Person auseinandergesetzt haben. Bringen Sie doch beispielsweise gleich das aktuelle Projekt ein, an dem der Kandidat gerade arbeitet, verbunden mit der Botschaft: “Genau nach den damit verbundenen Skills suchen wir!”
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Arbeitgeber-Anschreiben: Nähe aufbauen

In den nun folgenden Abschnitten sollte die Begründung erfolgen, warum. Das ist die optimale Überleitung zu der vakanten Stelle, die Sie dem Kandidaten anbieten möchten. Und hier wäre dann auch der Link zur ausführlichen Stellenanzeige zu platzieren, die der Kandidat sich anschauen soll.

 

homeoffice

Abschließend wären noch ein paar Punkte, was der Kandidat von dem Unternehmen erwarten kann, empfehlenswert. Selbige sollten idealerweise auch auf dessen Profil zugeschnitten werden. Zum Beispiel: “Als Vater von zwei Kindern liegt Ihnen eine gute Work-Life-Balance sicher besonders am Herzen. Darauf möchten wir Rücksicht nehmen und bieten unseren Mitarbeitern diverse Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben an.” (Bild: Markus Bormann / Dollarphotoclub)

 

Nun, da Sie sich bereits so gut mit dem Kandidaten auskennen, sollten Sie ihm auch die Chance geben, Sie besser kennenzulernen: Das schafft Nähe und Verbundenheit. Ein die eine oder andere  persönliche Information über den Recruiter ist daher nicht verkehrt. Natürlich nicht die ganze Lebensgeschichte, eher ein paar Nebensätze, die zeigen, dass es Gemeinsamkeiten gibt: “Auch ich nutze als zweifache Mutter regelmäßig die Möglichkeit, meine Arbeit auch von zuhause aus erledigen zu können.” Zack. Das wars auch schon. Wir drücken alle zur Verfügung stehenden Daumen, dass es mit dem Kandidaten klappt!

 


Ein Kommentar zum “Arbeitgeber-Anschreiben: So punkten Sie beim Bewerber…”

  1. Paulina sagt:

    Hallo,

    als Inhouse Recruiterin einer Digitalagentur kann ich nur bestätigen, dass 98% der angschriebenen XING-Kontakte positiv auf ein “Du”, meinst mit einem “Duzen ist mir ehrlich gesagt lieber” reagieren. Meine Aussage beruht auf knapp 300 Konversationen. Ein sehr geringer Teil antwortet im “Siezen-Stil” und korrigiert in einer zweiten E-Mail sogar ins “Du”.

    Es kommt immer darauf an, wie man einen Kandidaten kontakiert. Wenn man in der Lage ist, bereits mit einem charmanten Satz einzuleiten, in dem das “Duzen” erklärt und nicht gerechtfertigt wird…bzw. direkt der Spirit einer Firma nähergebracht wird, nehmen das die Kanidaten sehr entspannt an.

    Beste Grüße aus Mainz

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